Schummel-TV? ZDF gibt zu: Wir haben Komparsen für „Bares für Rares“ bezahlt

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Moderiert die Sendung seit der ersten Folge: Horst Lichter ist das Gesicht von „Bares für Rares“ im ZDF.

Köln – Es war das Diskussionsthema der vergangenen Wochen rund um die ZDF-Trödelsendung „Bares für Rares“: Die Vorwürfe von Händler Ahmed Abou-Chaker.

Er hatte seine Zweifel über die zahlreichen Gäste geäußert, die bei der Aufzeichnung der Sendung im Hintergrund zu sehen sind. Allesamt Komparsen? Abou-Chakar sagte: „Wo die herkommen, weiß ich nicht.“ Es sei alles gestellt gewesen, so der Händler weiter.

Erste Antwort vom ZDF: „Es gibt keine Komparsen“

Alles zum Thema Horst Lichter

Die Antwort vom ZDF ließ nicht lange auf sich warten: Auf Facebook postete der Sender folgendes Statement: „Tatsächlich sind aber auch die Leute in der Schlange keine Komparsen bzw. auch sie müssen sich mit ihren Objekten bewerben, auch wenn die Sachen nicht zum Verkauf kommen.“ 

Diese Ansicht hat sich nun geändert. Und zwar komplett. Denn wie „Bild“ herausgefunden hat, sind die Menschen im Hintergrund tatsächlich Komparsen, die sich für rund 50 Euro die Beine in den Bauch stehen, um die Verkaufsräume voll aussehen zu lassen. Das belegt auch eine Annonce auf der Seite komparse.de. Dort werden 30 Komparsen für 4,5 Stunden gesucht. 

„Aus rein produktionellen Gründen werden im Bildhintergrund auch Komparsen eingesetzt“, heißt es daher nun vom ZDF. Die Begründung: „Sie stehen uns im Gegensatz zu den Besuchern, die zur Schätzung zu uns kommen, flexibel und zeitlich frei zur Verfügung. Diese Komparsen sind nie direkte Beteiligte der in der Sendung gezeigten Expertisen und Verkaufsprozesse“, heißt es vom ZDF weiter. 

Bleibt nur noch die Frage, ob die Händler und die Verkaufsgegenstände auch tatsächlich echt sind. 

Kunstschätze und ihre Liebhaber sind hier herzlich willkommen!

„Bares für Rares“ wird seit 2013 im ZDF ausgestrahlt. Moderator Horst Lichter ist der Gastgeber der Trödelsendung, bei der Teilnehmer ihre Antiquitäten, Raritäten und auch Kuriositäten vorstellen und im Idealfall durch einen Verkauf eine schöne Summe mit nach Hause nehmen.

Seit 2013 wird die Sendung, die in Köln produziert wird, im Nachmittagsprogramm des ZDF ausgestrahlt und hat sich zu einem echten Quoten-Garant entwickelt. Von Montag bis Freitag schalten im Durchschnitt drei Millionen TV-Zuschauer ein, wenn es ums Feilschen und Handeln geht.

So läuft die Sendung „Bares für Rares“ ab

Die Kandidaten werden samt ihren Verkaufsobjekten zu einem Experten geschickt, der die Ware überprüft, etwas zur Geschichte erzählen kann und dann einen Schätzwert abgibt, in welchem preislichen Rahmen sich der Verkaufswert befindet. Liegt diese Summe nah an der preislichen Erwartung der Teilnehmer, bekommen sie von Moderator Lichter die Händlerkarte überreicht. Diese ist die Eintrittskarte in den Raum, in dem sich die Antiquitätenhändler befinden.

Dort stellen sich die Kandidaten samt Gegenstand vor. Ähnlich wie bei einer Versteigerung versuchen die fünf Händler dann, das jeweilige Exponat für sich zu sichern. Das kann dazu führen, dass die Summe unverhofft in die Höhe steigt. Dann liegt es am Anbieter, ob er die Summe der Händler akzeptiert oder noch feilschen will. Erhält der Höchstbietende den Zuschlag, bezahlt er die Summe in bar an den Verkäufer aus. 

Das bisher höchste Gebot

Neben der klassischen Ausgabe wurden auch schon zahlreiche Spezial-Ausgaben produziert. So gab es schon Promi-Ausgaben, Händlerduelle, eine Prime-Time-Show im ZDF, die unter dem Namen „Deutschlands größte Trödelshow lief“.

Das bisher höchste Gebot lag übrigens bei 35.000 Euro, Im Jahr 2014 wechselte ein Borgward Isabella Cabriolet den Besitzer. 

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