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„Impfen und los“ Ryanair veröffentlicht umstrittenen Werbespot – Kunden laufen Sturm

Ryanair_Flugzeug_Werbespot

Ryanair muss einen umstrittenen Werbespot nach viel Kritik zurückziehen. Das Symbolfoto zeigt Ryanair-Flugzeuge im April 2020 auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn.

London – Die Tourismus-Branche leidet seit einem Jahr unter der Corona-Pandemie, die Einbußen in vielen Bereichen sind massiv. Die Billig-Airline Ryanair wollte den Verkauf von Flugtickets in Großbritannien mit einem Werbespot ankurbeln, doch das Vorhaben mit einem umstrittenen Clip ging nach hinten los.

  • Kritik nach Ryanair für Werbung zu Corona-Impfung
  • Tausende Beschwerden über TV-Spot der Fluggesellschaft
  • Behörde verbietet Ausstrahlung des Ryanair-Werbespots

Es hagelte Tausende Beschwerden, jetzt muss Ryanair den TV-Spot nach einem Urteil der britischen Werbeaufsichtsbehörde vom Mittwoch (3. Februar) sogar ganz zurückziehen.

Ryanair-Werbung rät Briten zur Urlaubsplanung nach Corona-Impfung

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Die Aussichten, die die irische Fluggesellschaft im Werbefilm verspricht, sind verlockend: Junge Menschen, die ausgelassen feiern und in einen Pool springen – ohne Masken oder Abstand. Dazu gibt es malerische Bilder aus Spanien, Italien, Portugal und Griechenland.

Keine Spur von der noch immer grassierenden Corona-Pandemie. Stattdessen der Aufruf: Die Menschen sollen mit Ryanair-Schnäppchen schon einmal ihren Urlaub für Ostern und die Sommerferien planen.

Veröffentlicht wurde der Clip zum Start der britischen Corona-Impfkampagne am 8. Dezember 2020. Unter dem Slogan „jab & go“ (Deutsch: „impfen und los“) wollte Ryanair die Briten zur Impfung motivieren. Anschließend, so der Gedanke, könne man wieder die schönen Seiten des Lebens genießen.

Ryanair muss Werbespot nach Tausenden Beschwerden zurückziehen

Tatsächlich wandten sich anschließend etliche Leute an Ryanair – allerdings nicht um Flüge zu buchen, sondern um über das Video zu poltern. Auch bei der Werbeaufsichtsbehörde gingen reihenweise Beschwerden ein: Insgesamt 2370 Meldungen wurden in den Tagen nach der ersten Ausstrahlung registriert.

Schließlich wurde die Behörde aktiv und untersagte eine weitere Verbreitung des Werbefilms. Sie kritisierte, Bürger könnten fälschlicherweise denken, eine Impfdosis reiche für den Corona-Schutz und Masken sowie Abstand seien nicht mehr nötig.

Ryanair selbst erklärte, sich an das Verbot zu halten, verteidigte den Werbespot jedoch. Er entspreche den von der Regierung versprochenen Zeitplänen zur Impfung der Bevölkerung.

Nachdem das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr fast eine Milliarde Euro Verlust gemacht hatte, ist damit auch der Start ins neue Jahr gründlich misslungen. (bc/afp)

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