„Wie vom Restaurant“ oder „grenzwertig“?Gastgeberin und „Perfektes Dinner“-Gäste uneinig

So sieht der Portulak aus, wenn er appetitlich angerichtet unter Linsensalat liegt. Jens bekommt dazu Birnenspalten und selbstgeräucherten Fisch, Lisa (rechts) einen veganen Lachsersatz.
 (Bild: RTL)

So sieht der Portulak aus, wenn er appetitlich angerichtet unter Linsensalat liegt. Jens bekommt dazu Birnenspalten und selbstgeräucherten Fisch, Lisa (rechts) einen veganen Lachsersatz. (Bild: RTL)

„Beim Kochen kann ich abschalten. Da bin ich relaxed“, freut sich Ute (54) an Tag 3 auf ihren „Dinner“-Abend in Dresden. Bei ihrem regionalen Menü gelingt zwar nicht alles, dafür punktet Ute mit Gastfreundlichkeit und Offenheit.

Als Hausdame in einem Hotel und Hobby-Anglerin kennt sich Ute sowohl mit Gastgeberqualitäten als auch Lebensmitteln aus - beste Voraussetzungen für ein „perfektes Dinner“. Edel und hoteltauglich hat die Heidenauerin ihre Stoffservietten gefaltet: „Bisschen Tischkultur muss schon sein.“

Als erfahrene Fachkraft kann sie gar nicht anders: „Brotteller steht immer links. Bei der Gabel schließen die Zinken mit dem untersten ab“, hält sie einen kurzen Vortrag über das korrekte Tischeindecken. „Und jeder Gast sollte 70 Zentimeter Platz haben zum Essen.“

Super gesunder Ingwer ist „sehr dominant“

„Bei der Bewerbung habe ich schon gesagt: Hoffentlich ist kein Veganer dabei“, doch jetzt nimmt Ute die Herausforderung gerne an, für Lisa (22) eine tierproduktfreie Alternative zu zaubern. „Das ist eine ganz neue Erfahrung.“ In der Früh kauft sie noch schnell die Zutaten aus der Region bei ihrem Lieblingshofladen ein, denn ihr Motto lautet „In Sachsen gewachsen“. Es gibt:

Vorspeise: Auf dem Feld - Pastinaken / Linsen / Portulak Hauptspeise: Aus dem Wald - Hirsch / Flower Sprouts Nachspeise: Auf dem Baum - Pfirsich

Alles zum Thema Das perfekte Dinner

„Portulak finde ich sehr spannend“, ist Lisa die einzige der vier Gäste, die das Gemüse kennt. Dafür hat Ute viel darüber zu erzählen: „Portulak ist eigentlich ein ganz seltenes, uraltes Gemüse. Das gibt es schon seit dem 15. Jahrhundert. Ganz viele Vitamine drin, magenschonend. Ist ein schöner Salat.“

Den gibt es mit selbst geräuchertem Fisch und Linsensalat als Vorspeise, dazu ein Pastinakensüppchen mit glasierten Birnenspalten. Lisa mag den Ingwer in der Suppe: „Ich find's super lecker.“ Ute liefert gleich den Benefit: „Und super gesund.“ Vicky (28) schmeckt sofort, dass Ute es mit der scharfen Wurzel ein bisschen zu gut gemeint hat: „Da war sehr dominant Ingwer drin.“ Jens (41) hat hingegen gar nichts auszusetzen: „Es war wie von einem Restaurant.“

Über Utes Gastgeberqualitäten kann ebenfalls niemand meckern. „Das habe ich auch von ihr erwartet“, freut sich Paul (30), dass sein Glas immer nachgeschenkt wird. Auch die Geschichte von Utes Haus findet großen Anklang, denn sie hat sich ihr Traumhaus vor dem Bau aus Katzenfutter-Schachteln selbst gebastelt: „Wir sind mit dem Modell zum Architekten gegangen und haben gesagt, wir möchten das gerne so haben.“ Paul staunt: „Das war extrem beeindruckend, dass sie da drei Etagen gebaut hat.“ Lisa ist gerührt: „Ich fand es sehr, sehr schön, dass sie das so mit uns geteilt hat.“

Misslungenes Gratin „sah noch viel schlimmer aus“

Dann gibt es Hirschrücken mit Kerbelkruste, Kürbis-Kartoffel-Gratin-Röschen und Flower-Sprouts. Der Hirsch kommt natürlich ebenfalls aus der Gegend: „Den hat eine Försterin geschossen.“ Bisher lief alles super, doch dann macht das Gratin Zicken. „Grenzwertig. Hatte ich mir ein bissel anders vorgestellt“, findet Ute ihre Beilage nicht fest genug.

Beim Anrichten fällt alles auseinander. Schon beim Probekochen gelang es nicht: „Das sah noch viel schlimmer aus.“ Paul bildet sich gerne selbst eine Meinung, ob das Essen gelungen ist oder nicht: „Wäre besser gekommen, wenn sie das nicht alles gleich gesagt hätte.“ Denn so schlimm wie Ute finden die Gäste das Gratin nicht.

Vanille-Pistazien-Eis mit flambiertem Weinbergpfirsich und Pfirsichlikör bildet den süß-hochprozentigen Abschluss. Dass das Eis auch ohne Eismaschine so cremig ist, verblüfft die Gäste. Utes Trick: „Die Milchmädchen-Dings kristallisiert einfach nicht.“ In den Genuss kommt Lisa nicht, denn ihr veganes Eis kristallisiert sehr wohl: „Aber das ist vollkommen ok.“ Paul hauen die eingelegten Pfirsiche um: „Das war purer Alkohol.“ Mit 32 Punkten schafft es Ute leider nicht, Montags-Kandidatin Vicky von der Spitzenposition zu verdrängen. (tsch)