Hirschhausen bei Maischberger„Sind keine Virus-Opfer, haben eine Menge dafür getan“

Hirschhausen bei Maischberger

Eckart von Hirschhausen hat im Talk mit Sandra Maischberger einen Zusammenhang von Pandemie und Klimakrise gezogen. Der Mediziner sagte, die Menschheit zahle „selber den Preis für die Naturzerstörung“.

Berlin – Eckart von Hirschhausen, eigentlich bekannt für seinen humoristischen Umgang mit Themen aller Art, kann auch anders. Im Talk mit Sandra Maischberger sprach der Mediziner über den Klimawandel und darüber, wieso SUVs in Zukunft wie Traktoren behandelt werden sollten.

  • Eckart von Hirschhausen zu Gast bei „maischberger.die woche“
  • Mediziner spricht über Zoonosen
  • Eckart von Hirschhausen sieht Zusammenhang zwischen Pandemie und Klimakrise

Die Inzidenzwerte sinken, die Zahl der ein- und zweifach Geimpften steigt stetig. Mit zunehmenden Impffortschritt und der damit einhergehenden Hoffnung auf ein baldiges Ende der Krise scheinen viele zu beginnen, das vergangene Jahr zu reflektieren. So wohl auch Arzt und Komiker Eckart von Hirschhausen.

Am Mittwochabend (19. Mai) sprach der 53-Jährige im ARD-Talk „maischberger. die woche“ darüber, dass wir „keine Opfer eines Virus“ seien. „Wir haben eine Menge dafür getan, dass Zoonosen viel häufiger werden“, mahnte von Hirschhausen.

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Von Hirschhausen über Corona bei Maischberger: Menschheit zahlt Preis für Naturzerstörung

In der Vergangenheit seien wiederholt Infektionskrankheiten von Tieren auf Menschen übersprungen, etwa Ebola, HIV und Sars. Drei Viertel der Infektionskrankheiten würden heutzutage aus dem Tierreich stammen, erklärte der Mediziner. Grund dafür sei, dass „Wildtiere keinen Rückzugsort mehr haben.“ Die Menschheit zahle „selber den Preis für die Naturzerstörung“, so der Moderator. Die Pandemie und die Klimakrise seien unweigerlich miteinander verknüpft.

Auch in seinem kürzlich erschienenen Buch „Mensch, Erde! Wir könnten es so schön haben“ warnt er davor, durch vernachlässigten Klimaschutz wiederholt Epidemien zu provozieren. Seiner Meinung nach werde die „zentrale Frage“ danach, ob die Pandemie verhindert werden hätte können, nicht ausreichend diskutiert.

Eckart von Hirschhausen bei Maischberger: Verhindert Klimaschutz weitere Pandemien?

Eine derzeit vieldiskutierte Maßnahme für den Klimaschutz ist das zuletzt von der grünen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock geforderte Verbot von Kurzstreckenflügen innerhalb Deutschlands. Auf Sandra Maischbergers Nachfrage, ob er dies für richtig halte, antwortete von Hirschhausen mit einem klaren und deutlichen: „Ja!“

Er selbst sei seit geraumer Zeit von Flugreisen innerhalb Deutschlands auf die Bahn umgestiegen. In Deutschland habe man versäumt, ein Schnellbahnnetz aufzubauen. Was man als einzelner tun könne? „Weniger fliegen“ und „weniger Fleisch“, jedoch wolle er nicht mit Verboten argumentieren. Stattdessen sehe der TV-Arzt solche Verzichte auf lange Sicht als „Gewinn an Lebensqualität“.

Weitere Gäste bei Sandra Maischberger am 19. Mai 2021 waren:

  • Jörg Pilawa
  • Katharina Hamberger
  • Nikolaus Blome
  • Constantin Schreiber
  • Malcolm Ohanwe

Eckart von Hirschhausen fordert Tempolimit für SUVs

Hinsichtlich SUVs habe von Hirschhausen sogar noch „eine bessere Idee“. Statt Geländewagen zu verbieten, sei er für ein Tempolimit. Wenn Leute mit SUVS „meinen, sie brauchen zwei Tonnen Stahl wie ein Traktor, und sie brauchen auch die PS von einem Traktor, sollen sie bitte auch nur so schnell fahren dürfen wie ein Traktor“, so Hirschhausen. Gesetzlich festgelegte 25 km/h seien schlichtweg eine „ordnungspolitische Maßnahme“ für all diejenigen, „die diese völlig idiotischen, übermotorisierten, überschweren Karossen“ fahren wollen, so der Arzt. (tsch)