Mickie Krause Blasenkrebs Experten-Team kritisiert Urintest: „Keine Hinweise auf Nutzen“

Bei Mickie Krause wurde im Januar Blasenkrebs festgestellt. Inzwischen wurde er operiert. Ein Mediziner erklärt: Die Warnzeichen und die Behandlungsmethoden.

Partysänger Mickie Krause: Bei dem 51-Jährigen war während der Dreharbeiten für die Fernsehshow „Showtime of My Life - Stars gegen Krebs“ Anfang Januar Blasenkrebs festgestellt worden.

Kurz nach der Schock-Diagnose wurde der Mallorca-Star operiert, hat alles gut überstanden. Es gehe ihm wirklich sehr gut, versicherte er in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er habe zwar aufgrund eines Blutgerinnsels in der Blase drei Tage nach dem ersten Eingriff ein weiteres Mal operiert werden müssen. „Aber ich hatte zu keinem Moment Beschwerden, es ging mir zu keinem Moment wirklich schlecht, ich konnte zum Beispiel nach eineinhalb Wochen schon wieder ganz normal joggen gehen.“

Das sind die Warnzeichen, die auf Blasenkrebs hindeuten?

Ende Februar soll Krause ein drittes Mal operiert werden. Zudem soll im April eine Immuntherapie starten. Mediziner Dr. Murat Dagdelen erklärt im Video oben Warnzeichen, die auf Blasenkrebs hindeuten können und wie die Behandlungsmethoden sind.

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Für viele stellt sich die Frage: Hätte bei Mickie Krause Blasenkrebs durch eine Vorsorgeuntersuchung schon früher erkannt werden können?

In einem Bericht, den der „Medizinische Dienst Bund“ veröffentlicht hat, heißt es dazu: Knapp 6000 Menschen, zwei Drittel davon Männer, sterben jährlich an Harnblasenkrebs. Keiner der auf dem Markt angebotenen Tests zur Früherkennung ist bislang eine Pflicht-Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Diese Tests werden von Ärzten als IGeL angeboten. Einer von ihnen ist der NMP22-Test, der in einer Urinprobe eine von Tumoren vermehrt gebildete Substanz nachweist.

Blasenkrebs: Urintest nicht aussagekräftig genug

Allerdings wurden keine Studien gefunden, die den Nutzen des Tests untersuchen. Selbst die Treffsicherheit des Tests ist nur sehr mangelhaft untersucht. In Studien mit Hochrisikogruppen zeigte sich, dass sich die allermeisten positiven Testbefunde am Ende als Fehlalarm herausstellen. Zudem übersieht der Test Tumore. Vor allem die Fehlalarme führen zu unnötigen, auch belastenden Abklärungsuntersuchungen.

„Wir sehen insgesamt keine Hinweise auf einen Nutzen, aber Hinweise auf geringe Schäden“, lautet das Fazit des Experten-Teams des „Medizinischen Dienst Bund“. Heißt: Vermutlich hätte man bei Mickie Krause den Blasenkrebs nicht früher diagnostizieren können.

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