Achtung vor Fake-Shops Diese Browser-Erweiterung schützt vor Online-Betrügern

Das Geld ist weg, die Laune mies. Wer schon einmal auf einen Fakeshop hereingefallen ist, kennt den Groll, den Betrogene hegen. Am besten also gar nicht erst in die Falle tappen. Aber wie?

Berlin. Zu günstig, um wahr zu sein. Eigentlich ist das Produkt seit Wochen überall vergriffen. Diese eine Website bietet es an – jedoch rufen einige Punkte ein mulmiges Gefühl in der Magengegend hervor: Es ist nur Vorkasse möglich, es gibt gar kein oder ein komisches Impressum. Man kennt sie irgendwie, die Warnzeichen, die oftmals helfen können, Fakeshops im Internet zu enttarnen - theoretisch.

Aber Hand aufs Herz: Niemand kann sich davon freisprechen, am Ende doch nicht alle Punkte kontrolliert zu haben oder nicht doch der eigenen Schnäppchenwut zu erlegen zu sein. Jetzt hat das Österreichische Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) eine digitale Browser-Erweiterung entwickelt, die die Warnzeichen erkennen und Fake-Shops entlarven soll: den Fake Shop Detector.

Zweistufen-Schutz vor Fake-Online-Shops

Die Funktionsweise der für Firefox, Chrome und Edge verfügbaren Erweiterung ist zweistufig ausgelegt. Zum einen werden aufgerufene Internetadressen mit einer Datenbank bereits bekannter Fakeshops aber auch vertrauenswürdiger Shops aus dem deutschsprachigen Raum abgeglichen. Wird die Erweiterung hier bereits fündig, öffnet der Browser die Seite gar nicht erst, sondern zeigt gleich eine Warnung an, dass man dort besser nicht „einkaufen“ sollte.

Ist die Sache nicht so eindeutig, zündet Stufe zwei: Mit Hilfe eines KI-Modells prüft die Erweiterung die Seite anhand tausender Merkmale in Echtzeit, um den Shop dann hinsichtlich seiner Ähnlichkeit mit Fakeshops bewerten zu können. Das Ergebnis der Prüfung wird dann mit einer Risikobewertung in Ampelfarben neben der Adresszeile angezeigt.

Browser-Erweiterung noch in der Beta-Phase

Achtung: Handelt es sich bei der besuchten Seite nicht um einen Onlineshop, sollte man die Risikoanzeige der Erweiterung ignorieren. Denn derzeit werde noch nicht zwischen einfachen Websites und Onlineshops unterschieden. Eine Weiterentwicklung, die das abstellt, sei aber in Arbeit. Ohnehin gilt: Falls mit dem Fake Shop Detector etwas nicht auf Anhieb klappt, kann das daran liegen, dass die Erweiterung noch in der Beta-Phase ihrer Entwicklung steckt.

Das ÖIAT versichert, dass die Erweiterung so datensparsam wie möglich und Datenschutz-konform arbeitet. Neben der jeweiligen IP-Adresse und einer Plug-in-ID, die bei der Installation der Erweiterung zufällig erzeugt wird, würden keine weiteren personenbezogenen Daten bei Anfragen an den Server aufgezeichnet. Letztere würden ohnehin auf ein notwendiges Minimum reduziert, weil auf eine Vielzahl schon bekannter Risikobewertungen offline und direkt lokal aus dem Cache des Browsers zugegriffen werde. (dpa)

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