Mit simplem Kniff Deutscher gewinnt als Nazi Hollywoodpreis, angefangen hat er in Köln

Benjamin Schnau on set of 'The Little Picture'

Benjamin Schnau in seiner Rolle als Nazi-General, für die er nun in Hollywood ausgezeichnet wurde.

Los Angeles – Und der Preis für „Bester Nebendarsteller“ geht an… einen Deutschen.

Kann doch nicht sein. Die Academy Awards sind doch längst vorbei. Kann doch sein. Wir reden hier nicht von den Oscars, sondern von einem Hollywood-Filmfestival. Nicht irgendeinem. Das Festival für Top-Kurzfilme kürt – genauso wie die Oscars – Leistungen in allen Kategorien.

Und so kam Benjamin Schnau zu der Ehre, „Best Supporting Actor of the Year“ zu werden. Mit seiner Rolle als Nazi-General in „The Little Picture“ setzte er sich gegen 120 Konkurrenten durch.

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Benjamin Schnau gewinnt Hollywoodpreis: Alles begann in Köln

Der gebürtige Magdeburger begann seinen Weg nach Hollywood auf der Kölner Schauspielschule „First Take“. Bei den „Rosenheim Cops“ schnupperte er in den Bavaria Filmstudios in München zum ersten Mal Set-Luft. Umzug nach London für die erste große Rolle: Benjamin spielte neben Benedict Cumberbatch und Michael Shannon in „The Current War“.

Das machte ihm Mut, 2017 den Sprung nach Hollywood zu wagen: „Ich hatte schon als kleiner Junge in der DDR den Traum, dort zu landen. Damals schien er unerfüllbar … und jetzt stand ich plötzlich wirklich da, wo ich hinwollte.“

Benjamin-Schnau

Schauspieler Benjamin Schnau startete einst in Köln seine Karriere.

In Hollywood musste er um die kleinen Rollen kämpfen

Die Konkurrenz war hart und Schnau musste selbst um kleine Rollen kämpfen. Es war die Rolle des Nazi-Generals in „The Little Picture“, die ihm den Durchbruch brachte. Er bekam sie dank eines Schachzugs: „Bei der Audition wollten sie etwas Deutsches hören. Ich habe die Szene in Wolf Of Wall Street, wo Leonardo Di Caprio sein Team einschwört, auf Deutsch übersetzt“.

Die Produzenten waren begeistert und Schnau bekam die Rolle als General Gunter Wolfgang. „Der muss kurz vor Ende des Krieges seinen Truppen klar machen, dass alles verloren ist und sie trotzdem dazu zu kriegen, den Boden bis auf den letzten Blutstropfen zu verteidigen.“

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Wegen Corona war die Gala virtuell

Für die Rolle nominiert zu werden, war schon ein Riesenerfolg. Der Wermutstropfen: „Ich war ein bisschen traurig, dass ich bei meiner ersten Hollywood-Gala nicht über den roten Teppich gehen konnte.“ Wegen Corona ging es virtuell ab. Alle nominierten Schauspieler bekamen Zugangs-Schlüssel, mit denen sie sich auf die Webseite des Festivals einloggen konnten.

„Als ich als Gewinner bekannt gegeben wurde, war das ein unglaubliches Gefühl. Stolz gemischt mit der Gewissheit, dass alles im Leben möglich ist.“

Obwohl Corona Hindernisse aufbaut: „Ich habe im Februar im Netflix-Film ‚Mank‘ mit Gary Oldman und Amanda Seyfried vor der Kamera gestanden – und dann wurde plötzlich alles dicht gemacht.“

Zeit für Schnau, den Blick auch wieder auf sein Heimatland zu richten: „Wenn es da bei Film und Fernsehen wieder losgeht, komme ich für ein Angebot gern zurück.“

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