U-Bahn, Büro, Restaurant, Freizeit? Hier stecken sich aktuell die meisten Menschen mit Corona an

Einkaufstrubel zwischen den Jahren: Ein Bildschirm in einer Einkaufsstraße in der Kölner Innenstadt wirbt Ende Dezember für die Boosterimpfung. Das RKI schlüsselt bei einem kleinen Teil der Neuinfektionen auf, an welchen Orten sie stattfinden.

Einkaufstrubel zwischen den Jahren: Ein Bildschirm in einer Einkaufsstraße in der Kölner Innenstadt wirbt Ende Dezember für die Boosterimpfung. Das RKI schlüsselt bei einem kleinen Teil der Neuinfektionen auf, an welchen Orten sie stattfinden.

Die Corona-Variante Omikron prescht in Deutschland und in Europa immer weiter vor, täglich werden neue Höchststände vermeldet. Doch wo verbreitet sich das Virus eigentlich aktuell, wo finden die meisten Infektionen statt? Das RKI hat nun neue Daten hierzu veröffentlicht.

Die Zahl der binnen eines Tages ans Robert Koch-Institut (RKI) übermittelten Corona-Neuinfektionen hat am Donnerstag (13. Januar) erneut einen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten 81.417 Fälle in 24 Stunden. Am Mittwoch hatte die Zahl erstmals die Schwelle von 80 000 überschritten. Vor genau einer Woche waren es 64.340 erfasste Neuinfektionen, wobei es im Zuge der Feiertage noch Lücken bei Tests und Meldungen gegeben hatte.

Doch wo infizieren sich die Menschen eigentlich derzeit? Sind es die öffentlichen Verkehrsmittel, in denen sie in die Büros fahren? Oder sind es die Arbeitsplätze selbst? Oder sind es gar die Restaurants?

Das RKI hat nun eine Tabelle veröffentlicht, die aktuell gemeldete Corona-Fälle, die von den Gesundheitsbehörden einem Ausbruch zugeordnet wurden, nach Infektionsumfeld aufschlüsselt, Setting genannt. Dadurch wird klar, an welchem Ort die Ansteckung wahrscheinlich stattgefunden hat. 

RKI: Die meisten Infektionen können nicht zugeordnet werden

Klar ist: Ein sehr großer Teil der gemeldeten Infektionen kann keinem Ansteckungsort zugeordnet werden. Das RKI hat auf Anfrage von „Focus Online“ erklärt, dass es viele Settings gebe, „in denen Ausbrüche schwer erkannt werden, weil die Betroffenen die engen Kontakte dort üblicherweise nicht kennen.“ Nur ein eher kleiner Teil der Fallzahlen von den Gesundheitsämtern könne einem Ausbruch zugeordnet werden. Das erschwere es, konkrete Ansteckungsorte festzumachen.

Das erklärt auch, warum in der Tabelle des RKI der allergrößte Teil der Fälle keinem Setting zugeordnet werden kann: Von 205.957 Fällen, die in der 52. Kalenderwoche (27. Dezember bis 2. Januar) erfasst worden sind, sind 198.287 ohne Ausbruch erfasst. Bei weiteren 1080 ist der Ort unbekannt. Heißt also: Der Ursprung des Großteils aller Ansteckungen ist unbekannt.

RKI: Hier stecken sich die meisten Menschen mit Corona an

Die übrigen erfassten Fälle verteilen sich laut RKI so (wir zeigen eine Auswahl):

  • Privater Haushalt: Die allermeisten Neuinfektionen finden im privaten Umfeld statt: 4.360.
  • Alten-/Pflegeheim: 587 Neuinfektionen
  • Freizeit: 169
  • Restaurant/Speisestätte: 161
  • Ausbildungsstätte: 147
  • Krankenhaus: 132
  • Kindergarten und Hort: 124
  • Arbeitsplatz: 100
  • Wohnheim: 70
  • Seniorentagesstätte: 48
  • Verkehrsmittel: 13
  • Übernachtung: 5

In vielen Bundesländern sind zuletzt 2G- und 2G-Plus-Regelungen eingeführt worden, bei denen nur Geimpfte und Genesene Zugang zu Orten wie Restaurants, Bars und Theatern bekommen. Auch Experten sind sich sicher: Mit 2G könne es gelingen, das Infektionsrisiko vor allem für die Ungeimpften im öffentlichen Bereich zu senken.

Corona: Die meisten Infektionen finden im Privaten statt

Die Statistik des RKI zeigt aber auch, dass das Virus noch immer in Haushalte eingeschleppt wird und im privaten Umfeld stattfinden. Auch deshalb wurden zusätzliche Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte nötig.

Nehmen an privaten Treffen Personen teil, die weder geimpft noch genesen sind, dürfen nur noch Personen des eigenen Haushalts sowie höchstens zwei weitere Personen eines weiteren Haushalts zusammenkommen (Kinder bis 14 Jahren ausgenommen).

Schon seit Beginn der Pandemie zeigen die Auswertungen des RKI, dass die meisten Corona-Ausbrüche im Privaten stattfinden. Dort kommen sich die Menschen nahe, fühlen sich sicher, sind deshalb womöglich auch unvorsichtiger, wie Studien zeigen.

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