„War zu ambitioniert“Trotz Trüffel und Edel-Beef: Gäste enttäuscht von „perfektem Dinner“

Beim Fleisch lässt sich Jens nicht lumpen: Dry Aged Filet aus der Region und Kobe Rind sollen ihm viele Punkte bescheren.
 (Bild: RTL)

Beim Fleisch lässt sich Jens nicht lumpen: Dry Aged Filet aus der Region und Kobe Rind sollen ihm viele Punkte bescheren. (Bild: RTL)

Er setzt seine „Ziele meistens recht hoch“. Deshalb will Jens (41) an Tag 2 in Dresden unbedingt das „perfekte Dinner“ liefern. Dafür hat er nur die feinsten Zutaten eingekauft. Und trotzdem fehlt den Gästen ein wichtiger Faktor eines perfekten Abends ...

„Ich habe mir wirklich sehr, sehr viel vorgenommen“, weiß Jens, dass er sich selbst unter Druck setzt. Für die „Dinner“-Gäste serviert der selbständige Grafikdesigner nur das Feinste: „Eine der besten Fleischsorten der ganzen Welt.“

In Dresden wohnt er mit seiner Familie seit über einem Jahr in einem neugebauten Haus und hat Platz im Garten: „Vor kurzem haben wir uns Hühner geholt.“ Außerdem hat er endlich das, was er immer wollte: eine offene Küche.

Veganes Röllchen „hätte größer sein können“

Beim Dresden Fernsehen gewann der Freestyle-Koch schon mal einen Stabmixer in einer Kochshow, „aber das ist hier ein ganz anderes Stresslevel“. Sein Drei-Gänge-Menü stuft Jens als „recht schwierig“ ein: „Ich hoffe, ich habe mich nicht übernommen.“ Es gibt:

Vorspeise: Geflügel im Gemüsenest trifft auf Wein Hauptspeise: Weiderind-Trilogie trifft auf des Gärtners Lieblinge Nachspeise: Kokos trifft auf Tonkabohne

Alles zum Thema Das perfekte Dinner

„Ich glaube, dass Jens experimentieren wird“, schätzt Ute (54) Jens als sehr aufgeschlossen ein. „Gemüsenest gibt's bei mir nie“, findet Vicky (28) schon die Vorspeise spannend. Auf jeden Fall haben alle hohe Erwartungen an den Gastgeber.

Die Nervosität hat sich am Abend langsam gelegt. Jens hat die Vorbereitungen nach Plan geschafft, die Gäste können kommen. „Jetzt muss es nur noch schmecken“, mixt er entspannt den Aperitif zusammen. „Bei der Begrüßung war er wirklich erst einmal ruhig, souverän“, stellt Vicky fest. Außerdem gefällt ihr die Einrichtung: „Da könnte man auch Katalogaufnahmen machen.“

Lange Wartezeit bis zum Hauptgang: „Eine Trilogie braucht halt Zeit“

Als Vorspeise gibt es Gemüse-Spaghetti mit gefülltem Putenröllchen und Weißweinsoße. Bei Letzterer hat Jens am Vorabend dazugelernt: Für Lisas (22) vegane Variante sollte auch der Wein unbedingt vegan sein. Lisa hat an ihrem Pfannkuchen statt Pute wenig auszusetzen, nur: „Es hätte für mich noch ein bisschen größer sein können und mehr.“ Ute missfällt jedoch die Zubereitung der Pute: „Ich bin persönlich kein Freund vom Sous-vide Garen.“ Geschmeckt hat die Rolle trotzdem.

Hier auch lesen: „Das perfekte Dinner“ Menü stößt auf viel Kritik – vor allem das „Highlight“ enttäuscht die Gäste

Discounter-Fleisch kommt Jens nicht auf den Grill: „Deswegen gebe ich gerne etwas mehr Geld für gutes Fleisch aus.“ Die Tiere sollen es schließlich auf der Weide gut haben und als Kalbsbäckchen, Dry Aged Filet und Kobe-Rind seinen Gästen einen Genussmoment bescheren. Lisa bekommt ebenfalls eine Trilogie aus veganem Hack, Aubergine und Zucchini. Am Tisch fragen sich die Gäste, wie viel Zeit schon seit der Vorspeise vergangen ist. „Eineinhalb Stunden“, meint Vicky. „Da sieht man, so eine Trilogie braucht halt Zeit.“

Gastgeber „war wenig am Tisch heute“

Immerhin bekommen sie gleich eine der besten Fleischsorten und Kartoffelstampf mit Trüffel serviert. „Das Kobe ist Wahnsinn“, genießt Paul (30) sein erstes Rind aus Japan. „Habe ich auch noch nie gegessen“, erlebt auch Ute ihre Kobe-Premiere. Allerdings finden beide das Fleisch zu kalt.

„Das ist eine Kokos-Tonkabohnen-Creme. Komplett vegan“, stellt Jens sein Dessert vor. Beim letzten Gang dürfen also alle exakt das Gleiche essen - eine kleine Arbeitserleichterung bei all dem Stress zuvor. „Ich fand die Creme sehr gelungen“, mag Lisa das vegane Dessert. Auch den anderen schmeckt es.

„Ich bin zumindest geschmacklich von mir überzeugt“, resümiert Jens seine heutige Leistung. Paul meint jedoch: „Vielleicht hat er sich ein bisschen zu viel Stress gemacht und war zu ambitioniert. Das tat mir schon ein bisschen leid.“ Ute sieht es genauso: „Er war relativ wenig am Tisch heute.“ Lisa vermutet: „Die Nervosität stand ihm ein bisschen im Weg.“ Deshalb bekommt Jens von seinen Gästen nur 31 Punkte und verpasst damit die Führung. (tsch)