Bohlen-Beben bei DSDS Mit dieser Entscheidung gibt RTL der Show den Todesschuss

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Der Juror Dieter Bohlen kommt zum Finale der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar 2019“. Der Pop-Titan verlässt die Show nach fast 20 Jahren. 

Köln – Es war der TV-Hammer der Woche: DSDS-Juroren-Urgestein Dieter Bohlen verlässt nach fast 20 Jahren die RTL-Castingshow und macht das Jury-Pult für (noch unbekannte) Nachfolger frei. Doch nicht nur das, auch bei der zweiten Bohlen-Show, dem „Supertalent“ steigt der 67-Jährige aus. Die genauen Gründe wurde nicht genannt, auch Bohlen selbst äußerte sich nicht zu seinem Ausstieg. Unsere Autorin findet: Bohlen war der Kult-Charakter, der die Shows am Leben hielt. Mit dem Ausscheiden des Juroren setzt RTL den Shows den Todesschuss.

„Ich hab vorher Schnitzel mit Gurkensalat gegessen und der Gurkensalat war musikalischer als du.“ Mit solchen Sprüchen wurde Dieter Bohlen zum Fiesling von „Deutschland sucht den Superstar“ – und gleichzeitig zum Kult.

DSDS: Kult-Juror Dieter Bohlen verlässt Castingshow 

Der „Pop-Titan“ nahm kein Blatt vor den Mund, gab sich stets schwer zu beeindrucken und flapsig. Doch genau dafür liebten ihn die Zuschauer. Die teils voller Fremdscham triefenden Auftritte vermeintlich talentierter Hobby-Sänger und die hemmungslos offene und gemeine Kritik des Jurors war so etwas wie das Geheimrezept, das jährlich Millionen von Zuschauern an den Fernseher holte.

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Das fällt nun weg und man fragt sich: Was bleibt? Was hat DSDS dann noch, was andere Gesangsshows nicht haben?

Zugegeben, das Format hat seinen Anfangsglanz verloren. Ab der Premiere am 9. November 2002 war DSDS das neue Highlight im Abend-TV, bei dem jeder mitreden konnte.

DSDS: Glanz der ersten Staffel schon lange vorbei 

Aber irgendwann war es immer das Gleiche, auch die peinlichen Auftritte in den ersten Folgen hauten die Zuschauer nicht mehr um. Die Juroren wurde immer wieder durchgemischt. So saßen zum Beispiel Thomas Bug, Thomas M. Stein oder auch Nina Eichinger in den ersten Staffeln in der DSDS-Jury.

Ansonsten waren auch DSDS-Gewinner 2011 Pietro Lombardi, Musiker DJ Antoine, Influencerin Shirin David, Model-Coach Bruce Darnell oder auch Tänzerin Oana Nechiti in der DSDS-Jury und somit gab es stets eine bunte Mischung an anderen (mehr oder weniger) Musikexperten in der Jury.

Es gab keine Standard-Jury, die die Zuschauer kennen und lieben lernen konnten, auf die sie sich jedes Jahr wieder neu freuen konnten – bis auf Bohlen. Dieser kündigte die letzte Staffel noch als „mega“, „legendär“ und die „größte DSDS-Party aller Zeiten“ an.

Mag sein, dass der Musiker mit seinen 67 Jahren und dem gewohnten sehr jugendlichen Stil von einigen belächelt wurde, doch am Ende war es seine Show. Er war der Mann hinter DSDS.

DSDS: Show ohne Dieter Bohlen vor dem Aus? 

Schaut man sich die letzten Castings an, so scheint es, als würden junge 18- und 19-Jährige noch heute extra eine Show abziehen, um von dem „gefürchteten“ Coach einen seiner legendären Sprüche gedrückt zu bekommen. Bohlen kennt und mag man – das gilt für die jungen Teilnehmer genauso wie die alten.

Nimmt man der Show also den letzten Teil an „Kult“, muss man sich wohl oder übel fragen: Und jetzt?

Talent- und Gesangsshow gibt es genügend. Und wegen der Masse haben es Reality- und sogenannte „Trash-Formate“ immer schwerer. Es gibt also durchaus das Risiko, dass mit Bohlen der letzte Pfeiler geht, der das Format noch gehalten hat.

Der Grund für die Neubesetzung wurde nicht genannt, dass DSDS zuletzt aber immer weniger Erfolg hatte, dürfte auch RTL nicht entgangen sein. So erinnerte das „Umstyling“ in der aktuellen Staffel irgendwie eher an „Germany's Next Topmodel“ und an einen verzweifelten Versuch, der Show wieder mehr „Pepp“ zu geben.

Dieter Bohlen: Auch Supertalent muss ohne Pop-Titan auskommen

Ob das auch hinter der neuen Jury-Besetzung steckt? Oder gibt es interne Konflikte? Bohlen ist schließlich auch beim „Supertalent“ ausgeschieden. Der „Pop-Titan“ äußerte sich nicht, auf seinem sonst so unterhaltsamen Instagram-Channel ist es ruhig geworden.

Unterkriegen lassen wird sich der 67-Jährige aber sicherlich nicht – wie es dagegen um DSDS steht, da wäre ich mir nicht so sicher. Für die Kult-Show könnte es der Todesschuss sein.(mei)

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