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Vorsicht im Urlaub Wie wasserdicht sind iPhone 7 und Samsung Galaxy S7 wirklich?

Smartphone Wasserschaden

Wasserdichte Smartphones sollten trotz der Hersteller-Angaben besser von Wasser ferngehalten werden.

Smartphone-Modelle wie das iPhone 7, 7 Plus, Samsung Galaxy S7 und S7 Edge sollen laut Hersteller wasserdicht sein. Doch was genau bedeutet das eigentlich – wie viel Wasser vertragen die Geräte wirklich?

Das Online-Portal „Clickrepair“ hat zusammen mit „Smartphone-Service 24“ aktuelle wasserdichte Smartphones unter die Lupe genommen. Dabei haben die Technik-Experten festgestellt, dass wasserdicht nicht das hält, was es verspricht – und die Nutzer sich nicht auf die Hersteller-Garantie verlassen können, falls Schäden entstehen.

Wasserdicht hält oft nicht dicht

Denn trotz Wasserdichtigkeit kann es durchaus zu Wasserschäden an Smartphones kommen auch bei den beliebten iPhone 7, 7 Plus, Samsung S7 und S7 Edge, wie eine Befragung von 5050 Kunden der Partner-Werktstätten von Clickrepair ergab.

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Beim iPhone 7Plus verzeichneten elf Prozent der Befragten Wasserschäden, beim iPhone 7 nur drei Prozent. „Beim Samsung Galaxy S7 werden neun Prozent Wasserschäden verzeichnet und beim S7 Edge immerhin sechs Prozent“, heißt das Fazit, das die Smartphone-Kenner aus der Umfrage ziehen.

Diese Ergebnisse berufen sich zwar auf individuelle Erfahrungen und bedeuten nicht, dass einige Modelle generell wasserdichter sind – einen technischen Test der verschiedenen Geräte gab es nicht. Allerdings, so heißt es seitens Clickrepair, würden die Daten der Umfrage zu den Erfahrungen in der Werkstätten passen.

So finden Sie heraus, ob Ihr Smartphone wasserdicht ist

Hersteller geben die Wasser- und Staubdichtigkeit mit sogenannten IP-Zertifizierungen an. Das iPhone 7 ist laut IP67 Kennziffer staubdicht und vor vorübergehendem Untertauchen geschützt. Die 7 Plus Variante und das Samsung Galaxy S7 sowie S7 Edge sind hingegen mit der IP68 nicht nur staubdicht, sondern auch gegen dauerndes Untertauchen beständig, erklären die Smartphone-Profis.

Nutzer verlassen sich oftmals auf diese Angaben. Die Smartphone sehen außerdem optisch absolut wasserdicht aus: Es scheint keine Stelle zu geben, an denen Flüssigkeiten eintreten können. Doch wie überall können sich auch hier Fehler einschleichen, undichte Stellen gibt es vor allem an Mikrofon, Kamera und Lautstärkeregler. Auch Salz- und Chlorwasser können das Gerät nachhaltig schädigen.

Totalschaden durch Wasser

Das Problem: Wasserschäden führen in der Regel zum Totalschaden, erklärt der Werkstätten-Leiter Erol Tasgin von Smartphone-Service24. "Lediglich die Daten des kaputten Gerätes können wir dann manchmal retten. Dafür muss das Gerät in kürzester Zeit in der Werkstatt sein."

Keine Garantie vom Hersteller

Die Hersteller-Garantie greift beim Schaden in vielen Fällen nicht, weil die undichten Stellen sehr häufig mit vorangegangen Schäden und Stürzen im Zusammenhang stehen. Produktionsfehler, so Erol Tasgin, sind hier oft die Ausnahme. Deshalb sollten Nutzer ihren Smartphones nicht allzu viel zumuten und gerade vor Kontakt mit Wasser schützen.

Schaden kann auch erst Wochen später sichtbar werden

Vorsicht: Wasserschäden können dem Gerät auch noch nachträglich schaden. Selbst wenn das Gerät ein Tauchbad augenscheinlich unbeschadet bestanden hat, droht noch Gefahr, berichtet die Zeitschrift „Connect“ (Ausgabe 9/2017). Ist nämlich Flüssigkeit ins Innere gelangt, kann sie sich dort einlagern und unbemerkt Kontakte und Lötstellen korrodieren lassen. Noch etliche Wochen später kann das zu plötzlichen Kurzschlüssen und Geräteversagen führen.

Was ist zu tun, wenn das Smartphone mit Wasser in Kontakt kommt?

Das wichtigste ist eine schnelle Reaktion: Gerät sofort ausschalten, dann die SIM- und Speicherkarten entfernen. Ist der Akku nicht fest verbaut, auch ihn entnehmen. Jetzt das Telefon mit Papiertüchern trocknen und anschließend in ein Papiertuch wickeln. Dann zusammen mit ungekochtem Reis in einen Plastikbeutel geben und an einem warmen Ort legen.

Springt es nach einigen Tagen Trockenzeit nicht wieder an, hilft nur der Gang zum Experten. In der Smartphonewerkstatt lassen sich möglicherweise noch Daten retten. Dort kann das Gerät auch geöffnet und von innen gereinigt und getrocknet werden.

Nicht fönen!

Was Nutzer auf jeden Fall vermeiden sollten, sind Radikal-Kuren gegen Nässe im Gerät. Tabu ist zum Beispiel das Trocknen mit dem Föhn. Dadurch können noch mehr Schäden entstehen. Durch den heißen Luftstrahl könnte etwa Wasser noch tiefer ins Gerät gedrückt werden. Außerdem leiden Kunststoffteile und Klebeverbindungen. Sie können sich verformen oder lösen. Ebenfalls keine gute Idee: Das Trocknen im Backofen oder der Mikrowelle. Neben garantierten Schäden an elektronischen Teilen droht hier akute Brandgefahr.

(chs/dpa)

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