Bund schlägt Alarm Totalausfall bei russischem Gas befürchtet – was man jetzt dringend tun sollte

Die Bundesnetzagentur schlägt Alarm. Es wird ein baldiger Totalausfall bei russischem Gas befürchtet. Unternehmen, aber auch Privatleute sind konkret zum Handeln aufgerufen.

Die Gaskrise könnte sich schon bald drastisch zuspitzen, befürchtet die Bundesnetzagentur. Sogar einen zeitnahen Totalausfall sieht der Präsident als konkrete Möglichkeit bevorstehen. Unternehmen wird empfohlen, Notstromaggregate anzuschaffen.

Der Grund für die drastische Warnung: Die Pipeline Nord Stream 1 muss in Kürze gewartet werden. Ob es nach der Wartung weiter Lieferungen aus Russland geben wird, hält die Bundesnetzagentur für fraglich.

Totalausfall bei russischem Gas wegen Wartung an Gaspipeline Nord Stream 1

Die Frage sei, ob aus der bevorstehenden regulären Wartung der Gaspipeline Nord Stream 1 „eine länger andauernde politische Wartung wird“, sagte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

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Wenn der Gasfluss aus Russland „motiviert länger anhaltend abgesenkt wird, müssen wir ernsthafter über Einsparungen reden“. Es müssten bereits jetzt Vorbereitungen für dieses Worst-Case-Szenario getroffen werden, so Müller weiter.

Die Bundesnetzagentur rief alle Haus- und Wohnungsbesitzer dazu auf, ihre Gasbrennkessel und Heizkörper überprüfen zu lassen und effizient einstellen zu lassen. „Eine Wartung kann den Gasverbrauch um zehn bis 15 Prozent senken“, sagte er. „Das muss jetzt passieren und nicht erst im Herbst.“

Gaskrise: Bundesregierung mit dringender Empfehlung

Auch die Bundesregierung sieht die Zeit für konkretes Handeln gekommen. Unternehmen wird empfohlen, sich wegen der Gaskrise mit Notstromaggregaten einzudecken. Wie die „Bild“-Zeitung am Samstag unter Berufung auf eine Antwort von Wirtschaftsstaatssekretär Patrick Graichen (Grüne) an den CSU-Bundestagsabgeordneten Stephan Pilsinger berichtete, sollen die Aggregate mögliche Stromausfälle kompensieren.

„Empfehlenswert ist die Ausstattung mit Notstromaggregaten insbesondere für Betreiber von kritischer Infrastruktur“, schreibt Graichen demnach. Grund sei, dass es im Krisenfall keine „Abschaltreihenfolge“ gebe.

Das passiert bei einer Mangellage von Gas oder Strom

„Im Falle einer Mangellage bei Gas oder Strom“ übernehme die Bundesnetzagentur die Funktion des Bundeslastverteilers. „Ihr obliegt dann in enger Abstimmung mit den Netzbetreibern die Verteilung von Gas oder Strom“, heißt es weiter in der Regierungsantwort. Graichen empfiehlt demnach, dass die Notstromaggregate eine Überbrückungszeit von 72 Stunden haben sollen.

Pilsinger kritisierte die Aufforderung der Bundesregierung. „Dass die Regierung die Anschaffung von Notstromaggregaten empfiehlt, ist ein Offenbarungseid“, sagte er der Zeitung. (mit afp)

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