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Durchbruch in der Forschung? Ameisen können Krankheit erschnüffeln

Ameise auf einer Glasscheibe.

Ameisen können Krebszellen an ihrem Geruch erkennen. Das Symbolbild wurde am 30. Mai 2021 aufgenommen.

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Eine aktuelle Studie der Universität Sorbonne Paris Nord hat herausgefunden, dass Ameisen Krebszellen anhand ihres einzigartigen Geruchs erschnüffeln können.

Im Gegensatz zu anderen Tieren benötigen Ameisen nur wenige Trainingseinheiten, um den Geruch von Krebszellen zu erlernen. Das macht sie den Forschenden zufolge „praktikabler, schneller und weniger arbeitsaufwändig“.

Forschende erkennen: Ameisen können Krebszellen riechen

Während des Zellwachstums produzieren Krebszellen bestimmte Verbindungen, die mit hochempfindlichen Geräten nachgewiesen oder von Tieren mit besonders sensiblen Nasen „gerochen“ werden können. Jüngste Forschungen zeigten zum Beispiel, dass Hunde Lungenkrebs mit fast 97-prozentiger Genauigkeit erschnüffeln können.

Hunde auszubilden, ist jedoch ein langwieriger und kostspieliger Prozess. Daher konzentrierte sich die aktuelle Forschung von Dr. Baptiste Piqueret und Team an der Universität Sorbonne Paris Nord auf die Untersuchung von Ameisen, die leicht zu züchten und kostengünstig sind.

Die Ameisenart Formica fusca bewies bereits in früheren Studien, dass sie schnell lernt. Die Forschenden richteten eine Arena ein, in der eine einzelne Ameise ein leeres Röhrchen und eines mit gezüchteten Krebszellen vorfand. Dann begannen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mithilfe von Belohnungen (wie einer Zuckerlösung), die Ameise auf die Erkennung der Unterschiede zu konditionieren.

Innerhalb weniger Minuten suchte die Ameise nach dem Krebsgeruch, in der Hoffnung, eine Belohnung zu finden. Den Forschenden zufolge beweist dies, dass die Tiere die Anwesenheit von Krebszellen wahrnehmen können.

„Sie können in weniger als drei Konditionierungsversuchen trainiert werden (was in wenigen Minuten möglich ist), sind sehr widerstandsfähig gegen Aussterben und können nach dem Training mehrmals getestet werden“, erklärte Piqueret in einem Auszug aus der Schlussfolgerung der Studie.

Weiter heißt es dort: „Ameisen der Art F. fusca sind ebenfalls leicht verfügbar, bilden Nester mit Tausenden von Individuen, sind nicht besonders aggressiv (sie beißen und stechen nicht) und zeigen in Gedächtnistests hohe und stabile Leistungen (die korrekten Antworten können leicht über 95 % liegen) wie ein Hund, der das wichtigste Schnüffeltier zur Krebserkennung ist.“

Werden Ameisen in Zukunft beim Menschen eingesetzt?

Im weiteren Verlauf der Studie konnten die Ameisen ebenso gut wie Hunde zwischen zwei verschiedenen Arten von Brustkrebs unterscheiden. Dennoch sind die intelligenten Insekten noch weit davon entfernt, für eine echte medizinische Diagnose eingesetzt zu werden.

„Der menschliche Körper besteht nicht aus einem einzigen Zelltyp, sondern aus einer Vielzahl von Zellen. Wir müssen nun prüfen, ob es möglich ist, Ameisen für die Krebserkennung einzusetzen, indem wir einen ganzen Organismus mit Krebs und einen ganzen Organismus ohne Krebs vergleichen. Sobald dies geschehen ist, könnten wir die Fähigkeiten der Ameisen mit einem menschlichen Körper als Geruchsquelle testen“, sagt Dr. Piqueret.

Da die Akzeptanz bei Patientinnen und Patienten entscheidend ist, sollen die Ameisen nicht direkt am Menschen eingesetzt werden, sondern Körperflüssigkeiten wie Schweiß, Urin oder Speichel zum Trainieren und Testen verwendet werden. (gnm)

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