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„Bares für Rares“Kölnerin findet Objekt im Keller, das alle im Studio umhaut: „Ohne Blödsinn?“

Sarah (rechts) aus Köln brachte einen alten Holzschnitt von Albrecht Dürer zu „Bares für Rares“. Sie hatte das Objekt im Keller ihrer Oma beim Ausmisten gefunden. (Bild: ZDF)

Sarah (rechts) aus Köln brachte einen alten Holzschnitt von Albrecht Dürer zu „Bares für Rares“. Sie hatte das Objekt im Keller ihrer Oma beim Ausmisten gefunden.

Ein Holzschnitt von Albrecht Dürer - so etwas Feines hatte die „Bares für Rares“-Expertin schon lange nicht mehr gesehen. Nur die Händler hatten Zweifel an der Echtheit dieses Objekts.

Sarah aus Köln wollte ihr Erbstück in der Montagsausgabe der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“ loswerden, denn „es ist halt nicht schön“. Expertin Friederike Werner hingegen hatte so etwas Feines schon lange nicht mehr gesehen. Doch im Händlerraum gab es Zweifel an der Echtheit und deshalb nur einen Verkauf „unter Vorbehalt“ ...

„Es ist nicht so meins“, gestand die Verkäuferin, die das Objekt im Keller ihrer Oma beim Ausräumen entdeckt hatte. „Aber der Name ist mir ein bisschen bekannt“, erklärte Sarah weiter, warum sie das Bild in die Sendung gebracht hatte: „Der wird schon nicht nur zwei Mark fünfzig wert sein ...“

„Bares für Rares“: Dürer-Holzschnitt? Expertin muss genauer hinschauen

Expertin Friederike Werner musste erst einmal genauer hinsehen. Mit weißen Handschuhen, UV-Licht und Pappstreifen untersuchte Werner das Bild. Ihr anschließendes Urteil: Hier handle es sich offenbar um einen Holzschnitt von Albrecht Dürer und dabei um „das Feinste, das man hierzulande überhaupt finden kann“.

Alles zum Thema Bares für Rares

„Ohne Blödsinn?“, stutzte Lichter, aber der originale Schnitt stammte laut Expertise tatsächlich „aus der Lebenszeit von Dürer“. Und der weilte, wie auch der Moderator wusste, „schon sehr lange nicht mehr unter uns“. Der Holzschnitt wurde um 1505 vom bekannten Renaissance-Künstler entworfen und im Jahr 1511 dann gedruckt.

Das Blatt aus einer 20-teiligen Serie zum Marienleben zeigte die Darbringung Jesu im Tempel, die als Teil eines Buchs 1511 erschienen war.

Ein Indiz, dass es sich wirklich um ein Original aus dem allerersten Buch handelte, war das Wasserzeichen. Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde das Buch zwar wiederholt gedruckt - jedoch mit anderen Wasserzeichen.

Sehr angetan war Werner von der sogenannten Repoussoirfigur, die den Betrachter in das Bildgeschehen im Tempel einführte. „Das finde ich sagenhaft“, schwärmte die Expertin - geplättet von so viel herausragender Kunst auf ihrem Tisch. Auf der Säule, die die Figur umarmte, war zudem das bekannte Künstler-Monogramm AD zu erkennen.

„Wir haben hier wirklich Dürer vor uns“, betonte Werner nochmals, und Lichter merkte: „Meine Frau Doktor ist aus dem Häuschen.“ Doch wie viel war der Holzschnitt wert? Gewünscht wurden jedenfalls keine 2,50 DM, sondern 1.500 Euro. Werner taxierte sogar 3.500 bis 4.000 Euro, denn auch der Zustand war „tip-top in Ordnung“.

„Bares für Rares“: „Das dürfen wir so erst einmal nicht anfassen“

„Oh, ein kleines Blatt von Albrecht Dürer“, staunte auch Händler Julian Schmitz-Avila. „Das dürfen wir so erst einmal nicht anfassen“, warnte der Händler ehrfürchtig. „Wow, ein Dürer“, war auch David Suppes überrascht „über den großen Namen“, denn so etwas „haben wir selten hier“. Doch die Händler wollten Belege, dass das Blatt auch wirklich echt war.

„Gibt es eine Authentifizierung?“, fragte Schmitz-Avila bei Verkäuferin Sarah nach. Doch die konnte nur mit den Ergebnisse aus der Expertise zum speziellen Wasserzeichen aus dem Jahr 1511 dienen. Der Händler hätte aber lieber ein Gutachten von einem Albrecht-Dürer-Spezialisten gehabt.

Danach meldete sich auch Steve Mandel zu Wort, der vor dem Problem warnte: „Im Handel tauchen viele dieser Blätter gefälscht auf.“ Und Schmitz-Avila nickte besorgt. „Das muss man überprüfen lassen.“ Dennoch startete er mit 1.000 Euro für das vermeintlich historische Blatt, woraufhin es zum Bieterduell mit Kollegin Susanne Steiger kam.

Mit 3.000 Euro gab Schmitz-Avila das höchste Gebot ab, doch er schob sogleich die Bedingung ein, das Blatt nach einem Kauf verifizieren lassen zu wollen. Suppes erklärte: „Also ein Verkauf unter Vorbehalt.“ Doch die Verkäuferin machte sich keine Sorgen über eine mögliche Fälschung und stimmte zu. So erhielt sie vorab 500 Euro. Den Rest wollte Schmitz-Avila nach der Prüfung überweisen.

Deutsche-Bahn-Sitz verzückt Horst Lichter

Als weiteres Objekt sollte ein nie getragener Ring verkauft werden. Doch dem Wunschpreis von 1.000 Euro konnte Experte Patrick Lessmann nicht zustimmen, da die Gold-Granulation nur aus gegossenen Teilen nachgeahmt war. Für den 1960er-Jahre-Ring aus 585er-Gold schätzte der Experte nur 450 bis 500 Euro, und so nahm der Verkäufer den Ring lieber wieder mit nach Hause.

Ein Bahnsitz aus einem Deutsche-Bahn-Depot verzückte Horst Lichter - „eine Granate“, jubelte er. Der Wunschpreis für die Objekte aus dem Zeitraum von 1958 bis 1980 belief sich auf 500 Euro. Sven Deutschmanek taxierte 400 bis 500 Euro, und Steve Mandel bezahlte 350 Euro.

Den Entwurf für eine madonnen-artige Bronze (“Charité“) des französischen Bildhauers Paul Dubois datierte Friederike Werner auf 1877 (Produktion in den 1880er-Jahren). Gewünscht wurden 500 bis 800 Euro. Werner schätzte auf 800 bis 1.000 Euro, und Julian Schmitz-Avila zahlte schließlich 1.300 Euro.

Ein DFB-Autogrammleder hatte die Firma Adidas zur Weltmeisterschaft 1990 mit allen Unterschriften des deutschen Kaders an Sponsoren vergeben. Für das limitierte Sammlerstück wollten die Verkäufer 1.000 Euro. Sven Deutschmanek schätzte den Wert passend dazu auf 800 bis 1.000 Euro. Händler Jan Cizek sicherte sich das Leder für 810 Euro.

Patrick Lessmann datierte ein 585er-Weißgoldset bestehend aus Ring und Kette mit Anhänger samt Saphir, Smaragd, Diamanten und Zuchtperlen in die 1970er-Jahre. Der Wunschpreis lag bei 800 Euro, Lessmann schätzte 1.050 Euro, und David Suppes zahlte 1.350 Euro. (tsch)