„Muss Sorge machen“ Lauterbach warnt in ARD-Show vor nicht-impfbarer Mutation

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Gesundheitsexperte Karl Lauterbach war zu Gast in der ARD-Talkshow „Maischberger. die Woche“ und sprach über seine Sorge um das mutierende Corona-Virus. Unser Foto entstand im November 2020 in Berlin.

Köln – Seit wenigen Wochen laufen die Impfungen gegen das Coronavirus. Die Infektionszahlen sinken, doch weitere Mutationen aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien bereiten Politikern und Medizinern Sorgen. Auch Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte in der jüngsten Ausgabe der ARD-Talkshow „maischberger. die woche“ (27. Januar) vor den neuesten Entwicklungen.

  • Karl Lauterbach zu Gast in ARD-Talkshow „maischberger. die woche“
  • Gesundheitsexperte warnt vor nicht-impfbarer Mutation
  • Lauterbach in großer Sorge um Infektionsgeschehen

Karl Lauterbach zu Gast bei ARD-Talkshow „Maischberger Woche“

Gegen die Mutationen aus Südafrika und Brasilien wirken die Impfstoffe „wahrscheinlich“, erklärte Lauterbach, allerdings „möglicherweise nicht so stark“ und „möglicherweise nicht so lange“.

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Das Virus passe sich evolutionär an, lerne nun also besser, sich auszubreiten, womit bisher nicht gerechnet wurde.

„Das spricht dafür, dass wir damit noch viel mehr kämpfen werden“, betonte er. „Dass es an mehreren Stellen gleichzeitig und auf eine so trickreiche Art passiert ist, und ein solcher Umfang der Veränderung, muss wirklich Sorge machen“, betonte der 57-Jährige.

Lauterbach sorgt sich um Mutationsentwicklung: Zahl der Fälle so nierdrig wie möglich halten

Man müsse die Zahl der Fälle so niedrig halten wie möglich, denn: „Es kann sein, dass wir zum Schluss eine Mutation haben, gegen die wir nicht mehr impfen können“, erklärte er gegenüber Moderatorin Sandra Maischberger.

Hendrik Streeck, der Direktor des Instituts für Virologie im Universitätsklinikum in Bonn, war ebenfalls zu Gast. Er stimmte Lauterbach zwar zu, dass es sein könne, dass Impfstoffe schlechter wirken und man bei den neuen Mutationen aufpassen müsse. Allerdings sehe er die Entwicklung etwas optimistischer. Der 43-Jährige glaube nicht, dass eine „Immunantwort“ ganz weg sei.

Außerdem fragte Maischberger, welchen Inzidenzwert Streeck sich wünsche. Karl Lauterbach plädierte für einen Wert unter 25.

Virologe sieht Inzidenzwert mit zunehmender Geimpftheit irrelevanter

Streeck betonte, dass dies nicht der „einzige alleinige Parameter“ sein sollte, nach dem man sich ausrichte. Bei Geimpften können schließlich auch weiterhin noch Viren im Rachen nachgewiesen werden.

Für Streeck sei es wichtig, ob der Mensch krank werde und ob er behandelt werden müsse. Die Neuinfektionszahlen dürfen zwar nicht außer Acht gelassen werden, allerdings werden diese Zahlen „mit zunehmender Geimpftheit irrelevanter“ werden.

Lauterbach war hier anderer Meinung. „Ich glaube, dass es sehr relevant ist, auf die Zahl der Neuinfektionen zu schauen“, betonte er. 1,1 Prozent der Infizierten sterben, erklärte er, daher würde es mehr Tote geben, je mehr sich infizierten.

Außerdem würden viele gar nicht mehr auf die Intensivstation kommen und viele hätten ein Leben lang mit Langzeitfolgen zu kämpfen. Die Krankheit betreffe nicht nur die Lunge, sondern das gesamte Gefäßsystem.

„Die Kontakte zählen“: Lauterbach fordert weitere Kontaktbeschränkung

Es sei auch mit mitnichten so, dass man „nur die paar geheimnisvollen Plätze“ kennen müsste, an denen sich „wirklich die Infektionen abspielen“, um „das Gießkannenprinzip“ und den Lockdown zu vermeiden: „Leider ist es aber wissenschaftlich nicht so. Wissenschaftlich ist es so: Die Kontakte zählen“, redete sich Lauterbach dann in Rage.

„Diese magische Idee, dass es irgendwo geheime Kontakte gibt, wenn wir es nur dort in den Griff bekämen, dann könnten wir uns spezifisch den dummen Lockdown sparen“, von dieser Vorstellung müsse man sich verabschieden, so der SPD-Gesundheitsexperte: „Das ist einfach nicht epidemiologisch haltbar.“ (tsch)

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