Straßenverkehrsamt Große Nummernschild-Abzocke

Hier geht es besondes billig: Handan Baris (37) prägt bei »Arda« am Höherweg die Schilder für nur 20 Euro das Paar.

Hier geht es besondes billig: Handan Baris (37) prägt bei »Arda« am Höherweg die Schilder für nur 20 Euro das Paar.

Düsseldorf - So eine Autozulassung kann teuer werden. Besonders beim Nummernschild wird in den sechs Shops über der Zulassungsstelle richtig kassiert.

30 Euro kosten zwei Kennzeichen. Merkwürdig: Alle sechs Shops haben die gleichen Preise. Wenige Meter entfernt, bei „Arda“ am Höherweg kosten sie nur 20 Euro und online im Internet sogar nur 16 Euro.

Murat Arda (41), der im Kreisverkehr am Höherweg einen Schilder- und Zulassungsdienst betreibt, hält seinen Preis für gut kalkuliert: „Die 20 Euro pro Paar sind ein faires Angebot, mit dem ich leben kann. Die Schilder sind genormt und haben die gleiche Qualität wie anderswo. Export- und Kurzzeitkennzeichen sind bei mir ebenfalls erheblich billiger.“

Hugo König vom Online-Bestelldienst »nummernschild.de« kann es sogar noch billiger: „Ich liefere in einem Tag für 16 Euro inklusive Versandkosten. Wenn Schilder über 20 Euro kosten, ist das für mich Wucher. Da wird abgezockt!“

Auch Europas größter Schilderhersteller, die Utsch AG in Siegen, hat einen eigenen Prägeshop - dort gibt es die begehrten Kennzeichen für 18 Euro.

EXPRESS traf Autofahrer Thoralf Reise (39) vor der Zulassungsstelle: „Für mich sind das Preisabsprachen in den Shops. Die können doch nicht alle die gleiche Kalkulation haben“, meint er. „Ich gehe da nicht hin. Ich lasse meine Schilder lieber von »Arda« prägen.“

Warum müssen die Euro-Schilder in allen Läden in der Düsseldorfer Zulassungsstelle so teuer sein? Jeder der Betreiber hat seine eigene Begründung: Peter Flügel vom Schilderpräger EHA erklärt: „Die Personal-, Sach- und Mietkosten sind hier so hoch, dass wir es nicht billiger machen können.“ Roland Schiffers von der „Werkstatt für angepasste Arbeit“ sagt: „Wir beschäftigen Behinderte, haben erhöhten Personalaufwand und hohe Mietkosten. Der Preis ist sehr fair und eng kalkuliert.“

Hans-Ulrich Sander vom TÜV-Rheinland (betreibt „TÜV-plus“) ergänzt: „Der 20-Euro-Anbieter hat doch ganz andere Kosten und muss auch nicht die Mieten wie wir zahlen. Dazu stecken in den Kosten auch die Sozialleistungen eines großen Unternehmens. So erklärt sich der Preis von 30 Euro.“

Und warum gelten in allen Geschäften die gleichen hohen Preise? Dazu wollte keiner der Zuständigen eine Erklärung abgeben.

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Hinter den meisten Schilderprägern in der Zulassungsstelle stecken Konzerne, die bundesweit mit bis zu 70 Filialen vertreten sind.

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