150 Angestellte Netflix spricht von „tollen Kolleginnen und Kollegen“ – und feuert sie dann

Netflix-Boss Reed Hastings im Jahr 2019 auf einer Veranstaltung in Rom.

Netflix-Boss Reed Hastings im Jahr 2019 auf einer Veranstaltung in Rom.

Netflix hatte zuletzt erstmals seit mehr als zehn Jahren einen Verlust bei den Abozahlen bekannt gegeben – und nun mit einem Sparkurs und der Entlassung von 150 Angestellten reagiert.

Es klingt wie Hohn, was der US-Streamingriese Netflix da in seiner Mitteilung erklärt. Es seien „tollen Kolleginnen und Kollegen“ – dennoch müsse man 150 Angestellte entlassen.

Hintergrund ist ob der schlechten Wachstumsaussichten ein eingeschlagener Sparkurs. Die Entlassungen seien „hauptsächlich durch die Bedürfnisse des Unternehmens und nicht durch die individuelle Leistung“ begründet, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag (17. Mai 2022).

Netflix-Entlassungen betreffen vor allem USA

Betroffen waren demnach vor allem Angestellte in den USA. Netflix hat auch die Aufträge an Subunternehmer reduziert.

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Netflix hatte zuletzt erstmals seit mehr als zehn Jahren einen Verlust bei den Abozahlen bekannt gegeben. Dabei handelte es sich um einen Rückgang um 200.000 Abonnenten, weniger als 0,1 Prozent der Gesamtkundenzahl von 221,6 Millionen. Dies reichte jedoch, um unter den Netflix-Aktionären für Unruhe zu sorgen.

„Die Verlangsamung des Wachstums unserer Einnahmen bedeutet, dass wir auch das Wachstum unserer Ausgaben als Unternehmen verlangsamen müssen“, erklärte der Sprecher.

Netflix kämpft unter anderem mit wachsender Konkurrenz durch neue Streamingdienste, etwa von Disney und Apple. Darüber hinaus hat der Konzern auch das illegale Teilen von Nutzerkonten als Wachstumshindernis identifiziert.

Unternehmensschätzungen zufolge nutzen mehr als 100 Millionen Haushalte Netflix, ohne dafür zu zahlen. Der Konzern will nun schärfer dagegen vorgehen und neue Abomodelle anbieten, die das Teilen gegen Aufpreis erlauben. Er erwägt auch ein werbefinanziertes Modell, um die Preise zu senken. (afp)

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