Krebsvorsorge Diese Untersuchungen sind jetzt sinnvoll – aber Experten äußern auch Zweifel

Zur Krebsvorsorge sollte jeder – aber welche Untersuchung macht Sinn und was zahlt die Krankenkasse? Hier der große Überblick.

Regelmäßige Krebsvorsorge verbessert die Chancen im Kampf gegen Tumore. Seit Beginn der Corona-Pandemie ist jedoch die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen dramatisch zurückgegangen.

Viele haben offenbar Angst, sich im Wartezimmer oder bei der Untersuchung anzustecken. Das sollte aber kein Grund sein, wichtige Vorsorgetermine oder auch notwendige Behandlungen hinauszuschieben oder gar nicht wahrzunehmen. Aber welche Vorsorgetermine gibt es? Ab welchem Alter sollte ich sie machen? Und was zahlt die Kasse?

Krebsvorsorge: Welche Untersuchungen zahlt die Krankenkasse?

Die Verbraucherzentrale gibt dazu einen genauen Überblick. Diese Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

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  • ab 18 Jahren bis zum Alter von 35 Jahren (Frauen und Männer): ein einmaliger, allgemeiner Check-up
  • ab 20 Jahren (Frauen): einmal pro Jahr eine Genitaluntersuchung zur Früherkennung von Krebserkrankungen
  • bis 25 Jahre (Frauen): jährlicher Test auf eine Infektion mit Chlamydien
  • ab 30 Jahren (Frauen): Zur Krebsvorsorge kommt eine jährliche Brust- und Hautuntersuchung hinzu. Achten Sie darauf, dass Sie dabei zur regelmäßigen Früherkennung in die Selbstuntersuchung der Brust eingewiesen werden.
  • ab 35 Jahren (Frauen): alle drei Jahre ein kombiniertes Screening aus zytologischer Untersuchung und HPV-Test
  • ab 35 Jahren (Frauen und Männer): Alle drei Jahre ein allgemeiner Gesundheits-Check-Up zur Früherkennung zum Beispiel von Nieren-, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Innerhalb des Check-Ups: Ab Herbst 2021 außerdem einmalig ein Screening auf eine Hepatitis B- und Hepatitis C-Virusinfektion.
  • ab 35 Jahren (Frauen und Männer): Alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening (Früherkennung). Dabei wird die Haut des gesamten Körpers in Augenschein genommen.
  • ab 45 Jahren (Männer): jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung der Genitalien und Prostata
  • ab 50 Jahren (Frauen): Früherkennung von Darmkrebs - und zwar als jährlicher Test auf verborgenes Blut im Stuhl.
  • ab 50 Jahren (Männer): Früherkennung von Darmkrebs - und zwar im Alter von 50 bis 54 Jahren wahlweise als jährlicher Test auf verborgenes Blut im Stuhl oder ab 50 Jahren durch zwei Darmspiegelungen im Mindestabstand von zehn Jahren.
  • ab 50 bis 69 Jahren (Frauen): Zur Früherkennung von Brustkrebs erhalten Sie alle zwei Jahre eine Einladung zum Mammografie-Screening.
  • ab 55 Jahren (Frauen): Früherkennung von Darmkrebs - und zwar wahlweise alle zwei Jahre als Test auf verborgenes Blut im Stuhl oder durch zwei Darmspiegelungen im Mindestabstand von zehn Jahren.
  • ab 65 Jahren (Männer): einmaliger Anspruch auf eine Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung von Aneurysmen der Bauchschlagader

Welche Krebserkrankungen kommen besonders häufig vor?

Krebs kann in den verschiedensten Organen des Körpers auftreten. Ausgangspunkt der meisten Krebskrankheiten sind die inneren und äußeren Körperoberflächen. Das Robert Koch-Institut hat hierzu eine Grafik veröffentlicht, die zeigt, welche Krebsarten je nach Geschlecht am häufigsten auftreten.

Die Grafik gibt einen Überblick, welche Krebsarten je nach Geschlecht am häufigsten auftreten.

Die Grafik gibt einen Überblick, welche Krebsarten je nach Geschlecht am häufigsten auftreten.

Für Lungenkrebs und Tumore im Atemwegsbereich (Bronchialkarzinome), die die zweithäufigste Krebsart bei Männern darstellen, gibt es keine Vorsorgeuntersuchungen, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Das gilt auch für Harnblasenkrebs.

Das Team des IGeL-Monitors mit Sitz in Essen schreibt dazu: Knapp 6000 Menschen, zwei Drittel davon Männer, sterben jährlich an Harnblasenkrebs. Keiner der auf dem Markt angebotenen Tests zur Früherkennung ist bislang eine Pflicht-Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Ob diese Tests – wie zum Beispiel der NMP22-Test – sinnvoll sind, bezweifeln die Experten. Nur bei Risikopatienten und Risikopatientinnen wie Rauchern oder bestimmten Berufsgruppen (beispielsweise Chemikern) werden diese Tests empfohlen.

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