„Rosins Restaurants“ Erste Lockdown-Folge: „Geht mir nicht auf'n Zeiger, Kinder!“

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TV-Koch Frank Rosin war am Donnerstag (14. Januar) zu Gast im Lokal „Geestland-Treff“ im norddeutschen Kropp und half aus.

Kropp – Der Raum: eine Baustelle. Erfahrungen: so gut wie keine. Die Zeit: denkbar ungünstig. Und doch hatten sich Gaby und Thomas Haedicke vorgenommen, mitten im Lockdown die Gaststätte des örtlichen Sportvereins zu übernehmen.

Mutig oder wahnsinnig oder beides? „Rosins Restaurants“ zeigte es.

„Rosins Restaurants“: „Das sind niedliche Leute, aber gastronomisch naiv“ 

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Mitten im Lockdown und damit in der bislang wohl ungewöhnlichsten Folge der kabel-eins-Doku „Rosins Restaurants“ gab sich Sternekoch Frank Rosin (54) lange erstaunlich zahm – bis er sich kurz vor knapp doch noch gezwungen sah, streng loszupoltern: „Geht mir nicht auf'n Zeiger, Kinder!“ 

Warum nach dem eigentlich guten Start die Eröffnung der Gaststätte „Geestland-Treff“ im norddeutschen Kropp beinahe zum Scheitern verurteilt war, dazu später mehr.

„Rosins Restaurants“: 94 Prozent Corona-Einbußen!

Gedreht wurde die Folge im November 2020, als der „Lockdown light“ gerade begonnen hatte. Ein normaler Betrieb würde also erst mal nicht möglich sein.

Stattdessen planten Gabriele „Gaby“ Haedicke (60) und Ehemann Thomas (55) einen Abhol-Service für kleine Speisen in der Vereinsheims-Gaststätte des örtlichen Sportclubs, die sie vor Kurzem übernommen, wegen Umbauarbeiten aber noch nicht eröffnet hatten.

Zwei Jahre lang hatten beide mit „Gaby im Wagenrad“ eine zunächst sehr gut laufende Party-Location betrieben, die jedoch den Umständen entsprechend in den letzten Monaten kaum noch Gewinn abwarf: „94 Prozent Einbuße durch Corona“ mussten beide beklagen.

War es da eine gute Idee, sich noch ein weiteres Projekt aufzuhalsen? „Ich will wieder Geld verdienen“, sagte Gaby mit Tränen in den Augen.

„Rosins Restaurants“: Kellnerin und Bautechniker ohne Erfahrung in der Restaurantküche

Problem: Bei den „Wagenrad“-Events hatten die Haedickes bislang ausschließlich mit lokalen Caterern zusammengearbeitet, waren aber selten selbst am Kochen.

Echte Erfahrung in der Restaurantküche hatten die leidenschaftliche Kellnerin und der gelernte Bautechniker beide nicht. Dementsprechend schieflief auch das Probekochen zu Hause, bei dem sich Thomas wegen Franks Anwesenheit vor lauter Nervosität gleich zweimal die Finger blutig schnitt.

„Seine Augen, seine Chefkoch-Augen, das Charisma, das hab' ich schon gespürt, das hat mich total aus der Rolle gebracht“, erklärte er notdürftig die schmerzenden Gliedmaßen.

Auch sonst lief vieles nicht rund, weshalb Frank Rosin aus dem Probekochen kurzerhand ein Coaching machte, bei dem er unter anderem die Zubereitung eines perfekten Hamburgers lehrte.

„Rosins Restaurants“: TV-Koch fordert mehr als Salat auf der Speisekarte

Dass es neben Soljanka, Burger und Currywurst auch ein fleischfreies Gericht auf die Karte setzen sollte, war dem Paar bewusst, jedoch war beiden „die veganische-vegetarische Küche [...] relativ fremd“ (Thomas), weshalb ihnen lediglich Salat einfiel – oder vielmehr: „Grünzeug, nur Grünzeug“ (Gaby).

Frank Rosin wies darauf hin, dass es durchaus zahlreiche Pastagerichte oder Aufläufe gebe und verteilte als eine von mehreren Hausaufgaben, darunter die Erstellung von Ablauflisten für die Arbeitsschritte sowie Preiskalkulationen und die Auflistung von 25 veganen und vegetarischen Gerichten „außerhalb von Salat“.

„Rosins Restaurants“: TV-Koch lobt Gastronomen zu früh

Und die beiden waren fleißig, hatten aufgrund ihrer Beliebtheit auch Unterstützung im Ort (etwa bei der Einrichtung einer Homepage) und erfüllten alles zur größten Zufriedenheit ihres Coaches: „Mensch, mit euch kann man ja arbeiten!“, lobte Rosin – leider verfrüht.

Einen Tag vor der Eröffnung standen alle im frisch renovierten und von Ausstatter Flo Kogler (39) „hemdsärmlig und doch modern“ eingerichteten Lokal, um mit dem Sternekoch und kabel-eins-Experten Frank Rosin als erstem Probegast noch mal alles durchzugehen.

Doch plötzlich schien das Erlernte wie weggeblasen. Arbeitsgänge wurden nicht eingehalten, der Hamburger nicht so belegt wie abgemacht und, und, und.

„Das regt mich auf!“, schimpfte der Restaurantretter. Schluss mit Kuschelkurs also, jetzt hagelte es strenge Ansagen, die vor allem Thomas zu schaffen machten: „Gaby fand' ich heute 'ne starke Person. Die kam gut klar mit der Kritik“, bewunderte er das dickere Fell seiner Frau.

„Rosins Restaurants“: Tränen der Erleichterung im „Geestland-Treff“

Die zeigte sich einsichtig: „Ich glaub', wir sind doch 'n bisschen naiv da rangegangen...“ Doch letztlich zeigten Rosins Ansagen Wirkung: Am Eröffnungstag waren die Testesser sehr zufrieden, woraufhin Gaby vermutete, dass sie sich vielleicht „drei, dreieinhalb ...?“ Sterne erarbeitet hatte.

Dass es stattdessen ganze fünf von fünf waren, ließ dem Paar Tränen der Erleichterung in die Augen schießen. Der Start war gemacht.

Und dass der „Geestland-Treff“ mittlerweile, keine zwei Monate nach der Eröffnung, schon rund 500 Fans auf Facebook überzeugen konnte, deutet darauf hin, dass die Haedickes auf dem richtigen Weg sind. (tsch)

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