Datenschutz im Internet Lästige Cookie-Abfrage – sinnvoll oder einfach nur nervig?

Eine klassische Cookie-Banner-Abfrage am 12. November 2020 im Internet mit den Optionen „Alle zulassen“ und „Cookie-Einstellungen“.

Die Deutschen sind genervt von dem permanenten Cookie-Banner und hoffen auf eine vereinfachte Datenschutzabfrage. Das Bild zeigt einen Cookie-Hinweis im Internet aus dem Jahr 2020.

Eine beliebige Internetseite wird geöffnet und schwupp, ein Cookie-Banner ploppt auf. Laut einer Umfrage sind 53 Prozent der Befragten von solchen Cookie-Hinweisen genervt. Wie wirksam sind diese wirklich?

Cookie-Hinweise – sind sie sinnvoll oder einfach nur nervig? Vier Jahre nach Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) finden vier von zehn Deutschen, dass ihre Daten dadurch nicht besser geschützt sind.

Rund die Hälfte der Befragten ist von permanenten Cookie-Abfragen im Internet genervt, wie eine am Dienstag (24. Mai) veröffentlichte Umfrage für den E-Mail-Anbieter GMX und Web.de ergab. Zwei Drittel der Befragten haben ihre durch die DSGVO gestärkten Rechte noch nicht in Anspruch genommen.

„Den Nutzern die Hoheit über ihre Daten zu geben, ist ein wichtiger Grundsatz für das Datenzeitalter. Die DSGVO hat jedoch im Alltag der Verbraucher zu einer hohen Verbreitung von Datenschutz-Hinweisen und Einverständnis-Formularen geführt“, sagte Jan Oetjen, Geschäftsführer von GMX und Web.de. Das fördere die „Klick- und Ankreuzmüdigkeit“. Oetjen forderte daher eine Entbürokratisierung.

Datenschutz: Nervige Cookie-Banner entbehrlich?

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„Man sollte darüber nachdenken, unterschiedliche Datenklassen zu schaffen“, sagte Oetjen: „Für Namens- und Adressdaten zum Beispiel, die überall verarbeitet werden müssen, wäre es deutlich einfacher, klare Standards zu definieren, denen man widersprechen kann. Dann müsste man nicht überall die gleichen Fragen beantworten.“ Dafür sprach sich in der Umfrage knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent) aus.

Bei den Cookies schlägt Oetjen als Alternative die Personal Information Management Systems (PIMS) vor. Damit können Internet-Nutzerinnen und -Nutzer zentral und für alle Geräte festlegen, welche Einwilligungen sie Webseiten erteilen wollen.

Die Cookie-Banner würden somit entbehrlich. Das deutsche Telekommunikation-Telemedien-Datenschutz-Gesetz (TTDSG) ermöglicht die PIMS seit Dezember.

Laut Umfrage sind 53 Prozent der Befragten von immer wiederkehrenden Cookie-Bannern genervt. 38 Prozent wollen demnach nicht nach einem Einverständnis für Cookies gefragt werden, die ohnehin für die Internet-Nutzung technisch erforderlich sind, beispielsweise für die richtige Darstellung einer Webseite oder das Funktionieren von Warenkörben. Nur zwölf Prozent gewinnen durch die Erläuterungen und Auswahlmöglichkeiten ein Gefühl von Selbstbestimmung über ihre Daten.

Von den in der DSGVO festgelegten Betroffenenrechten haben 65 Prozent der Befragten bislang keinen Gebrauch gemacht. Am meisten genutzt wurde laut Umfrage das „Recht auf Vergessenwerden“: Elf Prozent der Befragten haben demnach schon von einem Unternehmen verlangt, personenbezogene Daten zu löschen oder sie nicht mehr zu verwenden.

Umfrage bestätigt: Wiederkehrende Cookie-Banner nerven

Neun Prozent haben Auskunft darüber verlangt, welche Daten für welche Zwecke oder welche Dauer von einem Unternehmen über sie gespeichert sind.

Sieben Prozent haben schon mal Informationen angefordert, wofür, für welche Dauer oder auf welcher Rechtsgrundlage ein Unternehmen personenbezogene Daten erheben will. Eine Beschwerde über einen DSGVO-Verstoß haben bisher vier Prozent der Deutschen eingelegt.

Yougov befragte für GMX und Web.de zwischen dem 13. und 16. Mai insgesamt 2132 Menschen. Die Ergebnisse wurden den Angaben zufolge gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. (afp)

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