5 Mitarbeiter packen aus Was die Crew auf Kreuzfahrten an deutschen Gästen nervt

Kreuzfahrt Gäste dpa

Kreuzfahrten sind beliebt, doch nicht alle Gäste benehmen sich auf den Schiffen so, dass sie auch bei der Crew gut ankommen. 

Köln – Rund um die Uhr freundlicher Service, das erhofft sich jeder Urlauber bei einer Kreuzfahrt von der Crew. Und die Mitarbeiter auf den Urlaubs-Dampfern geben sich alle Mühe. Doch was wünscht sich die Crew von den Urlaubern? Oder anders herum gefragt, welches Verhalten der Gäste geht gar nicht? Das Reiseportal Kreuzfahrtberater.de hat sich bei Mitarbeitern verschiedener Reedereien umgehört.

5 Crewmitglieder auf Kreuzfahrten sagen ehrlich, was sie am meisten an deutschen Gästen nervt: 

Barkeeperin Vanessa: Geizige Gäste

„Es ist kein Geheimnis, dass die Crew zwischen zehn und zwölf Stunden pro Tag arbeitet, häufig sogar noch länger. Besonders Mitarbeiter aus dem Servicebereich – wie Barkeeper, Kellner oder Reinigungskräfte für die Kabinen – verdienen dabei ein geringes Festgehalt und sind auf Trinkgelder angewiesen.“ Geben Gäste kein oder wenig Trinkgeld, seien die Mitarbeiter enttäuscht. Schließlich versuchten sie täglich 100 Prozent zu geben, ohne einen Tag Erholung. Diese Arbeit sollten Gäste würdigen.

Rezeptionist Thomas: Falscher Ton

Es komme immer wieder vor, dass Gäste nicht zufrieden sind. Schlimm sei es dann, in der Öffentlichkeit angeschrien zu werden, obwohl man selber nicht die Ursache des Problems ist, sondern helfen wolle. „Ich wünsche mir, dass Gäste bei ihren Anliegen freundlich bleiben, uns nicht beschimpfen oder gar beim Vorgesetzten anschwärzen. Wir sind monatelang auf See, von Familie und Freunden getrennt und absolvieren ein hohes Arbeitspensum, da wünschen wir uns zumindest ein bisschen Empathie und Wertschätzung.“

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Fitnesstrainerin Nadja: „Ohne Uniform wie Menschen zweiter Klasse behandelt“

„Crew-Mitglieder, die keine weiße Offiziersuniform tragen, weil sie keinen Offiziersstatus haben, werden von einigen Gästen wie Menschen zweiter Klasse behandelt. Manchmal werden wir nicht mal gesehen oder gegrüßt. Die Fitnesstrainerin wünscht sich, dass Gäste ihre höflichen Umgangsformen nicht vergessen.

Fotomanager Gonzo: „Nicht alle Mitarbeiter sprechen perfekt Deutsch“

„Deutsche Reedereien werben häufig mit dem Vorhandensein von deutschsprachigem Personal an Bord. Das stimmt auch, aber oft betrifft das sogenannte Schlüsselpositionen, wie Manager. Wir haben direkten Kontakt zu den Gästen, leiten aber nebenbei ein meist internationales Team.“ Gäste sollten deshalb nicht erwarten, dass jeder Mitarbeiter perfekt Deutsch spricht oder versteht. Wer dagegen als Gast ein paar Brocken Englisch spreche, komme viel leichter an Bord zurecht. Schon der Versuch allein, werde von der Crew sehr hochgeschätzt. 

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Maître Ilona: „Mecker-Mentalität“

„Eine auffällige Eigenheit von vielen deutschen Kreuzfahrturlaubern ist es, jede Gelegenheit zu nutzen, um an kostenlose Goodies zu kommen. Da hat sich eine regelrechte Beschwerdekultur entwickelt, um an geschenkte Getränkegutscheine, Sektflaschen oder sonstige Werbeartikel zu kommen.“ Oft würden kleine Mängel jedoch maßlos übertrieben oder Beschwerden sogar erfunden. Manche Gäste sollten mehr Menschlichkeit an den Tag legen, „anstatt ihre persönliche Unzufriedenheit mit künstlichem Meckern und einem Cocktail-Gutschein aufzuwerten.“ (ef)

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