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Einer der wichtigsten deutschen Filme des JahresDas sind die Kino-Highlights der Woche

„Führer und Verführer“ gehört zu den bedeutendsten deutschen Filmen des Jahres. In einer Hauptrolle: Robert Stadlober als Joseph Goebbels. (Bild: Zeitsprung Pictures/SWR/Wild Bunch/Stephan Pick)

„Führer und Verführer“ gehört zu den bedeutendsten deutschen Filmen des Jahres. In einer Hauptrolle: Robert Stadlober als Joseph Goebbels. (Bild: Zeitsprung Pictures/SWR/Wild Bunch/Stephan Pick)

„Ich - Einfach unverbesserlich 4“, „To the Moon“ und „Führer und Verführer“, eine ambitionierte Geschichte über die Propaganda-Maschinerie der Nationalsozialisten mit Fritz Karl und Robert Stadlober: Das sind die Kino-Neustarts am 11. Juli.

„Wie konnte es den Tätern gelingen, ihre Verbrechen umzusetzen, und warum folgte die Mehrheit der Deutschen Hitler in diese Katastrophe?“ - Autor und Regisseur Joachim A. Lang (“Mackie Messer - Brechts Dreigroschenoper“) ist nicht der Erste, der diese Fragen in einem Film stellt, und wird bestimmt auch nicht der Letzte sein. Aber ja, gerade jetzt, in Zeiten von Fake News und zunehmender gesellschaftlicher Radikalisierung, erscheinen sie wieder besonders dringlich. Das Medienecho rund um die Premiere beim Filmfest München deutete es zuletzt bereits an: „Führer und Verführer“ ist einer der bedeutendsten deutschen Filme des Jahres.

Außerdem neu im Kino: das neue Minions-Abenteuer „Ich - Einfach unverbesserlich 4“ und „To the Moon“, eine romantische Geschichte rund um die erste Mondlandung mit Channing Tatum und Scarlett Johansson.

Führer und Verführer

Gru (rechts) ist in „Ich - Einfach unverbesserlich 4“ auf dem besten Wege in ein neues, ruhiges Vorstadt-Leben mit der Familie. Doch dann kommt ihm Maxime Le Mal in die Quere - ein alter Erzfeind, den er beim Klassentreffen wiedersieht. (Bild: Universal Pictures)

Gru (rechts) ist in „Ich - Einfach unverbesserlich 4“ auf dem besten Wege in ein neues, ruhiges Vorstadt-Leben mit der Familie. Doch dann kommt ihm Maxime Le Mal in die Quere - ein alter Erzfeind, den er beim Klassentreffen wiedersieht. (Bild: Universal Pictures)

Bedeutend, ambitioniert und hochkarätig besetzt, aber unweigerlich auch extrem schauderhaft. 60 Millionen Kriegstote, sechs Millionen ermordete Juden: Rund um den Kinostart von „Führer und Verführer“ rücken wieder die Zahlen in den Vordergrund, die man als normaler Mensch eigentlich gar nicht richtig erfassen oder begreifen kann. Für die filmische Aufarbeitung des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs der Menschheit nimmt Lang vor allem zwei Figuren und deren Beziehung zueinander in den Blick: Adolf Hitler und Joseph Goebbels, verkörpert von Fritz Karl und Robert Stadlober.

Die Handlung von „Führer und Verführer“ konzentriert sich auf die Zeit vom „Anschluss“ Österreichs im März 1938 bis zu Hitlers Tod im Mai 1945. Joseph Goebbels, seit 1933 Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, gehört schon lange zu Hitlers engsten Vertrauten. Bei einem Besuch der Familie Goebbels, der „Vorzeigefamilie des Reichs“, hätschelt Hitler erst die Kinder, die kaum ordentlicher in einer Reihe stehen könnten. Dann eröffnet er Joseph Goebbels: „Ich habe den Entschluss gefasst, Russland anzugreifen.“ Der Propagandaminister weiß, was das heißt, wird in der Folge zum obersten Scharfmacher. „Wir stimmen ein Höllenkonzert an“, schwört er seine Mitarbeiter ein. „Immer weiter hetzen und putschen!“

Joachim A. Lang zeigt, wie Goebbels mit seiner Propaganda-Maschinerie dabei hilft, die Massen zu „verführen“, interessiert sich aber auch für die Abläufe hinter den Kulissen und das Wechselspiel zwischen Medien und Politik. „Wir sind so wahrheitsgetreu, wie es uns nützlich ist“, erklärt Goebbels, den Stadlober mit verblüffender Detailtreue (inklusive rheinischem Dialekt) spielt, im kleinen Kreis. An anderer Stelle philosophiert der Minister: „Propaganda ist eine Kunst wie Malerei.“

Die Minions als Babysitter? Na das kann ja was werden! Aber natürlich geht es auch in „Ich - Einfach unverbesserlich 4“ nicht ohne die gelben Chaoten. (Bild: Universal Pictures)

Die Minions als Babysitter? Na das kann ja was werden! Aber natürlich geht es auch in „Ich - Einfach unverbesserlich 4“ nicht ohne die gelben Chaoten. (Bild: Universal Pictures)

Neben Archivaufnahmen und eingestreuten Zeitzeugen-Interviews (unter anderem mit der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer), die ein hohes Maß an Authentizität erzeugen, setzt Joachim A. Lang zum Teil auch auf fiktionalisierte Passagen, die wiederum auf historischen Quellen wie etwa überlieferten Briefen basieren. Eine mutige Herangehensweise an ein komplexes Thema, aber das Ergebnis erntete in internationalen Medien bereits einigen Beifall. Und Charlotte Knobloch, ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden und bis heute eine der prominentesten Stimmen der jüdischen Gemeinschaft, urteilt: „Ein Meisterwerk!“

Ich - Einfach unverbesserlich 4

Marketing-Spezialistin Kelly (Scarlett Johansson) und NASA-Direktor Cole (Channing Tatum), die beiden Hauptfiguren in „To the Moon“, können sich eigentlich gut leiden. Gleichzeitig stehen sie vor dem Hintergrund der Apollo-11-Mission in direkter Konkurrenz zueinander. (Bild: Sony Pictures/Dan McFadden)

Marketing-Spezialistin Kelly (Scarlett Johansson) und NASA-Direktor Cole (Channing Tatum), die beiden Hauptfiguren in „To the Moon“, können sich eigentlich gut leiden. Gleichzeitig stehen sie vor dem Hintergrund der Apollo-11-Mission in direkter Konkurrenz zueinander. (Bild: Sony Pictures/Dan McFadden)

Ein Superschurke, der einfach nur die weltweite Nummer eins unter den Verbrechern sein möchte, und eine ihm treu ergebene Armee von gelben kleinen Minions - das war damals die Welt von „Ich - Einfach unverbesserlich“. 14 Jahre liegt der erste Film der populären Animations-Reihe inzwischen zurück, und seit damals hat sich viel getan. Zum Beispiel, dass Gru nicht mehr alleine ist mit seinen Minions. Da sind eine Frau und inzwischen vier Kinder. Es wäre wohl an der Zeit, es der Familie zuliebe langsam mal ruhiger angehen zu lassen. Aber daraus wird nichts ...

An Gru selber liegt es nicht, dass auch in „Ich - Einfach unverbesserlich 4“ schnell wieder das große Chaos ausbricht. Der Bösewicht von einst hat sich inzwischen der Anti-Verbrecher-Liga angeschlossen, genießt derweil aber auch schon das beschauliche Vorstadt-Leben mit seiner Familie. Als dann aber ein neuer Superschurke auftaucht, wird es direkt wieder turbulent. Maxime Le Mal, ein alter Erzfeind, entführt Gru Junior. Ist ihm denn nicht klar, mit wem er sich da angelegt hat? Gru, seine Familie und die Minions (einige werden in diesem Film sogar zu „Mega-Minions“) setzen jedenfalls sofort alles daran, Baby Gru zu retten und den Bösewicht zur Strecke zu bringen.

Falls es mit der echten Mondlandung nicht klappt, soll Kelly (Scarlett Johansson, mit Jim Rash) eine „Alternativ-Version“ inszenieren - nur für alle Fälle. (Bild: Sony Pictures/Dan McFadden)

Falls es mit der echten Mondlandung nicht klappt, soll Kelly (Scarlett Johansson, mit Jim Rash) eine „Alternativ-Version“ inszenieren - nur für alle Fälle. (Bild: Sony Pictures/Dan McFadden)

Das Drehbuch zum ersten neuen Film der „Ich - Einfach unverbesserlich“-Hauptreihe seit 2017 (2022 lief das Spin-off „Minions - Auf der Suche nach dem Mini-Boss“ im Kino) lieferten Mike White und Cinco Paul. Regie führte Chris Renaud, der auch schon die ersten beiden Filme aus dem Franchise inszenierte. Zu den deutschen Synchronsprecherinnen und -sprechern gehört neben Oliver Rohrbeck (Gru) und Martina Hill (Lucy) unter anderem auch Social-Media-Star Jens „Knossi“ Knossalla, der dem fiesen Maxime Le Mal seine Stimme leiht.

To the Moon

Ein paar Menschen mit einer Rakete ins All schießen und es dann noch hinbekommen, dass sie sicher auf einem 380.000 Kilometer entfernten Himmelskörper aufsetzen: Die erste Mondlandung 1969 gilt für viele bis heute als größte Leistung in der Geschichte der Menschheit. Für andere ist es der größte Fake aller Zeiten. Und damit natürlich ein Stoff wie gemacht für Hollywood. Schon mehrfach wurde die vermeintlich inszenierte Mondlandung von damals auf der großen Leinwand nacherzählt, etwa in „Operation Avalanche“ und „Moonwalkers“. „To the Moon“ greift das Thema nun erneut auf - in diesem Fall mit Romantik-Twist und jeder Menge Star-Power.

Sind die Amerikaner 1969 wirklich auf dem Mond gelandet oder nicht? „To the Moon“ geht einen durchaus pfiffigen Weg und lässt die Beantwortung dieser entscheidenden Frage zunächst offen. Denkbar wäre in der Geschichte, die Greg Berlanti nach einem Drehbuch von Rose Gilroy inszenierte, erst einmal beides.

Cole Davis (Channing Tatum) meint es absolut ernst mit der Mission Mondlandung, und er muss wissen, wie viel Wahrheit darin steckt: Als NASA-Direktor arbeitet er unter Hochdruck daran, das verwegene Projekt in die Tat umzusetzen. Doch es gibt Probleme, und weil die Sowjetunion auch an einer Mond-Mission arbeitet und dieser Wettlauf auf keinen Fall verloren werden darf, herrscht aufseiten der Amerikaner große Nervosität.

„Die ganze Welt wird zusehen. Wir können es uns nicht leisten, gegen die Russen zu verlieren“, weiß Moe Berkus (Woody Harrelson). Und da kommt Kelly Jones (Scarlett Johansson) ins Spiel. Die Marketing-Spezialistin und Cole Davis kennen sich bereits flüchtig, und sie würden sich gerne noch viel besser kennenlernen. Doch gleichzeitig stehen die beiden, zwischen denen kräftig die Funken sprühen, in direkter Konkurrenz zueinander: Während Cole an der realen Mond-Mission arbeitet, soll Kelly eine „Alternativ-Version der Mondlandung“ inszenieren - nur für alle Fälle. Für Cole ein absolutes Unding, das die gesamte Unternehmung gefährden könnte ... (tsch)