„Die Höhle der Löwen“ Erster Deal von Nico Rosberg geplatzt − Begründung leuchtet ein

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Nico Rosberg (r.) spricht in der Sendung „Die Höhle der Löwen“ mit Investoren-Kollege Dr. Georg Kofler.

Köln – Es war wohl die ungewöhnlichste Begrüßung, die es bei „Die Höhle der Löwen“ (montags bei Vox und auf Abruf bei TVNOW) bislang gegeben hat. Die drei jungen Gründer Selcuk Aciner, Christina Roitzheim und Marius Rackwitz waren zwar schon auf ihrem Platz vor den Investoren, doch ein Wort hört man von ihnen nicht. Selbst auf ein flüchtiges „Hallo“ wartete man vergeblich.

Stattdessen starrte das Gründer-Trio völlig geistesabwesend auf seine Handys. Löwin Dagmar Wöhrl wurde das unangenehme Schweigen schließlich zu bunt. „Handy weglegen!“, forderte sie in befehlsartigem Ton.

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Doch selbst dann dauerte es noch lange, quälende Sekunden, bis einer der Gründer dann doch aus der Handy-Paralyse erwachte und die Begrüßungsrunde eröffnete – mit einem gewinnenden Lächeln, muss man dazusagen.

„Die Höhle der Löwen“: Gründer-Schweigen hatte cleveren Grund

Der Grund für die merkwürdige Einleitung klärte die jungen Unternehmer dann aber auch auf. Es handelte sich offenbar doch nicht um schlechte Erziehung, sondern um einen Show-Effekt. Denn bei dem Produkt, dass sie vorstellten, handelt es sich um eine App gegen Handy-Sucht.

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Investorin Dagmar Wöhrl (hier im Februar 2020 in einer Talkshow) wurde es irgendwann zu bunt.

Ihre App „not less but better“ soll einen Handyverzicht vermeiden und dennoch das Verhalten ändern. Durch eine Art Verhaltenstherapie. Diese besteht aus interaktiven Audio- und Textübungen, die dem Nutzer helfen sollen, das eigene Verhalten zu analysieren. Zudem werden Strategien aufgezeigt, wie man den Handykonsum reduziert, erklären sie.

Gründerin Christina Roitzheim berichtete in der Sendung von ihren eigenen Erfahrungen. Während ihres Psychologie-Studiums machte Roitzheim ein Auslandssemester in Shanghai, einer „durchdigitalisierten“ Welt, in der das Smartphone in Dauerbenutzung sei.

Gründerin schildert bei „Die Höhle der Löwen“ eigene Erlebnisse

„Nach einem halben Jahr hat mich das persönlich stark belastet. Ich hatte das Gefühl, ich verliere zunehmend den Kontakt zu mir selbst und meinen Mitmenschen“, schilderte Roitzheim in „Die Höhle der Löwen“ ihre Erlebnisse.

Auch Selcuk Aciner schilderte ähnliche Erfahrungen. Um dann schockierende Zahlen anzubringen: „Im Schnitt schauen wir 88 Mal am Tag auf unser Display. Ungefähr vier Stunden täglich verbringen wir mit dem Smartphone – und das häufig, ohne einen richtigen Grund oder ein Ziel zu haben“, zitierte Aciner Studien.

Ein bekanntes Problem. Offenbar auch bei den „Die Höhle der Löwen“-Investoren kein uninteressantes Thema. Ernste Gesichter waren in der Runde zu sehen, vor allem Jung-Löwe Nico Rosberg machte sich ein ums andere Mal Notizen.

„Die Höhle der Löwen“: Handy-Sucht-App-Gründer brauchen 150.000 Euro

Und auch als Investition vielleicht kein schlechter Kandidat. Den weiteren Ausführungen der „not less but better“-Gründern zufolge wollen über die hälfte der Menschen ihre Handy-Gewohnheiten ändern und wissen nicht wie.

Das soll die App nun ändern. Von einem Investor erhoffen sich die Gründer Unterstützung im Vertrieb und Marketing sowie eine Investition in Höhe von 150.000 Euro. Dafür würden sie zehn Prozent ihrer Firmenanteile abgeben.

Höhle der Löwen“: Produkte teilweise für 10 Cent verramscht

Carsten Maschmeyer und Nico Rosberg gaben ein Angebot ab, wollten für die 150.000 Euro jedoch 25 Prozent der Firma. Nach einigem Hin und Her einigten sich beide Lager letztlich auf Firmenanteile von 20 Prozent für Carsten Maschmeyer und Nico Rosberg, die gemeinsam 150.000 Euro investieren. Der erste Deal für den früheren Formel-1-Weltmeister. Große Freude bei allen Beteiligten – doch die hielt nur kurz.

„Die Höhle der Löwen“: Nico Rosbergs erster Deal schon geplatzt

Denn die Unsicherheit der Erfinder zog sich nach der Show fort. Nach der Show platzte der Deal, weil die Gründer dann doch nicht zufrieden mit dem Ausgang der Verhandlung waren. Der „Bild“ sagte Nico Rosberg: „In Zeiten extensiver Handynutzung ist das Thema ‚Digital Wellbeeing‘ aus unserer Sicht sehr wichtig. Allerdings hat eine neue Bewertung der Gründer nach der Show dazu geführt, dass wir uns letztlich gegen eine Beteiligung entschieden haben. Wir wünschen dem Team dennoch viel Erfolg und alles Gute.“

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Auch Carsten Maschmeyer war eigentlich überzeugt von Idee und Gründern. Das änderte sich nach der Show. „Leider haben die Gründer nach der Sendung den Deal in Frage gestellt – sowohl bezüglich der Investmentsumme als auch der Bewertungshöhe. Zudem mussten wir feststellen, dass das Produkt noch nicht so weit entwickelt war, wie es uns in der Sendung dargestellt wurde. Für mich zählt, was man per Handschlag vereinbart – ob vor oder hinter der Kamera. Der Deal, so wie ihn die Gründer gerne nachträglich abgeändert hätten, wäre nicht mehr stimmig gewesen. Also sind Nico Rosberg und ich ausgestiegen.“ (jv, sku)

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