Züchtigungsphantasien Meine Züchtigungsphantasien werden immer stärker

Meine Züchtigungsphantasien werden immer stärker, aber meine Frau will nicht mitmachen

Meine Züchtigungsphantasien werden immer stärker, aber meine Frau will nicht mitmachen

Liebe Beatrice,
ich hoffe, Sie können mir einen Rat geben.
Ich bin 55 Jahre alt und seit 26 Jahren glücklich verheiratet. Meine Frau und ich haben immer noch ein schönes Sexleben, wenngleich die Häufigkeit im Lauf der Jahre nachgelassen hat.
Zu meinem Problem:
Seit der Pubertät habe ich Züchtigungsphantasien.
Als ich noch jünger war, stellte ich mir vor, wie es wäre, von einer älteren, strengen Frau gezüchtigt zu werden. Bei den Phantasien ging es mir nur um die Bestrafung. An Sex mit den Frauen habe ich nicht gedacht.
Meine Frau ist zierlich und sehr lieb, also überhaupt nicht der strenge Typ.
Während der Ehe haben sich meine Phantasien gewandelt. Heute stelle ich mir vor, von meiner Frau bestraft zu werden und danach sehr liebevollen Sex mit ihr zu haben.
Ich habe meine Frau, die ansonsten in sexuellen Fragen sehr aufgeschlossen ist, wiederholt darauf angesprochen, doch zeigt sie mir hier die kalte Schulter. Ich könnte es gut verstehen, wenn sie nein sagt, wenn ich sie schlagen wollte, doch in diese Richtung gehen meine Vorstellungen absolut nicht.
Haben Sie einen Vorschlag, wie ich sie doch für das Thema erwärmen könnte?
Soll ich ihr schreiben und versuchen, den Akt möglichst erotisch zu schildern?
Wenn ich sie anspreche, blockiert sie sofort.
Mein Verlangen, von meiner Frau bestraft zu werden, wird mit zunehmendem Alter leider immer größer. Kann mir evtl. mit einer Therapie geholfen werden? Bekommt man solche Gedanken aus dem Kopf?
Ich bin als Kind sehr streng, sprich mit äußerst schmerzhaften Schlägen erzogen worden. Kann das der Grund für meine Neigungen sein?
Es wäre schön, wenn Sie mir einen Rat geben könnten.
Vielen Dank
Klaus (55)
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Lieber Klaus,
Sie fragen:
>>Haben Sie einen Vorschlag, wie ich sie doch für das Thema erwärmen könnte?<<
Wahrscheinlich klappt das eh nicht, denn wenn Sie sie schon „wiederholt darauf angesprochen“ haben und sie nicht nur nein sagt, sondert sogar „blockiert“, dann ist das einfach nicht ihr Ding.

>>Soll ich ihr schreiben und versuchen, den Akt möglichst erotisch zu schildern? <<
Falls Sie das tun, sollten Sie eine möglichst softe Variante wählen.
Ich nehme an, Ihre Frau blockt u.a. deswegen, weil sie erstens nicht davon erregt wird, die Dominante und Gouvernante zu spielen, zweitens, weil sie ihren Mann in der unterwürfigen „böser kleiner Junge“-Rolle alles andere als sexy fände.
Also wenn Sie da einen letzten Versuch machen, etwas zu schildern, dann denken Sie sich was Gutes aus, wo Sie diese beiden Punkte berücksichtigen.

>>Mein Verlangen, von meiner Frau bestraft zu werden, wird mit zunehmendem Alter leider immer größer. Kann mir evtl. mit einer Therapie geholfen werden? Bekommt man solche Gedanken aus dem Kopf?
Ich bin als Kind sehr streng, sprich mit äußerst schmerzhaften Schlägen erzogen worden. Kann das der Grund für meine Neigungen sein?<<
Ja, auf jeden Fall. Die Ummünzung dieser Erlebnisse in etwas Erotisches ist ein Versuch Ihrer Psyche, mit diesen schrecklichen, für ein Kind extrem verstörenden Vorgängen irgendwie klarzukommen. Allerdings stekllt das in der Regel ja keine ausreichende Lösung dar und ich gehe davon aus, dass es außerdem auch heute noch bei Ihnen einige mentale Einstellungen, Verhaltensweisen und Wahrnehmungsweisen gibt, die mit dem damaligen körperlichen Missbrauch* zusammenhängen und die für Ihr heutiges Leben nicht wirklich optimal sind.
Von daher: Ja, es lohnt sich, das alles in einer Therapie zu bearbeiten. Sie brauchen auch keine Angst haben, dass Ihnen in einer Therapie irgendwas von Ihrer Persönlichkeit weggenommen oder abtrainiert wird - im Gegenteil, wenn es eine gute Therapie ist und Sie lang genug dranbleiben, dann werden Sie mit sich selbst besser umgehen lernen. Sie selbst „steuern“ sich dann, statt „von etwas“ gesteuert zu werden.
*(auch so etwas zählt unter Missbrauch)

Ich würde dafür allerdings weder eine Psychoanalyse noch eine Verhaltenstherapie empfehlen; gut wäre ein Therapeut, der die sog. „tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie“ in petto hat sowie einige Zusatzqualifikationen, wie Sexualtherapie und moderne Verfahren.

Herzlichst
Beatrice Poschenrieder

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