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„Hart aber fair“ Mit Antwort auf Plasberg-Frage sorgt Krankenpfleger für Kopfschütteln

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Alexander Jorde (24) ist Krankenpfleger auf einer Intensivstation und war zu Gast bei „Hart aber fair“.

Köln – Die Corona-Krise wird für die Menschen zunehmend zur Belastung. Eine selten diskutierte Personengruppe stand am Montag (7. Dezember) bei „Hart aber fair“ im Fokus: Jugendliche und junge Erwachsene.

Dabei trifft die Pandemie junge Menschen, die gerade noch in der Lebensfindung sind, hart. In dem ZDF-Talk haben sie die Chance bekommen, mit Vizekanzler Olaf Scholz über ihren Lockdown-Frust und Zukunftssorgen zu diskutieren.

Die Gäste bei „Hart aber fair“ am 7. Dezember:

  • Ria Schröder (28): Juristin, Beisitzerin im FDP-Bundesvorstand
  • Philipp Isterewicz (28): Radio-Moderator bei 1Live und DJ
  • Olaf Scholz (62), SPD: Bundesfinanzminister, Vizekanzler, Kanzlerkandidat der SPD
  • Alexander Jorde (24): Krankenpfleger auf einer Intensivstation
  • Sarah-Lee Heinrich (19): Studentin
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Sind das wirklich nur Luxus-Probleme, mit denen sich junge Leute herumschlagen müssen? So zumindest lautet der Vorwurf vieler älterer Menschen.

Und auch die Kanzlerin rückte den Fokus der negativen Aufmerksamkeit auf junge Menschen. „Gerade die Jugend ist es, an die wir heute appellieren müssen, gerade jetzt auf Partys und Feiern zu verzichten“, sagte Angela Merkel zum Beginn der zweiten Welle im Oktober.

„Hart aber fair“: Kölner Studentin über bedrückende Situation

Studentin Sarah-Lee Heinrich (19) erzählt bei „Hart aber fair“, dass sie gerade erst nach Köln zum Studium gezogen war, als die Corona-Krise losbrach. Auf 20 Quadratmetern ohne Mitbewohner ganz allein zu leben, das sei schon eine große Belastung gewesen.

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Studentin Sarah-Lee Heinrich nahm an der Talk-Runde „Hart aber fair“ teil.

Es fehlten einfach die Rückzugsmöglichkeiten, als die meisten öffentlichen Orte geschlossen wurden.

1Live-Moderator Philipp Isterewicz (28) zu einem Video aus Nordrhein-Westfalen, dass feiernde Jugendliche unter einer Rheinbrücke zeigt: „Ich will keine rosarote Brille. Ich weiß auch, dass es solche Sachen gibt. Aber das sind nicht alle.“

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Ebenfalls Gast bei „Hart aber fair“: Philipp Isterewicz (28), DJ und Radio-Moderator bei 1Live

Dabei halte sich der überwiegende Teil der jungen Leute an die Corona-Regeln, das zeige auch eine aktuelle Studie, erklärt ARD-Moderator Frank Plasberg.

„Ich wünsche mir auch von der Politik, dass das mehr gesehen wird“, fordert Ria Schröder von Olaf Scholz.

„Hart aber fair“: Krankenpfleger sorgt für Kopfschütteln

Alexander Jorde (24), Krankenpfleger auf einer Intensivstation: „Ich würde mich auch gerne wieder mehr mit Leuten treffen. Aber wenn wir die letzten Wochen betrachten, wir kennen ja die Leute auf den Corona-Demos, die da auf den Straßen unterwegs waren, das waren nicht die jungen Menschen.“

Aber er sehe, wie ernst die Lage ist und wie wichtig die Maßnahmen sind. Jorde lebt auf der Arbeit in einem gefährlichen Umfeld. Er erinnert sich an mehrere Situationen, in denen die Gefahr, sich mit dem Virus anzustecken, zum Greifen nah war.

Doch seine Antwort auf eine Frage von Frank Plasberg sorgt bei „Hart aber fair“ für Kopfschütteln.

„Der letzte Test liegt bei mir schon ein paar Monate zurück“, erklärt Jorde. Für ihn völlig unverständlich, dass regelmäßige Tests bei Pflege- und Krankenhauspersonal nicht zum Standard gehören. „Bis zum heutigen Tag gibt es keine Verpflichtung, sich testen zu lassen.“

„Hart aber fair“: Kölner Studentin bringt Corona-Misere auf den Punkt

Einig sind sich die Gäste bei „Hart aber fair“, dass für die jungen Menschen die Corona-Krise nicht deshalb zum Problem wird, weil sie nicht Feiern oder auf Partys gehen können.

Studentin Sarah-Lee Heinrich spricht das aus, worin die gesellschaftliche Misere in der Corona-Krise liegt. Und dass die junge Generation genau dieselben Probleme hat, wie andere auch. Die wirtschaftlichen Nöte verschärften sich durch die gesamte Gesellschaft.

„Die Art, wie wir über die ganze Angelegenheit reden, trägt da schon ein bisschen Mitschuld, wenn ältere Menschen das nicht richtig verstehen. Wir jazzen das ja zu einem Generationenkonflikt auf, wenn wir es so darstellen, als wäre das größte Problem der Jugend das Feiern, und das Problem der Älteren, wirtschaftliche Sorgen“, so Heinrich.

Sie verstehe in der aktuellen Debatte, dass ältere Menschen, die selbst wirtschaftliche Sorgen haben, das Gefühl bekommen, dass Jugendliche gerade das Feiern herumtreibt, eben weil man nicht darüber spreche, wie viele junge Menschen gerade wirtschaftliche Existenzsorgen haben.

Dabei zeige sich deutlich, dass sich gesellschaftliche Probleme durch die Corona-Krise extrem verschärft hätten. Das treffe auf ältere, aber eben auch auf junge Menschen im gleichen Maße zu. (jv)

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