Trend im Netz Aus Langeweile – Menschen stellen zu Hause berühmte Kunstwerke nach

Amsterdam – Knoblauch, Handtuch und ein Tuch – so entstand das erste nachgestellte Kunstwerk für „Tussen Kunst & Quarantaine“ (auf deutsch: „Zwischen Kunst und Quarantäne“) auf Instagram: „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ von Jan Vermeer. Was als zufällige Idee im Homeoffice der Amsterdamerinnen Anneloes Officier und Floor de Weger entstand, ist schnell zu einem Internet-Hit geworden. Mit einem denkbar einfachem Rezept: Man wählt ein Kunstwerk aus, nimmt sich drei Utensilien aus dem Haushalt und versucht, ein eigenes Meisterwerk zu schaffen. Ein Foto davon landet anschließend auf Instagram mit dem Hashtag #tussenkunstenquarantaine.

Seit dem 14. März ist der Instagram-Kanal der Quarantäne-Kunst online. Mit mittlerweile fast 94.000 Followern (Stand 31.3.2020, 14.26 Uhr). Anneloes Officier suchte eigentlich nur eine Beschäftigung, damit ihr im Homeoffice während der Corona-Quarantäne nicht die Decke auf dem Kopf fällt. Zunächst verschickte sie das Foto von sich als „Mädchen mit dem Perlenohrring“ via Messenger an Freunde. Durch das positive Feedback lädt Officier das Bild auf ihrem privaten Instagram-Account hoch. Als sie auch hier nette Nachrichten bekommt und viele neue Follower, darunter auch das Rijksmuseum in Amsterdam, schlägt die Geburtsstunde für „Tussen Kunst & Quarantaine“.

Menschen aus der ganzen Welt stellen Kunstwerke nach

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Innerhalb kürzester Zeit explodieren die Follower-Zahlen des neuen Accounts regelrecht. Mittlerweile schicken Menschen rund um den Globus Officier ihre nachgestellten Meisterwerke. „Ich erkenne nicht viele Werke, aber ich freue mich über jede Einreichung. Ich hoffe nur nicht, dass die Leute glauben, ich wüsste jetzt etwas über Kunst“, sagte Anneloes Officier gegenüber der niederländischen Zeitung „De Telegraaf“.

Quarantäne-Kunst oft von alten Meistern inspiriert

Auffallend oft wird „das Mädchen mit dem Perlenohrring“ nachgestellt – das liegt vermutlich am Vorbild. Halten sich viele Menschen an die Regel mit nur drei Utensilien ein berühmtes Kunstwerk nachzustellen, gibt es immer buntere und ausgefeiltere Werke. Ein sehr häufig genutzte Requisite ist Toilettenpapier – DAS Symbol für die Corona-Krise.

Viele halten sich an alte Meister und ihre berühmten Werkle wie Leonardo Da Vincis „Mona Lisa“ oder die Hände aus Michelangelo Buonarottis Fresko „Die Erschaffung des Adams“.

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Klimt, Munch und van Gogh beliebt

Es gibt realistische, klassische, moderne und komplexe Werke. Sehr beliebt sind die Gemälde von Vincent van Gogh oder Gustav Klimt.

Auch Edvard Munchs „Der Schrei“ ist in den verschiedensten Interpretationen zu sehen, oder eines der berühmtesten Gemälde René Magrittes mit der Pfeife und dem Schriftzug „Ceci n`est pas une pipe“. Mit viel Gemüse und Obst werden die Werke von Giuseppe Arcimboldo nachgestellt.

Manche Instagram-Nutzer versuchen sich auch an Banksy oder Escher

An moderne Kunst trauen sich etwas weniger Menschen heran – einige versuchen sich aber an Piet Mondrian. Manch einer traut sich auch an den britischen Streetart-Künstler Banksy.

Sogar die unmöglichen Formen von M.C. Escher werden in der eigenen Wohnung nachgebildet. Doch eines haben alle Bilder gemeinsam: sie zaubern jedem ein Lächeln ins Gesicht. (rha)

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