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Schon gemerkt? Facebook sieht plötzlich ganz anders aus – das steckt dahinter

Facebook in neuem Layout

Größte Änderungen in der App des sozialen Netzwerks: Das typische Blau ist weg und Gruppen rücken mehr in den Mittelpunkt.

San Jose – Wer Facebook zuletzt übers Smartphone genutzt hat, hat es vielleicht schon bemerkt: Das soziale Netzwerk sieht auf einmal anders aus. Auch die Internetseite soll in den nächsten Monaten umgestaltet werden. Das hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg bei der hauseigenen Entwicklerkonferenz F8 im kalifornischen San José angekündigt.

Offensichtlichste Änderung: Die Seite ist nicht mehr im typischen Facebook-Blau gehalten. Doch neben der Optik geht es vor allem um Inhaltliches. Facebook will seine Nutzer in Zukunft mehr für Gruppen begeistern. Für viele Menschen gehe es auf Facebook nicht mehr nur um Familie und Freunde, hat das Unternehmen erkannt, sondern um Interessen, die man mit Gruppen teilt. Diese Gruppen können künftig in den Apps von Apple und Android bereits ganz oben in der Menüleiste aufgerufen werden.

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Gruppen spielen bei Facebook in Zukunft eine wichtigere Rolle. 

Mit dem Umbau will Zuckerberg außerdem das ramponierte Image in Sachen Datenschutz aufbessern und legt einen Schwerpunkt auf die Privatsphäre der Nutzer. Die Dimension des Umbaus über alle Facebook-Apps hinweg zeugt jedenfalls davon, dass es um viel mehr als Kosmetik geht. Weitere Änderungen im Überblick:

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Facebook schafft neue Dating-Funktion „Secret Crush“

Bei „Secret Crush“ (etwa: heimlicher Schwarm) kann man Facebook-Freunde markieren, die man besonders attraktiv findet, ohne es ihnen direkt sagen zu müssen. Erst wenn sie einen auch auf die Liste setzen, wird das beiden offenbart. Facebook geht also weiterhin davon aus, dass die Nutzer auch sehr intime Informationen über sich auf der Plattform preisgeben werden. 

Facebook-Messenger bekommt Komplett-Verschlüsselung

Der Chatdienst Messenger wurde von Grund auf erneuert, nicht nur um ihn viel schneller zu machen, sondern auf Komplett-Verschlüsselung umzustellen. Zudem bekommt er einen prominent platzierten Knopf, hinter dem die Kommunikation mit Familie und engen Freunden gebündelt wird.

Doch der Kurs wirft auch Fragen auf: Wenn Inhalte mit der sogenannten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt sind, so dass nur Absender und Empfänger sie sehen können, wie soll Facebook dann Terrorpropaganda oder Hassrede finden und löschen? Stiehlt sich Facebook damit aus der Verantwortung - und wird die Politik das zulassen? Das Online-Netzwerk wolle ausgiebig unter anderem mit Sicherheitsbehörden über die richtige Vorgehensweise bei diesem Problem beraten, sagt Zuckerberg.

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In einem Interview der „New York Times“ ergänzt er, dass Facebooks Software unerlaubte Aktivitäten zum Teil auch an Datenfluss-Mustern ohne Zugang zu den Inhalten erkennen könne. Das heißt auch: Es gibt noch viele andere Daten, die Facebook sammeln kann, auch wenn Inhalte verschlossen bleiben.

Bezahlfunktionen auch für Instagram und Whatsapp

Außerdem wird Facebooks Online-Flohmarkt Marketplace um eine eigene Bezahlfunktion ergänzt. Und auch bei Instagram und WhatsApp soll es mehr Möglichkeiten für kommerzielle Anwendungen geben.

Mark Zuckerberg hat immer wieder seine Anpassungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Jetzt zeigen Facebook-Daten, dass die Nutzer verstärkt Chatdienste und „Stories“ statt den klassischen Facebook-News - und Zuckerberg steuert den Facebook-Tanker entsprechend um. 

Rückenwind bekommt Facebook, weil die Mitglieder dem Online-Netzwerk allen Skandalen und Pannen zum Trotz die Treue halten. Auch in Europa steigen die Nutzerzahlen nach einer zwischenzeitlichen Flaute wieder. Über alle Facebook-Angebote hinweg - zum Konzern gehören auch die Chatdienste WhatsApp und Messenger sowie die Foto-Plattform Instagram - waren 2,7 Milliarden Nutzer aktiv, davon 2,1 Milliarden täglich.
(dpa/ef) 

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