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Zehn Tipps So schützen Sie sich vor Abzocke durch unseriöse Handwerker

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Mancher Schaden braucht sofort eine Lösung: Diese Not können unseriöse Handwerker finanziell ausnutzen.

Stuttgart – Wenn nur für das Öffnen einer Haustüre mehrere Hundert Euro fällig werden und für die Reinigung eines verstopften Abflusses gleich ein üppiger vierstelliger Betrag in Rechnung gestellt wird, dann haben unseriöse Handwerker neue Opfer gefunden.

„Ärger über überteuerte und unberechtigte Handwerkerrechnungen machen einen großen Teil unserer Arbeit aus“, berichtet Matthias Bauer von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Besonders leichte Beute machen unseriöse Dienstleister bei Notfällen im Haushalt, in denen schnelle Hilfe gefragt ist. „In dieser unangenehmen Situation sind die Verbraucher gestresst und nervös, das macht sie anfällig für überzogene Rechnungen.“

Zehn Tipps, wie Sie nicht zum Opfer von unseriösen Anbietern werden:

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Vorbereiten statt überraschen lassen

Man hilft sich selbst, indem man den Überraschungsmoment aus so einer Situation herauslöst. Man kann sich also mal über ortsansässige, zuverlässige Notdienste informieren und Empfehlungen von Nachbarn und Bekannten einholen.

Die Kontaktnummern dieser Anbieter werden im Smartphone gespeichert, bei Nachbarn hinterlegt oder an einer leicht zugänglichen Stelle - wie unter der Fußmatte - deponiert. Steht man ohne Schlüssel vor der eigenen Tür, weiß man direkt, wo man anrufen kann.

Einen Nachbarn zur Hilfe bitten

Doch auch ohne diese Vorbereitung ist man im Ernstfall windigen Handwerkern nicht hilflos ausgeliefert. Schon bei der telefonischen Kontaktaufnahme mit einem Notdienst sollte ein Zeuge, vielleicht ein Nachbar, mithören.

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Und: „Wenn Sie das Unternehmen nicht kennen, lassen Sie sich zuerst die Kontaktdaten und den Ansprechpartner geben“, rät Bauer. Dann sollte man das Problem möglichst genau beschreiben und schon einen Preisrahmen festlegen. Dieser wird durch den Stundenlohn, Anfahrtskosten und eventuelle Zuschläge für besondere Einsatzzeiten bestimmt: „Wenn ein Unternehmen am Telefon dazu keine klaren Angaben machen will, finde ich das verdächtig“, sagt der Verbraucherschützer.

Zeugen einbinden, die Smartphone-Kamera nutzen

Vor Ort muss man dann souverän bleiben, wenn unangenehme Überraschungen auftauchen. Etwa, wenn die Firma mit einem zusätzlichen Mitarbeiter anrückt, der nicht unbedingt erforderlich ist, aber zusätzliche Kosten verursacht. Besonders beliebt ist auch, bei einer einfachen Türöffnung das Schloss zu zerstören, um so einen teuren Neueinbau zu rechtfertigen.
Gegen beides können sich die Kunden wehren. Die Verbraucherzentrale rät: Genau hinschauen, Zeugen einbinden und Beweise mit der Smartphone-Kamera sichern.

Nur per Überweisung zahlen, nicht vor Ort

Die nächste Falle lauert beim Bezahlen: „Auf keinen Fall direkt bar oder am mobilen EC-Terminal zahlen, auch wenn die Notdienste darauf drängeln. Denn in diesem Fall ist das Geld weg“, warnt Bauer. Bei dubiosen Notdiensten sind Mitarbeiter darauf geschult, die Kunden so unter Druck zu setzen, dass diese überteuerte Rechnungen akzeptieren.

Notfalls die Polizei rufen

Im Zweifelsfall sollten Verbraucher nicht zögern, die Polizei zu rufen. „Wenn eine Rechnung offensichtlich überteuert ist oder gedroht wird, die eben geöffnete Wohnungstüre wieder zu schließen, stehen auch Straftaten wie Wucher oder Nötigung im Raum“, so Bauer.

Vorsicht bei reisenden Kolonnen

Doch nicht nur bei Notdiensten können Kunden an unseriöse Dienstleister geraten. Bei Verbraucherschützern berüchtigt sind reisende Kolonnen, die von Haustüre zu Haustüre ziehen.
Dabei wird vollmundig die Sanierung von Einfahrten, das Reinigen von Regenrinnen oder das Beseitigen angeblicher Dachschäden angeboten, am liebsten sofort und zu vermeintlich günstigen Bar-Preisen. Mitunter wird für diese Dienste mit Kleinanzeigen oder Flyern geworben.

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Lokale Anbieter wählen

Diese ortsfremden Betriebe sind oft nicht mehr erreichbar, wenn sich nach den Arbeiten Mängel oder Schäden zeigen. Auch die gesetzliche Gewährleistung lässt sich nicht durchsetzen. Lokale Anbieter aber bleiben ansprechbar, falls es zu Problemen kommt: „Viele Innungen und Handwerkskammern unterhalten Schlichtungsstellen, die bei Unstimmigkeiten zwischen Handwerker und Kunden vermitteln“, erklärt Carsten Müller-Oehring vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima.

Vorab Angebote einholen

Er rät: Für Arbeiten an Haus und Wohnungen sollte man Angebote einholen. „Auch der Firmenauftritt im Internet und die Schnelligkeit, mit der auf Kundenanfragen reagiert wird, können Anhaltspunkte für die Seriosität eines Unternehmens sein.“

Nicht immer ist kriminelle Energie im Spiel

Doch nicht immer steckt kriminelle Energie dahinter, wenn Kunden sich über den Tisch gezogen fühlen. „Neubauten und Sanierungen sind in den vergangenen Jahren immer anspruchsvoller geworden. Nicht jeder Handwerker ist dem fachlich gewachsen“, sagt Holger Schmidt vom Bauherren-Schutzbund. Dazu kommt die Neigung mancher Betriebe, so viele Aufträge wie möglich anzunehmen, die dann nicht zeitnah abgearbeitet werden können – für die Bauherren eine Geduldsprobe.

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Bezahlung nur nach Baufortschritt

Diese sollten sich sowohl bei der Auftragsvergabe wie auch bei der Überwachung der Baustelle fachkundigen Rat einholen. Zudem empfiehlt Schmidt, bei Vorschüssen zurückhaltend zu sein und nur nach Baufortschritt zu bezahlen. „Wenn erst einmal ein üppiger Vorschuss gezahlt wurde, fehlt das Instrument, die Handwerker zu Fortschritten an der Baustelle zu motivieren.“

Bis zur Bauabnahme muss der Handwerker nachweisen, dass er einwandfrei gearbeitet hat, danach liegt die Beweislast beim Bauherrn - und das kann teuer werden, weiß der Architekt Schmidt. „Ich habe schon halb fertige Keller gesehen, die wegen erheblicher Mängel wieder eingerissen werden mussten.“ Das hat weitreichende Folgen, nicht nur für den Geldbeutel des Auftraggebers: „Schon so manche Beziehung ist am Hausbau zerbrochen.“ (dpa/tmn)

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