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„Grill den Henssler“ Steffen ätzt über Tim Mälzer: „Jetzt entscheidet der Drecksack“

Tim Mälzer und Steffen Henssler bei „Grill den Henssler” am 2. Mai auf VOX

TV-Koch Tim Mälzer überraschte Steffen Henssler am 2. Mai in dessen Show „Grill den Henssler”.

Köln – „Das war wie ein Hühnerhaufen!“ Moderatorin Laura Wontorra hatte Recht: Die 100. „Grill den Henssler“-Sendung (VOX) hatte es in sich. Hohe Kochkunst, bestgelaunte Verbal-Scharmützel und Küchenkampf bis aufs Blut: Alle Beteiligten machten Appetit auf die nächsten 100.

  • „Grill den Henssler“ feierte am 2. Mai 100-Folgen-Jubiläum
  • Tim Mälzer überraschte Steffen Henssler als Gast-Juror
  • Am Ende entschied Juror Christian Rach über den Gewinner

Was für eine Jubiläumssendung! Erst gab's Pyro-Feuerwerk im leider menschenleeren Studio, dann ein multiples Feuerwerk in der Küche und am Jurytisch – dreimal die Traumnote 10! Die hat auch die Sendung verdient.

Das lag nicht nur an Mâitre Steffen Henssler (Laura Wontorra: „Die coolste Sau im deutschen Kochgeschäft!“), sondern vor allem an seinen Gästen. Wer solche Freunde hat, braucht nämlich keine Feinde. Hat aber trotzdem immer beste Laune.

Es waren edle Gäste, die da für Steffen Henssler Spalier kochten: Moderatorin Panagiota Petridou, die schon in der ersten Sendung am 26.9.2013 gegen Henssler antrat (und verlor).

Der verbal wie kulinarisch ambitionierte Mario Barth (Wontorra: „Der Mann, der schneller Kartoffeln schält als sein Schatten!“). Und Terrier Detlef Steves – als Henssler-Freund so treu wie als Lieblingsrivale verbissen –, der zum 15. Mal bei GdH antrat.

Noch häufiger war nur Ali Güngörmüş am Start. Er versuchte diesmal, in seinem 16. Einsatz als Kochcoach, seinen 4. Sieg zu holen.

„Grill den Henssler“: Jury-Urgestein Calmund verputzt Speisen für 15.926,80 Euro 

Henssler feierte die „100“ nicht alleine. Von Beginn an dabei: Reiner „Calli“ Calmund am Jury-Tisch. Das Urgestein, so rechnete Wontorra vor, hat in 99 Sendungen bislang 799 Teller verkostet. Wontorra machte die Rechnung auf:  „Hättest du alle Gerichte, die du hier getestet hast, regulär im Restaurant bezahlen müssen, wärst du jetzt bei 15.926,80 Euro. Zahlst du bar oder mit Karte?“

Ja, auch Wontorra, dem Anlass entsprechend im Silvesterglitzerfummel gewandet, trug das Ihre zum Feste bei – auch wenn sie zwischen den Küchen hektisch wie eine Flipperkugel im Extraspiel-Modus wirkte.

Und dann gab es auch noch einige personelle Überraschungen, die die Show zusätzlich würzten und veredelten.

Es begann schmerzhaft: Beim Impro-Gang aus den zur Gala passenden Nobel-Zutaten „Trüffel, Hummer und Champagner“ verletzte sich Henssler beim Versuch, die Schampus-Flasche (auf Wontorras Wunsch) mit dem Messer aufzuschlagen, an der rechten Hand.

„Schei..., geschnitten, weil die Wontorra saufen will.“ Zu Lauras Ehrenrettung: Alle süffelten, und nicht nur edles Blubberwasser. Es folgten ein lecker Kölsch und später Gin Tonic und ein Ouzo. Stößchen auf die 100.

„Grill den Henssler“: Steffen Henssler von eigenem Küchendirektor verraten

Schon bei der Vorspeise wurde Henssler kalt erwischt. Detlef Steves forderte Henssler zu dessen Signature Dish aus dessen eigener Gastroküche heraus: „Sashimi vom norwegischen Fjordlachs mit Nussbutter und Ponzu-Sauce“.

Henssler und Detlef Steves

Prost auf einen echten Coup: Detlef Steves trainierte im Vorfeld der Jubiläumsshow „Grill den Henssler” heimlich mit Tobias Frerks (Mitte), dem Küchendirektor der henssler'schen Gastronomien. 

Und – noch verblüffender für Henssler: Steves hatte sich hinter Hensslers Rücken die bestmögliche Verstärkung geholt: Tobias Frerks, Hensslers langjährigen Freund und amtierenden Küchendirektor. Tagelang hatten die beiden heimlich trainiert. „Tobi, wenn Detlef das gewinnt, würde ich schon mal einen Jobaufruf starten“, war Henssler not amused.

Frerks, seit 20 Jahren mit Henssler in Freundschaft am Herd verbunden, muss sich keinen neuen Job suchen: Die Vorspeise endete 28:28. Boes gab Steves eine 10, die Calli mit einer Bestnote für Henssler konterte, Rach wollte kein Spielverderber sein und wertete 9:9. Henssler war latent unzufrieden: „Remis gegen Detlef – das ist nah an einer Niederlage.“

Steffen Henssler entsetzt über Tim Mälzer: „Jetzt entscheidet der Drecksack!“

Die noch größere Überraschung erlebte Henssler nach der Hauptspeise (Wiener Schnitzel mit Rösti à la Kartoffelsalat ). Während des Kochens gab es von Mario Barth High-Level-Gestichel („Stumpfe Reibe bei Henssler? Kenn' wa ja: Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, ist die Badehose schuld“) und ein Geständnis von Wontorra: Die hatte sich ausgerechnet bei Hensslers Lieblingsfeind Tim Mälzer über Schnitzel schlau gemacht.

Henssler gewohnt herablassend: „Dessen fiese Tricks braucht der Profi nicht.“ Wontorra: „Uiuiui, gut, dass Tim Mälzer nicht zuguckt.“ Henssler: „Der guckt immer, der muss ja was lernen.“

Wie wahr. Denn plötzlich stand Mälzer im Studio. Und nahm auf Christian Rachs Jury-Stuhl Platz! Richtig mulmig wurde es Henssler, als Mälzers Wertung plötzlich wichtig wurde, weil es nach Boes (8:8) und Calli (9:9) Unentschieden stand.

„Jetzt entscheidet der Drecksack, das darf nicht wahr sein“, unkte Henssler. Aber zu Unrecht: denn – Wunder geschehen! Mälzer wertete Hensslers Teller als „Gaumenplaisir“ und emotional „wie von einer wallenden Küchenmama mit wogendem Busen“ – und zwei Punkte besser als Barths Gericht.

Christian Rach entscheidet den Kochkampf: Steffen Henssler gewinnt

Panagiota Petridou knallte Henssler die Nachspeisen-Aufgabe „Veganer Milchreis mit Mastix, Pistazienzigarre, Feigen und veganem Schaum“ förmlich vor den Latz („Nimm das!“).

Henssler („Mein Gott Walter, was für ne Sch...!“) war ratlos. Beide traten bandagiert an – sie schnitt sich in den Finger („Ich bin schwer verletzt!“), Henssler trug da bereits zwei Heftpflaster.

Kochsportlich stand es vor der Nachspeise 83:83. Enges Höschen also. Da suchte Henssler sogar Rat bei Mälzer, was aber schnell in Stress ausartete. „Hau doch ab, wenn de nix weißt.“ – „Weiß ich wohl!“ – „Nie im Leben weißt du, wie veganer Schaum geht.“

Mälzer gab zurück: „100 Sendungen. Hätt ich nie gedacht, als ich damals dein Gesicht sah. Und dann kam ja auch noch die Kochperformance dazu. Der Beweis, dass man auch mit Inkompetenz Geld verdienen kann.“ Großes Küchenkino!

Der Küchenkampf bis aufs Blut wurde knapp entschieden. Von Christian Rach! Nach Callis 7:7 („Dat hätt misch nit vom Sitz jerissen.“) und Mirja (7:6 für Rot) lag Petridou auf Siegkurs.

Aber Rach hatte eine „Geschmacksexplosion“ bei Blau erlebt und wertete 8:6 für Henssler, was den 21:20-Nachspeisensieg und den 104:103-Gesamttriumph perfekt machte.

Mälzer, der außer Konkurrenz mitfutterte und -wertete, sah Petridou (8:4) klar vorne. Bei ihr erkannte er „filigrane Aromatik, wie eine Cabrio-Fahrt übers Land“.

Bei Henssler konstatierte er: „Geschmacklich wie eine Massenkarambolage.“ Ergänzte aber: „Ich bin froh, dass ich hier nix zu sagen habe.“ Steffen Henssler antwortete erleichtert: „Ich auch, ich auch!“ 

Herzlichen Glückwunsch, auf die nächsten 100! (tsch)

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