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Lockdown schlägt aufs Gemüt Psychologin gibt Tipps, um den Tag positiv zu starten

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Obwohl mittlerweile wohl wirklich jeden der Lockdown nervt, ziehen die meisten immer noch mit: Laut aktueller Umfrage wünschen sich 40 Prozent sogar noch härtere Maßnahmen, bei den Jugendlichen sind das sogar 50 Prozent.

Köln – Hand aufs Herz: Wer hat jüngst ein Telefonat geführt, in dem nicht der Satz „Mir reicht’s langsam mit Corona“ vorkam? Die langen Monate des Lockdowns zehren an den Nerven, die Sehnsucht nach Normalität und Sozialkontakten nimmt zu.

  • Warum die Corona-Pandemie uns gerade jetzt so runter zieht
  • Umfrage macht Mut: Die Deutschen wollen weiter tapfer bleiben
  • Wie man den Tag mit den richtigen Fragen in eine positive Richtung lenken kann

Am Mittwoch (10. Februar) will die Kanzlerin auf einem Corona-Gipfel das weitere Vorgehen beraten, dämpft jedoch schon jetzt Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Lockdowns. Typisch deutsch: Obwohl alle klagen, würden sie nach einer neuen Umfrage dennoch weiterhin mitziehen!

Lockdown: Fünf Monate würden die meisten noch aushalten

Eine aktuelle Studie des Instituts für Generationenforschung wartet mit erstaunlichen Erkenntnissen auf: Auf die Frage, wie lange man den Lockdown noch aushalten könne, antworten sowohl Jüngere als auch ältere im Schnitt: „Fünf Monate halten wir das noch durch!“

Na, hoffentlich! Denn der Wille mag noch da sein, das Virus zu besiegen, aber das Fleisch ist schwach. Für viele wird die Pandemie zur (Durch)hängepartie. Die Umfragen des Instituts ergeben nämlich auch, dass wir entschieden ungesünder leben als vorher.

Rüdiger Maas, Psychologe und Generationenforscher: „Am auffälligsten waren die Unterschiede im Sportverhalten und in der Ernährung während der Corona-Pandemie. Vor allem die jüngeren Befragten leben gerade deutlich ungesünder, was einen erheblichen Einfluss auf die Zukunft dieser Generation haben wird.“

Er sorgt sich vor allem um die Jugend: „Die Unter-26-Jährigen haben den Konsum von Streamingdiensten durch Corona sogar noch um 48 Prozent gesteigert. Viele davon chatten parallel. Die langfristigen Auswirkungen auf die Konzentration sind verheerend.“

Bildungsniveau im Lockdown sinkt: Struktureller Analphabetismus droht

Düstere Aussichten, die viele teilen. Fast 80 Prozent befürchten, dass das Bildungsniveau sinkt. NRW-Kinderminister Joachim Stamp sprach in „Stern-TV“ gar von einem „strukturellen Analphabetismus“, den wir uns heranerziehen würden.

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NRW-Kinderminister Joachim Stamp

Und das wird Konsequenzen für den Arbeitsmarkt haben: 70 Prozent der Jüngeren glauben, dass ein stärkerer Konkurrenzdruck auf sie zukommen wird. Jeder Dritte vermutet, dass in Zukunft die Löhne sinken – dabei hat sich die finanzielle Lage wegen Corona jetzt schon bei jedem Fünften verschlechtert.

Corona-Lockdown: Bloß nicht phlegmatisch werden

Aber es gibt zumindest auch Veränderungen, die mittlerweile positiv bewertet werden. Das Institut startet seit Beginn des ersten Lockdowns regelmäßig Umfragen, die Aufschluss über unsere Gesellschaft geben. Maas: „Der Deutsche mag keine schnellen Wechsel. Alles soll gleich bleiben. Anfangs zum Beispiel waren viele gegen Homeoffice, nach einem Monat fanden sie es super.“

In diesem Zusammenhang warnt der Psychologe vor dem Phlegmatismus, der sich bei vielen in den heimischen vier Wänden breit mache: „Es wird ganz schwer, den nach dem Lockdown wieder abzuschütteln.“ Er rät, jetzt schon eine Brücke für die „Zeit danach“ zu bauen: „Fahren Sie das Streamen Stück für Stück wieder runter, ziehen Sie sich so an, als wollten Sie ins Büro gehen, suchen Sie sich einen Sport, der Ihnen Spaß macht und den Sie auch nach dem Lockdown weiterführen wollen.“

Was bringt die Zukunft nach Corona?

Wird unser Leben irgendwann so wie früher? Zukunftsforscher Horst Opaschowski hat gerade das Buch „Die semiglückliche Gesellschaft: Das neue Leben der Deutschen auf dem Weg in die Post-Corona-Zeit“ herausgegeben und glaubt: „Es existiert Sorge über das, was an Ungewissem kommt, aber auch Freude über das, was besser wird.“ Werte wie Generationensolidarität, Zeitwohlstand, Beziehungsreichtum seien als neue Lebensqualitäten hinzugekommen.

Beispiele: Psychisch wieder down im Corona-Lockdown

Der Lockdown ist gerade für Menschen mit psychischen Problemen eine Herausforderung. Wie zum Beispiel für Detlef Nothhelfer (59) aus Köln. Er schildert sein Schicksal: „Ich litt nach einem langen Arbeitsrechtsstreit unter Burnout und Depressionen, musste starke Antidepressiva nehmen. 2018 fing ich bei Wolters als Bimmelbahnfahrer an. Mein Traumjob. Ich war einfach nur glücklich, konnte die Tabletten sogar bald absetzen. Dann der Lockdown, 100 Prozent Kurzarbeit. Wie geht es weiter? Verkraftet der Betrieb den ausbleibenden Tourismus? Wir werden doch die Letzten sein, die wieder aufmachen können.“

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Detlef Notthelfer hält sich sehr streng an die Corona-Regeln.

Nothhelfer hält sich sehr streng an die Corona-Regeln. „Ich besuche nur meine Eltern. Ich werden auch noch weiter durchhalten, wenn’s sein muss. Ach, ich darf gar nicht daran denken, dass ich Weiberfastnacht mit meiner Frau in der lachenden Lanxess-Arena gesessen hätte... Die Tabletten muss ich auch wieder nehmen, um klar zu kommen. Abwechslung in den Alltag bringt nur mein neues Hobby: Ausgefallen kochen.“

Homeschooling in Corona-Zeiten: Friseursalon wäre „wie Urlaub“

Alle reden bei den Friseuren nur über die finanziellen Einbußen. Yeliz Colenbrander (37) vermisst vor allem den Job selbst – und die Abwechslung. Zwei bis drei Tage in der Woche wieder in ihrem Laden „Joy of Hair“ zu stehen, sei für sie „wie Urlaub“, sagt sie.

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Yeliz Colenbrander ist es leid, nur zu Hause zu sein. Sie freut sich darauf, ihr Friseurgeschäft "Joy of Hair" in Köln wieder zu eröffnen.

Denn ein kleines und ein größeres Kind zu Hause, all die Schwierigkeiten mit Homeschooling, das zehre mittlerweile schon sehr an den Nerven, gibt sie zu. Ihr geht’s wie vielen, wenn sie täglich am Herd steht: „Ich sehne mich einfach danach, endlich mal wieder schön essen zu gehen, Freunde zu treffen, einfach nach einem ganz normalen Leben mit vielen Sozialkontakten.“

Corona: Psychologin gibt Tipps, um den Tag positiv zu starten

Wie kann man den Corona-Frust besiegen? EXPRESS fragte die Psychologin und Bestsellerautorin Ulrike Scheuermann.

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Ulrike Scheuermann gibt Tipps in „Immunbooster Selbstliebe“ (8 Euro).

Sie weiß aus ihrer Praxis: „Viele Menschen grübeln derzeit sehr. Die Gedanken kreisen. Das Denken führt jedoch zu nichts, frisst enorm viel Energie, hält in negativer Stimmung fest und verhindert Selbstliebe.“ Doch gerade die sei so wichtig zur Stärkung des Immunsystems. Was also tun?Ihr einfacher Tipp: „Etwas tun!“

Nur einige Beispiele: Prominente wie die Starköchin Cornelia Poletto haben das Stricken für sich entdeckt, der Zulauf bei Schachvereinen ist enorm, viele zieht es in die Natur. Die Psychologin rät zudem, schon nach dem Aufwachen den Schalter auf „Positiv“ zu stellen.

Fragen Sie sich morgens:

  • Wofür sind Sie heute früh dankbar? Je mehr Anlässe fürs Dankbarsein man schon morgens findet, desto mehr Anlässe werden sich dazugesellen.
  • Was löst Freude bei Ihnen aus, was ist das Wichtigste, wenn Sie an den Tag denken?
  • Wem fühlen Sie sich heute besonders in Liebe verbunden und möchten der Person etwas geben? Einen Anruf, eine Nachricht, eine Hilfestellung, einen Dank?

Fragen Sie sich jeden Abend:

  • Wofür sind Sie dankbar? Je mehr Anlässe wir finden, umso beschenkter und reicher fühlen wir uns.
  • Was haben Sie heute gelernt, auch aus dem, was schwierig für Sie war? Wenn der Tag nicht Ihr Freund war, war er Ihr Lehrer. Wenn man Schwieriges als Lernerfahrung anstatt als Misserfolg bewertet, hilft das auch, sich weiterhin selbst zu lieben.
  • Was nehmen Sie im Rückblick als Wichtigstes aus diesem Tag mit?