Menno Wer Sport treibt und trotzdem zunimmt, macht einen gravierenden Fehler

Frau kriegt die Jeans nicht mehr zu

Wer Sport treibt und trotzdem nicht abnimmt, begeht wahrscheinlich einen folgenschweren Denkfehler.

Köln – Wer abnehmen will, muss mehr Kalorien verbrennen als er oder sie aufnimmt. Das gelingt besonders gut durch sportliche Betätigung, denn die regt den Stoffwechsel an. Doch gerade das Sport treiben führt bei vielen Menschen zu einem folgenreichen Denkfehler – und zwar nach dem Training. 

Viele kennen das tolle Gefühl danach: endlich hat man sich mal aufgerafft und sich dazu noch richtig angestrengt. Man meint geradezu zu spüren, wie die Pfunde von den Hüften purzeln. Und nach einer derart schweißtreibenden Einheit darf man sich doch auch ruhig mal was Leckeres zu essen gönnen, oder? Das Problem dabei ist nur: Mancher ist derart beflügelt, dass er beim Essen danach richtig zuschlägt.

Testpersonen trieben regelmäßig Sport

Ein Phänomen, dem sich jetzt auch eine britische Wissenschaftlerin gewidmet hat. Dr. Lewis James, die als Ernährungsspezialistin an der Loughborough University arbeitet, verglich das Essverhalten von 40 Teilnehmern an Ruhe- und an Trainingstagen. Sie fand heraus: Die Sporttreibenden aßen nach dem Training fast ein Viertel mehr, weil „sie das Gefühl hatten, dass sie es verdienen“, so die Studienautorin James. 

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Und so lief die Studie ab: 40 Testpersonen, die alle nachweislich gesund, Nichtraucher und mindestens drei bis viermal in der Woche Sport trieben, sollten sich zwei Szenarien vorstellen. Erstens einen ganz normalen Sporttag: morgens ein Frühstück und dann, zwischen 10 und 11 Uhr, eine Sporteinheit. Zum Mittagessen gab es Nudeln mit Tomatensoße und Käse sowie Schokoladenkonfekt zum Nachtisch mit der Maßgabe, sich soviel zu nehmen, dass es bis zum Abendessen satt macht. Im zweiten Szenario sollten sich die Teilnehmer einen fiktiven Ruhetag vorstellen, das heißt ohne Sporteinheit, aber zum Beispiel mit leichten Aufgaben im Haushalt. Und sich auch danach wieder eine entsprechende Portion zuteilen.

An Sporttagen waren die Portionen 25 Prozent größer

Das fanden die Forscher heraus: An Sporttagen nahmen sich die Testpersonen fast ein Viertel mehr als an Ruhetagen – rund 150 Kalorien. Die Studienleiterin erklärt die Folge des Denkfehlers: „Die Erhöhung der Energieaufnahme könnte die durch Bewegung ausgelöste negative Energiebilanz abschwächen und folglich den Gewichtsverlust bei regelmäßigen Training reduzieren.“

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Wer also regelmäßig Sport treibt und trotzdem keine Kilos verliert, sollte einen kritischen Blick auf die Nahrungsaufnahme nach dem Sport werfen. Grundsätzlich gilt: Sporteinheiten allein reichen nicht aus, um abzunehmen genauso wenig wie allein eine gesunde Ernährung. Denn auch mit dieser ist der Grundumsatz an Kalorien, die jeder Mensch individuell am Tag benötigt, schnell überschritten. Abnehmwillige müssen also vor allem die Portionsgröße im Auge behalten. (sar) 

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