Schock für Mitarbeiter Karstadt Kaufhof plant drastische Filial-Schließungen

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Eine Filiale von „Kaufhof" und „Karstadt Sport in Köln". Die angeschlagene Warenhauskette „Galeria Karstadt Kaufhof" bereitet ihre Mitarbeiter auf Standortschließungen und einen weiteren Stellenabbau vor. 

Essen – Die Corona-Krise trifft den Einzelhandel - und bei Galeria Karstadt Kaufhof zeigt sich, was das bedeuten kann: Die ohnehin schon angeschlagene Kette schwört ihre Mitarbeiter auf weitere Sparrunden und einen Stellenabbau ein.

Bei der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof droht die Schließung von bis zu 80 der gut 170 Filialen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag (15.5.) aus dem Unternehmensumfeld. Zuvor hatte die „Wirtschaftswoche" darüber berichtet.

Bis zu 80 der derzeit noch gut 170 Filialen des Konzerns könnten bei der anstehenden Sanierung geschlossen werden. Das sieht der erste Entwurf eines Sanierungskonzeptes für den kränkelnden Handelsriesen vor, der am Freitag dem Gesamtbetriebsrat und Gläubigervertretern vorgelegt wurde, wie die Deutsche Presse-Agentur aus dem Unternehmensumfeld erfuhr.

Corona-Krise: 5000 Stellen bei Karstadt Kaufhof in Gefahr

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Allerdings gibt es noch einen Hoffnungsschimmer: Die Zahl der bedrohten Filialen könne sich noch reduzieren, wenn die Vermieter und andere Beteiligte zu Zugeständnissen bereit seien, hieß es in informierten Kreisen. Welche Häuser genau von der Schließung bedroht sind, dazu gab es zunächst keine Angaben.

Nach Informationen der „Wirtschaftwoche" rechnen Insider mit dem Abbau von insgesamt rund 5000 Vollzeitstellen bei dem Unternehmen. Aktuell beschäftigt Galeria Karstadt Kaufhof noch rund 28 000 Mitarbeiter. Ein Sprecher des Warenhauskonzerns betonte, das Unternehmen wolle Spekulationen nicht kommentieren.

Bei der Gewerkschaft Verdi sorgten die Pläne der Warenhaus-Sanierer für Empörung. Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger warf dem Konzern vor, einen „Kahlschlag auf Kosten der Beschäftigten" zu planen.

Kaufhof Karstadt: Unternehmen bereitete Mitarbeiter auf Schließungen vor 

„Das ist brutal! Es hat den Anschein, dass die Unternehmensleitung und der Eigentümer die Corona-Krise missbrauchen, um ihre ursprünglichen Planungen von Standortschließungen und Entlassungen doch noch umzusetzen", sagte die Gewerkschafterin.

Noch kurz vor Weihnachten hatte die Gewerkschaft mit dem Konzern einen Sanierungstarifvertrag abgeschlossen, der unter anderem eine Standort- und Beschäftigungssicherung enthielt. Seitdem Galeria Karstadt Kaufhof unter dem Eindruck der Corona-Krise Anfang April seine Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchte, ist der Vertrag jedoch Makulatur.

Die angeschlagene Warenhauskette hatte ihre Mitarbeiter bereits auf Standortschließungen und einen weiteren Stellenabbau im Zuge des Anfang April eingeleiteten Schutzschirmverfahrens vorbereitet.

Corona-Krise: Galeria Karstadt Kaufhof plante Filialschließungen bereits 

In einem Brief an die Mitarbeiter berichtete die Unternehmensführung zuvor, der gerichtlich bestellte Sachwalter Frank Kebekus und der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz hätten klargemacht, dass es angesichts der Corona-Krise „leider auch zu Standortschließungen und dementsprechend auch zu einem Arbeitsplatzabbau kommen muss".

Angaben zur Zahl der bedrohten Filialen oder der gefährdeten Arbeitsplätze machte das Unternehmen nicht. Zunächst hatte das "Manager Magazin" über den Brief berichtet.

Galeria Karstadt Kaufhof: Umsatzverlust von einer Milliarde Euro

In dem zweiseitigen Schreiben betonte die Konzernführung, „Galeria Karstadt Kaufhof" habe während der Zeit der Komplettschließungen mehr als eine halbe Milliarde Euro an Umsatz verloren.

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Aufgrund der anhaltenden Kaufzurückhaltung werde sich der Umsatzverlust wahrscheinlich sogar noch auf bis zu einer Milliarde Euro erhöhen. Deshalb seien weitere Sanierungsmaßnahmen nötig, um das Unternehmen nachhaltig gesund aufzustellen.(RND/dpa)

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