Auch mit Oscar in der Tasche kennt Emma Stone Unsicherheit. Im Interview spricht sie darüber, warum sie sich oft selbst hinterfragt - und weshalb genau das sie antreibt.
Emma Stone spricht offen über Unsicherheiten„Ich war schon als Kind sehr sensibel“

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Emma Stone, hier bei den Oscars 2026, versucht Unsicherheit in künstlerische Produktivität umzuwandeln. (Bild: 2026 Getty Images/Mike Coppola)
Sie gehört zu den größten Schauspielerinnen Hollywoods - und trotzdem verlässt sich Emma Stone bis heute vor allem auf ihr Gefühl. „Du weißt ziemlich schnell, ob dich etwas packt oder nicht“, gesteht sie. Ein Satz, der viel über die aus Arizona stammende US-Amerikanerin verrät. Denn während andere Projekte analysieren, trifft sie Entscheidungen oft intuitiv - und nimmt dabei bewusst in Kauf, nicht immer sofort alles zu verstehen.
Mit „Bugonia“ (jetzt bei Sky Cinema Premiere und über WOW) steht sie aktuell in einem Film im Fokus, der genau dieses Gefühl auf die Spitze treibt. In der schwarzen Thriller-Komödie wird eine erfolgreiche Pharma-CEO von zwei verschwörungsgläubigen Männern entführt - überzeugt davon, dass sie in Wahrheit ein Alien ist, das die Erde zerstören will.

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In „Bugonia“ ist Emma Stone mit Glatze zu sehen. Sie spielt ein Entführungsopfer. (Bild: Atsushi Nishijima/Focus Features)
Was zunächst absurd klingt, entwickelt sich zu einer bissigen Satire über Macht, Misstrauen und gesellschaftliche Spannungen. Im Gespräch mit der Agentur teleschau, das anlässlich des Kino-Filmstarts stattfand, wird schnell klar: Gerade diese Vielschichtigkeit habe sie gereizt.
„All diese großen Gefühle konnten plötzlich in etwas Produktives fließen“
Dass genau das nicht immer einfach ist, gibt die 37-Jährige offen zu. Auch sie kennt diesen Moment, in dem Zweifel aufkommen. „Du willst eigentlich nicht darüber nachdenken, wie Menschen etwas wahrnehmen werden“, sagt sie. Und doch passiert genau das. Gerade wenn eine Rolle komplex ist, wenn sie sich nicht sofort greifen lässt, beginne man, sich selbst zu beobachten - und verliere dabei schnell ein Stück Freiheit.
Diese Unsicherheit begleitet sie schon lange. „Ich war schon als Kind sehr sensibel“, erzählt Stone. Was früher eher eine Herausforderung war, ist heute ein wichtiger Teil ihrer Arbeit. Denn genau diese Sensibilität hilft ihr, sich in Figuren hineinzufühlen und Emotionen nicht nur darzustellen, sondern wirklich zu durchleben. „All diese großen Gefühle konnten plötzlich in etwas Produktives fließen“, erkennt sie rückblickend.
Dass hinter den intensiven Momenten oft auch Leichtigkeit steckt, zeigt sich am Set immer wieder. Bei einer besonders intensiven Szene mit einer Kollegin habe sie plötzlich nicht mehr aufhören können zu lachen. „Wir sind gute Freundinnen - es war einfach zu lustig“, erinnert sie sich. Ein Moment, der zeigt, wie nah Ernst und Humor manchmal beieinander liegen. (tsch)
