Ausufernde Hochzeiten Appell an Paare: Treibt es bitte nicht zu doll mit der Feier

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Hochzeitsfotos gibt’s kaum noch im heimischen Garten, sondern oft vor malerischer Kulisse im Süden – und alle müssen natürlich mitreisen.

Antrag, Verlobungsfeier, Junggesellenabschied, die pompöse Hochzeit – alles muss heute ein Event sein. Scheint ja erstmal eine Entscheidung des Brautpaares zu sein. Aber Freunde und Verwandte betrifft es auch, wenn alles immer aufwendiger wird. Zwei EXPRESS-Kolleginnen schildern anonym (weil sie ja niemanden vor den Kopf stoßen und weiterhin zu Hochzeiten eingeladen werden wollen) ihre Erlebnisse – und mahnen: Freunde, weniger ist manchmal mehr!

Schon bei den Heiratsanträgen muss es heute etwas Besonderes sein: Strand oder Pool statt kleines Restaurant um die Ecke oder heimischem Garten. Bei manchen reicht gerade so die eindrucksvolle Kulisse des Grand Canyons. Beliebt sind auch der Eiffelturm, Venedig oder der Central Park.

Freunde zahlen drauf

Sie könnten einem fast leid tun, die Paare. Geltungszwang und Erwartungsdruck. Aber sie verlangen auch viel von Freunden und Verwandten. Als guter Freund/ gute Freundin bleibt einem kaum eine andere Wahl, als den Flug nach Kalifornien zu buchen, wenn dort ganz in Weiß am Strand geheiratet werden soll. Um dann zu stornieren, wenn das Brautpaar feststellt, dass es plötzlich Nachwuchs erwartet und doch lieber ganz traditionell im Dorf der Eltern heiraten will.

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Hochzeit in klein?

Als gute Freunde besucht man natürlich nicht nur die Hochzeit, sondern auch alle anderen Events, die die Vorfreude auf den eigentlichen großen Tag steigern sollen. Da gibt es die Verlobungsfeier – eine Hochzeit in klein, eben nur ohne Trauzeremonie. 100 Euro für das Geschenk sind fällig. Kleidung braucht man auch und die Anreise schlägt auch noch zu Buche, womöglich noch die Übernachtungskosten.

Mittlerweile zerbrechen schon Freundschaften über der Frage, wohin es beim Junggesellinnenabschied geht – Amsterdam, Barcelona oder doch Dublin? Wirklich schon erlebt. Der nächste Kostenpunkt für das Konto, 200 Euro pro Person futsch. Die Kosten für so einen „JGA“ steigen schnell: Tickets für die Bahn, Hotelzimmer, Programmpunkte wie Pole-Dance-Kurs oder Weinprobe, Eintritt für Clubs und Alkohol.

Taugt es für Instagram?

Und dann die Hochzeit: Kleine Feier im Gemeindehaus oder im Partykeller? Sowas von gestern. Egal ob am Strand von Mallorca, im Schloss oder einem Romantikhotel – es muss eine instagram-taugliche Umgebung sein, oder? Ob es fürs Paar und die Gäste in einer schön dekorierten Halle in der Nähe des Wohnorts nicht viel stressfreier gewesen wäre? Egal, scheint nicht zu zählen.

Stress pur

Gute Freunde bereiten für die Hochzeitsfeier selbstverständlich Programmpunkte vor. Im Kleiderschrank hängen dann nicht nur die verschiedenen Outfits für die Feiern (man kann ja nicht bei allen das Gleiche tragen, allein schon wegen Instagram), sondern auch noch lustige Kostüme und Co. für Vorträge aller Art.
Dazu kommt noch ein Hochzeitsgeschenk, die Anreise, wieder ein bis zwei Übernachtungen. Eine einzige Hochzeit schlägt bei den Gästen dann locker mit 400 Euro plus zu Buche. Kann sich nicht jeder leisten. Ja, das ist ein kleiner Betrag im Vergleich zu dem, was das Brautpaar hinblättert. Aber vielleicht sollten sich Paare auch vor Augen führen, dass die meisten Gäste denken: Ihr selbst und eure Liebe machen die Feier schön! Alles andere ist Deko.

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