Hochrangiger Gast bei „Maischberger” Donald Trumps Ex-Berater zeigt sich erschüttert

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Ex-Sicherheitsberater John Bolton prognostiziert bei „Maischberger”, was bei Trumps Sieg passieren würde.

Köln – Es ist ein wahrer Wahl-Krimi in den USA, dem die Welt am Mittwoch (4. November) beiwohnt. Klar, dass es auch bei „Maischberger“ (ARD, 21 Uhr) um dieses Thema ging, auch wenn die erbitterte Wahl zum Zeitpunkt der Ausstrahlung noch gar nicht beendet war.

Mit diesen Gästen sprach Sandra Maischberger über den Präsidentschaftswahlkampf und die Lage in den USA:

  • Gayle Tufts
  • John Bolton
  • Alexander Graf Lambsdorff, FDP
  • Sahra Wagenknecht
  • Christian Hacke
  • Ralph Freund
  • Kenton E. Barnes
  • Ansgar Graw

Es war einer der Momente der Wahl, die schon früh am Election Day für viel Diskussion sorgten: Donald Trump deklarierte den Sieg vorzeitig für sich, da waren Millionen Stimmen noch gar nicht ausgezählt. Der US-Präsident zweifelt die Stimmenauszählung in zahlreichen Bundesstaaten an.

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Ex-Sicherheitsberater John Bolton prognostiziert bei „Maischberger”, was bei Trumps Sieg passieren würde.

„Ich habe das vorausgesagt, Trump wird sich als Sieger deklarieren“, meint der US-Korrespondent Ansgar Graw. „Das ist sein Wahlkampf-Mittel!“

Der Politikwissenschaftler Christian Hacke erklärte, er habe sich danach gefragt, ob Trump eher uramerikanisch oder unamerikanisch ist?

Maischberger: Politikwissenschaftler hält Donald Trump für „undemokratisch und unamerikanisch“

„Vorzeitige Siege zu erklären, das ist jedenfalls undemokratisch und unamerikanisch“, erläuterte er. „Damit kommt er nicht durch.“ Ihn treibe auch eine andere Frage um: „Wenn alle Stimmen ausgezählt sind, dann nehmen sicherlich die Rechtsanwälte die Dinge in die Hand. Wir haben dann nicht nur ein paar Wahltage, sondern vielleicht eine Wahlwoche oder sogar einen Wahlmonat. Das zieht sich in die Länge!“

Anschließend schaltete sich ein hochrangiger Gast ins Studio von Sandra Maischberger: Der ehemalige Sicherheitsberater von Donald Trump gab seine Einschätzung zur Wahl preis. Vor kurzem erst veröffentlichte er sein Buch „Der Raum, in dem alles geschah“, nun wagte er eine Prognose, was zum einen kurz nach der Wahl passieren könnte. Und was passiert, sollte Trump gewinnen.

Ein Blick in die Zukunft, der Anlass zur Sorge gibt.

Maischberger: Prognose von John Bolton gibt Anlass zur Sorge

Ähnlich wie vor ihm Graw und Hacke erklärte auch Bolton, dass es zwar nach einem Biden-Sieg aussehe, Trump aber rechtliche Schritte gegen das Wahlergebnis einleiten wird. Und das könnte sich lange hinziehen.

Trump erklärte bereits, notfalls bis vor den Supreme Court zu gehen. „Ein empörendes Statement, er hat gar keinen Grund dafür“, so Bolton. „Er muss erst andere Gerichte einschalten. Dass die Stimmen nur am Wahltag zählen, so wie er es gesagt hat, das ist schlicht und ergreifend falsch.“

Maischberger: Ex-Sicherheitsberater nennt Trump „beschämend und verantwortungslos“

Bolton erklärte, dass auch Trump selbst bei seiner Wahl 2016 Profiteur dieser Tatsache war. „Ihm ist nicht klar, dass er 2016 auch erst an einem Mittwoch gewonnen hat. Er hat es vergessen.“ Dass Trump die Wahlen jetzt nicht anerkennt, finde Bolton „beschämend und verantwortungslos.“

Dass Trump dies tut, sei aber typisch für den Präsidenten. „Er schafft sich seine eigene Welt und er lügt.“ Nun müssten seine Rechtsanwälte erst einmal Beweise für seine Behauptung liefern, „aber es gibt keine Beweise.“

John Bolton bei Maischberger: „Was Trump tut, ist besorgniserregend”

Bolton erklärt weiter: „Was Donald Trump dort tut, ist sehr besorgniserregend: Die Wahlergebnisse könnten sich nun sehr lange verzögern und Trumps Äußerungen könnten für Probleme sorgen.“

Dabei könne Trump nicht unterscheiden zwischen persönlichen Zielen und seinen Aufgaben als Präsident. „Er sieht nur eigene Interessen“, so Bolton.
Sandra Maischberger fragte, ob es denn im Weißen Haus jemanden gebe, der Trump auch mal auf seine Fehler hinweise.

Bolton bei Maischberger: „Trump versteht US-Justizsystem nicht”

„Darauf wird Trump nicht hören“, antwortet der ehemalige Sicherheitsberater. „Vielleicht hat Trump einen Rechtsanwalt, der das vor Gericht bringt. Aber er versteht das unabhängige Justizsystem der USA nicht. Er denkt, der Supreme Court wäre ihm zu Willen. Er weiß es einfach nicht besser.“

Fest steht: Donald Trumps erste Amtszeit hat bereits immensen Schaden angerichtet. Was wird eine zweite Amtszeit mit den USA anrichten?

„Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben nicht für die Republikaner gestimmt“, antwortete Bolton. „Ich hoffe, dass der Schaden, den er anrichten wird, irgendwie verhindert werden wird.“

Was würde passieren, wenn Donald Trump gewinnt?

Dann erklärt er, was passieren könnte, würde Trump gewinnen: „In einer zweiten Amtszeit wäre er unbegrenzt in seinem Handeln. Es gibt zwar Grenzen durch die Verfassung, aber sein Verhalten wird noch unvorhersehbarer werden. Viele Dinge, die er in ersten Amtszeit versprochen hat, wird er weiter voranbringen.“

Er nannte den Nato-Austritt als Beispiel. Von dem habe er Trump während seiner Zeit im Weißen Haus noch abgehalten, nun halte ihn nichts mehr ab. „Weitere Mitarbeiter werden aus seinem Stab geschmissen.“ Trump könnte ungehemmt agieren.

Bolton würde mit Sorgen in die Zukunft blicken, erklärt er. Denn Trump entscheide vieles impulsiv, „aus einem Instinkt heraus.“ Logik würde in seine Überlegungen nicht zwingend mit einbezogen. (mg)

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