Eishockey-Turnier DEL-Klubs legen wieder los – Haie schauen nur zu

Haie-Eisbären

Die Eishockey Liga startet mit einem Testturnier, dem MagentaSportCup. Nicht dabei sind die Kölner Haie, hier eine Szene aus dem Spiel gegen Eisbären Berlin am 6. März 2020

Krefeld – Rund acht Monate nach dem letzten Ligaspiel will die DEL wieder loslegen. Der Saisonstart ist für den 18. Dezember geplant, wurde davor allerdings schon zweimal verschoben. Doch jetzt soll es endlich klappen.

Ein Gradmesser wird das anstehende Testturnier „MagentaSport-Cup“ sein. Einige Spieler standen am Wochenende schon beim Deutschland-Cup mit der Nationalmannschaft wieder auf dem Eis.

Deutsche Eishockey-Liga: Profis sehnen Start der Saison herbei

Nach dem gelungenen Restart packten die meisten Nationalspieler ihre Taschen für die Rückkehr in den Eishockey-Alltag. „Wir warten alle seit September darauf, dass es endlich losgeht“, sagte Abwehrspieler Yannic Seidenberg, „wir haben das Zeichen gesetzt, dass wir jetzt in die Saison starten können.“

Der Silbermedaillengewinner von Pyeongchang geht mit Red Bull München im MagentaSport Cup aufs Eis. Acht der 14 Klubs proben ab Mittwoch den Ernstfall für Liga-Eishockey in der Corona-Pandemie. In Gruppe A spielen: Bremerhaven, Düsseldorfer EG, Krefeld Pinguine, Grizzlys Wolfsburg, in Gruppe B sind dabei: Eisbären Berlin, Adler Mannheim, Red Bull München, Schwenninger WildWings. Das Turnier soll bis zum 12./13. Dezember laufen.

MagentaSport Cup: Wie reagieren die Eishockey-Fans?

Wichtiger als die Ergebnisse auf dem Eis werden dabei andere Resultate sein: möglichst durchgehend negative Coronatests und hohe Einschaltquoten beim Fernsehpartner Telekom.

„Es ist ein Test für die Konzepte und Abläufe. Es signalisiert Aufbruchstimmung, gibt uns Flankenschutz und Unterstützung“, sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke: „Ein Gradmesser wird sein, wie die Fans reagieren, wie sich die Einschaltquoten entwickeln.“

Denn nach den ersten sieben Spielen des Turniers im üblichen Liga-Format von wechselnden Heim- und Auswärtsspielen entscheidet die DEL am 19. Dezember, ob und mit wie vielen Teams sie am 18. Dezember in eine verkürzte Saison startet.

Beim Deutschland Cup der Nationalmannschaft am vergangenen Wochenende in Krefeld gab es keine Coronafälle, alle Spieler hielten sich in einer Blase auf, die sich auf Halle, Hotel und Bus erstreckte.

Eishockey-Test-Turnier: Spieler nicht in einer Blase

Das wird jetzt anders. „Die Spieler werden nicht abgeschottet, sie gehen nach Hause und haben Kontakt zu anderen Leuten“, sagte Ersatz-Bundestrainer Thomas Popiesch, der am Mittwoch (19.30 Uhr/MagentaSport) mit seinen Fischtown Pinguins Bremerhaven das Auftaktspiel gegen die Krefeld Pinguine bestreitet: „Wir müssen versuchen, die Ansteckungsgefahr so niedrig wie möglich zu halten, damit wir die Spiele durchziehen können.“

Wie schwierig das ist, zeigte sich am Wochenende in der Basketball-Bundesliga, als am ersten Spieltag gleich drei Partien wegen Coronafällen abgesagt werden mussten. In Bremerhaven, so Popiesch, werden regelmäßig Schnelltests durchgeführt, zudem muss jeder Spieler jeden Morgen auf einer App Angaben zu seiner Gesundheit machen, Kontaktpersonen werden aufgezeichnet, „damit wir vorbereitet sind, wenn der Worst Case eintritt, dass sich einer ansteckt“.

Neuralgische Punkte sind vor allem die Auswärtsspiele. Die Adler Mannheim, die bislang größere Entfernungen mit dem Flugzeug zurücklegten, fahren nun auch die 600 Kilometer nach Berlin aller Voraussicht nach mit dem Mannschaftsbus.

Nur Zuschauer sind unter anderem die Kölner Haie und die Nürnberg Ice Tigers. Viele ihrer Spieler sammeln in der zweiten Liga Wettkampfpraxis - wie Nationalmannschaftskapitän Moritz Müller bei den Kassel Huskies.

Auch der Haie-Verteidiger will endlich wieder seinem Beruf nachgehen. „Ich habe unglaublich viele Reaktionen von Leuten bekommen, die gesagt haben: endlich wieder Eishockey“, berichtete Müller nach dem Deutschland Cup: „Wir haben gezeigt, dass es möglich ist. Die Liga sollte die Erfahrungswerte mitnehmen. Wir verlangen, dass man uns ein Konzept gibt, wie wir denn spielen können. Wir haben unseren Teil dazu beigetragen.“

Kölner Haie sammeln weiter Geld ein

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Sein Klub, die Kölner Haie, sammeln derweil weiter Geld ein, um hoffentlich im Dezember dabei zu sein. Momentan wäre es finanziell nicht darstellbar, die Spieler aus der Kurzarbeit zu holen. Denn finanziell sind seit Monaten keine Zuschauereinnahmen zu verbuchen. Und das wird sich auch nicht so schnell ändern. Mit Hilfe von Sponsoren und einem Gehaltsverzicht der Spieler von bis zu 60 Prozent wollen die Haie aber beim Saisonstart dabei sein. Eine Säule sind auch die immerwigger-Tickets für 10 Euro, die der Klub verkauft. Bisher wurden shcon rund 35.000 Karten von helfenden Fans erworben. (sid, ubo)

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