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Markus Lanz War Lockdown seine Idee? Lauterbach berichtet über Gespräch mit Merkel

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Karl Lauterbach zeigte sich bei Markus Lanz am Mittwoch (28. Oktober) zufrieden mit den Corona-Maßnahmen der Regierung.

Köln – Es wird ernst im Corona-Herbst. Am Mittwoch (28. Oktober) verschärfte die Bundesregierung ihr Maßnahmenpaket im Kampf gegen die rasant steigenden Fallzahlen noch einmal. Ab Montag (2. November) wird in Deutschland durch einen Lockdown das öffentliche Leben wieder massiv heruntergefahren.

Bei Markus Lanz äußerte sich am Abend Karl Lauterbach, einer der lautesten Mahner der Corona-Krise. Am Vorabend hatte es bei Lanz noch eine rege Diskussion um die Debatte zur Maskenpflicht gegeben.

Der SPD-Gesundheitsexperte fordert seit Wochen einen härteren Kurs aus der Politik und hatte daher eine klare Meinung zum Lockdown. Nach viel Kritik in den vergangenen Wochen gab es dafür sogar ungewohnten Zuspruch.

Karl Lauterbach zeigt sich optimistisch bei Markus Lanz

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Wohl selten sah man Lauterbach bei einem seiner vielen TV-Auftritte in den vergangenen Monaten so zufrieden wie am Mittwochabend.

„Ich glaube, das ist ein ganz großer Erfolg, das muss man wirklich sagen“, erklärt er zu Beginn der Sendung im ZDF anerkennend. Wichtig sei, die „anflutende zweite Welle“ so früh wie möglich zu brechen. In dieser Hinsicht hätten die Entscheidungsträger in Sachen Zeitpunkt und Schärfe der Maßnahmen lehrbuchartig reagiert.

Er berichtet, dass er und Virologe Christian Drosten bereits früh ein solches Vorgehen angeregt hätten. „Ich will mal nicht indiskret sein, aber sicherlich haben wir auch mit der Kanzlerin darüber reden können“, wirft er ganz beiläufig ein.

„Sie haben der Kanzlerin das vorgestellt?“, hakt Lanz ein. „Das will ich auch nicht so sagen“, winkt Lauterbach ab und berichtet über zahlreiche Wissenschaftler, die hinter der Idee stünden.

Karl Lauterbach mit Corona-Maßnahmen zufrieden

Dass nach viel Kritik in den vergangenen Wochen nun tatsächlich wie gewünscht reagiert wurde, stimmt Lauterbach sichtlich positiv für die kommenden Wochen. Als Streitpunkt erweisen sich allerdings die viel kritisierten Schließungen in der Gastronomie.

Beim nun ausgesprochenen „Wellenbrecher-Shutdown“ gehe es darum, die Kontakte zu reduzieren, so Lauterbach. Genau das sei mit den neuen Beschlüssen gewährleistet und schließe daher unbedingt auch Gastro-Betrieb ein.

Streit bei Markus Lanz über Gastro-Schließungen

„Aber Kontakt ist eben nicht gleich Kontakt. Das ist ja der Punkt“, entgegnet Wirtschaftsexperte Clemens Fuest. Lauterbach geht auf das Beispiel einzelner Superspreader ein. „Wenn der im Innenraum sitzt und gibt viel Virus frei, ist die Gefahr, dass sich andere anstecken hoch.“ Plexiglas könne da nicht viel ausrichten.

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Karl Lauterbach war bei Markus Lanz am Mittwoch (28. Oktober) nur selten in Diskussionen verwickelt.

„Wenn ich es zwei Haushalten gestatte, sich zu Hause zu treffen, warum gestatte ich Menschen aus zwei Haushalten nicht, sich hinter Plexiglas im Restaurant zu treffen?“, mischt sich auch Journalistin Christiane Hoffmann ein. Der Einwand lässt auch Lanz kurz auflachen. „Gute Frage“, schmunzelt er.

Winfried Kretschmann steht Karl Lauterbach bei

Lauterbach macht deutlich, dass Aerosole sich in den Räumen verteilen und sich daher auch von einzelnen Hindernissen, etwa zwischen Tischen, nicht aufhalten lassen.

So ganz überzeugt ist auch Fuest davon nicht: „Ich kann Ihnen theoretisch folgen“, gibt er zu, betont anschließend aber, dass ihn die Argumentation grundsätzlich nicht überzeuge.

Unterstützung für Lauterbachs Meinung gibt es vom zugeschalteten Winfried Kretschmann. „Da ist man im Wirtshaus noch ein Gläschen trinken, da wird man fröhlich und passt nicht mehr so auf“, zeichnet Baden-Württembergs Ministerpräsident ein Bild, das durch die Maßnahmen in den kommenden Wochen unbedingt verhindert werden soll.

Winfried Kretschmann sauer über Frage von Markus Lanz

Deutlicher wird er, als Lanz ihn auf ein pikantes Thema anspricht. Ob man sich in 50 Jahren nicht mehr an die Maßnahmen gegen das Coronavirus erinnere, sondern daran, dass es „der Beginn der Überwachung war“.

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Winfried Kretschmann äußerte sich in einer Video-Schalte eindeutig zu den Vorwürfen gegen überzogene Corona-Maßnahmen.

Der Grünen-Politiker reagiert entsetzt. „Nein, das ist vollkommen abwegig. Warum sollten wir auf einmal einen Spaß haben, die Leute zu überwachen?“, fragt er und poltert los: „Wir sind doch selbst freiheitliche Menschen. Wir sind stolz drauf, dass wir in einem freien Staat leben. Wir haben keine Gelüste nach Lukaschenko und solchen Typen.“

Einmal in Rage, legt Kretschmann nach. „Wir sind froh, wenn das rum ist und dann sind wir froh, dass wieder freie Verhältnisse herrschen, wo diese Sachen abgestellt werden.“

Karl Lauterbach äußert bei Markus Lanz optimistische Weihnachts-Prognose

Angesichts der ungewohnten Rückendeckung erlebt Lauterbach ausnahmsweise einen entspannten Talkshow-Abend. Anders als in den vergangenen Wochen, als sich Gäste etwa bei „Hart aber Fair“ auf Lauterbach eingeschossen hatten, gibt es am Mittwoch kaum Gegenwind.

Selbst als er von einer „katastrophalen Notlage“ mit etwa 100.000 täglichen Neuinfektionen spricht, die er ohne die neuen Maßnahmen befürchtet hätte, herrscht weitgehend Schweigen in der Runde.

Dass reagiert wurde, verleitet ihn zu einem positiven Fazit. Deutschland werde wohl ein gutes, wenn auch kein normales Weihnachtsfest erleben. Bei derart positiven Aussichten in der aktuellen Lage mag dann auch niemand mehr widersprechen. (bc)

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