Ausprobiert Sechs Tipps, die beim Autofahren Sprit sparen

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Mit vorausschauendem Fahren lassen sich Situationen besser einschätzen. Das schont nicht nur Auto und Fahrer, sondern auch den Geldbeutel.

Köln – Stop-and-Go-Verkehr in der Innenstadt, lange Wartezeit an der Ampel, abruptes Abbremsen. Beim täglichen Autofahren bemerken wir oft gar nicht, wie wir uns wirklich im Straßenverkehr bewegen, zu oft ist es einfach nur Routine. „Vor allem antrainierte Routine", sagt Fahrtrainer Rainer Kiauka. Er hat sich spezialisiert auf umweltschonendes und spritsparendes Fahren. Volontär Martin Böhmer machte bei ihm den Selbstfahrtest.

Eigentlich dachte ich, dass ich einigermaßen sprit- und umweltschonend fahren würde. Frühes Hochschalten, ein- bis zweitausend Umdrehungen fahren – manche Merksätze sind aus der Fahrschule hängengeblieben. Doch das Fahrtraining hat bewiesen: Mit ganz einfachen Tricks lässt sich viel Sprit sparen und die Umwelt schonen. 

Die sechs goldenen Regeln des sparsamen Fahrens

Durch vorausschauendes Fahren Schwung holen

Wenn man die Straße und den Verkehrsfluss weit nach vorne beobachtet, kann man rechtzeitig agieren, statt nur zu reagieren. „Das macht es nicht nur sicherer, sondern spart viel Sprit", erklärt der Fahrtrainer. „Wenn wir schon von Weitem sehen, dass die Ampel von Gelb auf Rot umspringt, dann können wir einfach den Wagen ausrollen lassen, statt bis zur Linie Gas zu geben und dann auf die Bremse zu treten.“ Somit lasse sich der Schwung des Autos nutzen. Um den ideal zu nutzen, hilft ein großer Abstand zum Vorderauto. „Das ist außerdem sicherer und angenehmer für Mitfahrer", so Fahrtrainer Kiauka. 

Mit niedriger Drehzahl fahren

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Eco-Driving-Fahrtrainer Rainer Kiauka erklärt Volontär Martin Böhmer die Feinheiten.

Das haben vermutlich viele Autofahrer schon mal gehört. Aber was heißt das genau? „Gleichmäßiges Fahren bei konstanter Geschwindigkeit spart Sprit", sagt Kiauka. Ständiges und unnötiges Anfahren und Abbremsen führt zu Kraftstoffverbrauch. „Außerdem sind wir dadurch beim Fahren deutlich gestresster", so der Fahrtrainer.

Keinen Kraftstoff verschwenden

Hohe Geschwindigkeiten, unnötiges Beschleunigen – das sind bekannte Sprit-Fresser. „Doch oft sind es die vermeintlich kleinen Sachen, die viel Sprit kosten", sagt Fahrlehrer Kiauka. Das können etwa die unnötige laufende Klimaanlage oder eine Fahrt mit leerem Dachgepäckträger, der mehr Luftwiderstand erzeugt, sein.

Reifenluftdruck regelmäßig kontrollieren

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Auch kleine Schritte wie das Ausschalten der Klimaanlage spart Sprit und schont die Umwelt.

„Zu geringer Luftdruck ist ein hohes Sicherheitsrisiko", sagt Kiauka „außerdem verschwenden wir unnötig Geld, weil wir mit platten Reifen mehr Sprit verbrauchen.“ Der Reifenluftdruck sollte monatlich und immer vor Fahrten mit höherer Geschwindigkeit kontrolliert werden.

Früh hochschalten

„Tatsächlich könnten viele Autofahrer noch früher hochschalten", erklärt Kiauka. Das hochtourige Fahren verbraucht immer mehr Kraftstoff als Fahren im niedertourigen Bereich. Als Faustregel gilt: Hochschalten bei circa 2000 Umdrehungen pro Minute, für die Gänge bedeutet das als Faustregel:

1. Gang – nur zum Anfahren, nach einer Fahrzeuglänge schalten
2. Gang – 20 km/h
3. Gang – 30 km/h
4. Gang – 40 km/h
5. Gang – 50 km/h

„Das sind allerdings Faustregeln, Sicherheit muss immer vorgehen, und da kann es sein, dass man auch mal schneller beschleunigen muss", sagt Fahrtrainer Kiauka.

Bewusst fahren

„Mit am Wichtigsten ist aber, dass wir wieder bewusst fahren", sagt Fahrtrainer Rainer Kiauka. „Wir kennen Autofahren fast nur noch als Routine, als Teil des Alltags. Wir denken beim Fahren an tausende Sachen, aber kaum ans Fahren selbst." Sein Tipp: Beim bewussteren Autofahren sind wir entspannter, können Situationen früh und richtig einschätzen und können die Spritspar-Tipps beherzigen. „Einfach mal ausprobieren und das eigene Fahren auf den Prüfstand stellen und anpassen“, sagt er.

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Das Ergebnis: Fast ein Drittel Sprit konnte nach dem Fahrtraining gespart werden.

Das Fazit:

Selbst wer – wie ich – dachte, dass er ruhig, spritsparend und umweltschonend fährt, kann im Eco-Training einiges lernen. Wie Fahrlehrer Kiauka sagt, es sind vor allem die kleinen Angewohnheiten beim Autofahren, die es stressig, anstrengend und teuer machen. Etwa der Abstand zum Vorder-Auto oder wie früh man tatsächlich hochschaltet.

Für mich ist die zweite Testfahrt, nach den Tipps von Fahrtrainer Kiauka, sehr spannend: Auf der zwanzigminütigen Fahrt, verbrauchte ich statt 9,1 Liter Benzin pro 100 Kilometer nur noch 6,1 Liter Benzin – fast ein Drittel eingespart! Dabei war ich nicht langsamer unterwegs, sondern schneller – die Durchschnittsgeschwindigkeit stieg von 29 km/h auf 31 km/h, die Fahrzeit wurde kürzer.

Besonders geholfen hat mir die Regel Sechs – bewussteres Autofahren. Fahrtrainer Kiauka hat Recht, man konzentriert sich viel zu viel auf Anderes, weil das Autofahren zur Routine geworden ist. Aber wenn man wirklich versucht, die sechs goldenen Regeln zu beherzigen, dann fährt man automatisch ruhiger, sicherer und sparsamer. 

Über die Initiative Eco Driving

Eco Driving ist eine Kampagne, die unter anderem von der Kölner Rheinenergie, dem Fahrtrainer-Netzwerk Allegium, Ford und der Stadt Köln getragen wird. www.erklimadasmal.de

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