Ferien damals und heuteWie krass sich unser Urlaub verändert hat

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Urlaub damals und heute: Viel hat sich verändert.

Köln – Online ein echtes Urlaubsschnäppchen entdeckt, mit dem Billigflieger geht es hin, das Hotel hat man natürlich auf einer Bewertungsplattform vorab gecheckt oder sich doch gleich für eine Privatwohnung auf Airbnb entschieden.

Direkt nach der Ankunft fünf SMS an die Lieben geschickt und auf Instagram die ersten Fotos vom Pool gepostet. So geht Urlaub heute.

Schon mal drüber nachgedacht, wie sehr sich unsere Ferien in fast allen Belangen verändert haben?

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Intensiveres Erleben

Abends aus dem tristen Alltag starten, morgens die Palmen sehen, dafür lebten in den 50ern und 60ern die Urlauber, schufteten elf Monate, um sich drei Wochen Paradies zu gönnen.

Ein so intensives Reiseerlebnis? Heute unvorstellbar, Urlaube sind selbstverständlich. In der Nachkriegszeit war’s anders:

Natürlich fuhr man mit dem Auto, ein anderes Reisegefühl: Erstmal Distanzen zurücklegen, sich dem Ziel langsam nähern. Dazu echte Hürden: Staus ohne Klimaanlage, vor jeder Grenze Passkontrolle...

Fliegen

Kostete früher ein Trip nach Spanien locker 400 bis 500 DM, heute sind es nur noch 70 Euro für Hin- und Rückflug. Sogar Fernflüge sind günstig.

Billig-Airlines lassen uns für ein Wochenende nach Barcelona oder Malle jetten. Was das für die Umwelt bedeutet, verdrängen viele. Die Spottpreise haben die Art des Urlaubens verändert...

Urlaubsdauer

Heute können sich immer mehr Leute gleich mehrere Trips im Jahr gönnen. Dadurch werden Urlaube kürzer, die klassischen „Drei-bis-vier-Wochen-im-Sommer“ sind zu „Zwei-bis-drei-Mal-zwei-Wochen-plus-Wochenendtrips“ geworden.

Trolley statt Tragekoffer

Den Reisekoffer zum Tragen sieht man so gut wie gar nicht mehr. Trolleys dominieren. Deren kleine Variante ist der Standardbegleiter für die Flieger-Kabine, schließlich kostet Aufgabegepäck oft extra, da stopfen Sparfüchse lieber den Mini-Trolley in die Gepäckfächer.

Andere Ziele, Heimat wieder beliebt

Angst erzeugte in den vergangenen Jahrzehnten der Terror. New York, Djerba, Madrid, London Marrakesch, Paris, Istanbul, Nizza, Sousse – all das lenkte Touri-Ströme um – zumindest kurzfristig.  Die Heimat als Urlaubsziel ist beliebter geworden, so die Tourismus-Analyse der Stiftung für Zukunftsfragen.

Heute bevorzugen fast 35 Prozent wieder Urlaub in der Heimat. Spanien und Italien bleiben Touri-Magneten, gefolgt von Österreich. Die Türkei und Ägypten sind wieder im Kommen.

Nicht zu vergessen: der Fernreisen-Boom! Noch nie waren mehr Bundesbürger im Urlaub außerhalb Europas unterwegs wie im Jahr 2017.

Lesen Sie hier: Das zahlen Rheinländer für ihren Sommerurlaub

Nachteil: Die Traum-Orte sind überfüllt.  Das haben wir uns selbst ausgesucht. Heute ist es wesentlich leichter und kostengünstiger, auch in entlegenere Gegenden zu kommen. Machen die meisten aber trotzdem nicht.

Überraschungen sind passé dank Bewertungsportalen

Früher war Reisen mit Zufällen verbunden – im Positiven wie im Negativen. Dank Hotel- und Restaurant-Bewertungsportalen ist ein krachender Reinfall unwahrscheinlicher.

Dafür landen immer mehr Touris an den gleichen Orten. Aha-Effekt? Neuentdeckung? Nö!

Unterkunft und Futtern: Ferienwohnung ist Trend

Hotelurlaub in Bettenburgen ist out. Ferienwohnungen liegen im Trend, gerne auch Privatunterkünfte. Schon Ende der 80er wollte nur noch ein Viertel der Pauschaltouristen Vollpension, zu Beginn der 70er war es noch die Hälfte.

Sich zurechtfinden: Das Navi ändert alles

Sie haben einen Ort gesucht, sich verfahren und sind an einem  noch schöneren Platz herausgekommen? In Zeiten von Navi und Google Street View kaum möglich. Haben Sie auch tolle Bekanntschaften gemacht, weil sie nach dem Weg fragen mussten? Vorbei.

Kommunikation: Roaming macht's möglich

Nachhören, wie es Oma geht, ob die Nachbarn die Post reingeholt haben? Früher ein Akt: Münzen besorgen, Telefonzelle sichern, auf gute Verbindung hoffen. Da machte man nur ein Mal die Woche Meldung. Heute gibt’s stündliche Updates, Roaming und Skype sei Dank.

Roaming: Darum ist das Surfen im EU-Ausland manchmal trotzdem teurer (hier mehr dazu lesen)

Foto-Erinnerungen damals und heute

Urlaub ist Freizeitstress. An jeder Sehenswürdigkeit muss ein Selfie sein. Früher hatte man auf dem Film nur 36 Bilder. Man wusste nicht, ob der Schnappschuss verwackelt war. Aufgeregt stand man Wochen später im Fotoladen... Heute hat man 1023 Fotos allein vom letzten Wochenendtrip.

Urlaubsgrüße: Postkarte adé

Quietschende Drehständer mit Postkarten gibt es zwar noch, aber handgeschriebene Ansichtskarten sind passé. Das Smartphone sendet Grüße und Fotos in Echtzeit. Posts in sozialen Netzwerken bis zum Overkill. Vorteil: weniger Aufwand. Nachteil: In den Netzwerken lesen auch Einbrecher mit...