„Bares für Rares“Teller vom Flohmarkt entpuppt sich als wertvolles Stück

„Bares für Rares“-Verkäuferin Ellen hatte „keine Ahnung, wie viel der wert ist“. Dass es sich bei dem Flohmarktfund ihres bereits verstorbenen Mannes um einen derart wertvollen Teller handelte, hätte sie nicht gedacht. (Bild: ZDF)

„Bares für Rares“-Verkäuferin Ellen hatte „keine Ahnung, wie viel der wert ist“. Dass es sich bei dem Flohmarktfund ihres bereits verstorbenen Mannes um einen derart wertvollen Teller handelte, hätte sie nicht gedacht. (Bild: ZDF)

Schnell sieht man über sie hinweg, weil sie schlichtweg Teil des Alltags sind: Teller. Aber es gibt auch ganz schön wertvolle Exemplare, wie „Bares für Rares“ einmal mehr bewies.

Dass viele Dinge zerbrechlich sind, musste „Bares für Rares“-Gastgeber Horst Lichter am eigenen Leib erfahren. Er moderierte die Sendung mit Gipsfinger. Umso wichtiger war, dass der außergewöhnliche Teller, der diesmal präsentiert wurde, nicht zu Bruch ging ...

Verkäuferin Ellen hatte zu Beginn ihres Besuchs im ehemaligen Pulheimer Walzwerk „keine Ahnung, wie viel der wert ist“. Dass es sich bei dem Fund ihres bereits verstorbenen Gatten („Hat mein Mann vom Flohmarkt angebracht“) um einen derart wertvollen Teller handelte, hätte sie nicht gedacht.

„Bares für Rares“: Kandidatin wünscht sich 75 Euro - viel zu wenig!

„Der Teller ist sehr, sehr schön und äußerst dekorativ“, bestaunte Dr. Bianca Berding das Geschirr. Und sehr selten sei er obendrein.

Alles zum Thema Bares für Rares

Die Expertin verriet: Erschaffen wurde der Teller vor fast 150 Jahren im Atelier von Franz Xaver Thallmaier, der damals die begabtesten Porzellanmaler in seiner Münchner Kunstwerkstatt zusammengebracht hatte. Als Hof-Porzellanlieferant versorgte er auch das bayerische Königshaus.

Ellen gab zu Protokoll, sie würde sich bereits über 75 Euro freuen. Damit lag die Trödelshow-Kandidatin weit entfernt von der Expertise. (Bild: ZDF)

Ellen gab zu Protokoll, sie würde sich bereits über 75 Euro freuen. Damit lag die Trödelshow-Kandidatin weit entfernt von der Expertise. (Bild: ZDF)

Bedeutend waren die vielfältigen Ornamente aus unterschiedlichen Stilrichtungen. Sie zeigten unter anderem grafische Elemente und Arabesken. Da die Strömungen aus dem Historismus und dem Jugendstil sehr harmonisch vereint wurden und die Malereien freihändig aufgetragen wurden, war die Expertin besonders angetan. Dies deutete auf große Begabung der Künstler hin.

Auf der Rückseite klebte ein Zettel, von dem Bianca Berding annahm, dass es sich um einen fotokopierten Eintrag aus einem Porzellanlexikon handelte. Obendrein prangte der Beweis, dass der Teller tatsächlich vom Hof-Porzellanmaler Thallmaier stammte.

„Der Teller ist sehr, sehr schön und äußert dekorativ“, bestaunte Dr. Bianca Berding das Geschirr. Und sehr selten obendrein. (Bild: ZDF)

„Der Teller ist sehr, sehr schön und äußert dekorativ“, bestaunte Dr. Bianca Berding das Geschirr. Und sehr selten obendrein. (Bild: ZDF)

Nicht nur das Aussehen begeisterte, sondern auch der Zustand des kunstvoll bemalten Tellers aus dem Jahre 1880/1890: „Ich erkenne trotz des Alters nur einen minimalen Farbabrieb“, lobte die Expertin.

Ellen gab zu Protokoll, sie würde sich bereits über 75 Euro freuen. Damit lag die Trödelshow-Kandidatin weit entfernt von der Expertise. Bianca Berding tischte einen ganz anderen Preis auf: Das „ungewöhnliche Stück“, das zudem „nur noch selten im Kunsthandel zu finden ist“, könnte für 400 bis sogar 600 Euro den Besitzer wechseln!

Walter Lehnertz posaunt: „Engelchen, hier ist er genau richtig“

Jetzt nur nicht zerbrechen ... Horst Lichter überließ seiner Kollegin Bianca Berding lieber die Übergabe des Tellers an die Kandidatin, um diesen den Händlern zu präsentieren. Mit Brüchen kannte sich schließlich aus. Sein Finger war in der Folge geschient.

Im Händlerraum posaunte Walter Lehnertz dann lautstark: „Engelchen, hier ist er genau richtig. Ich bin der Einzige, der einigermaßen mit dem Teller umgehen kann.“ Doch das Rennen machte ein anderer. David Suppes startete verhalten mit 100 Euro. Zu wenig. Das sah man dem Gesicht der Verkäuferin an. Also versuchte er es mit einem neuen Gebot und legte 200 Euro in die Waagschale. Schon besser.

Satte 470 Euro holte Suppes am Ende aus seinem Portemonnaie - das war ganz nach Ellens Geschmack und fast 400 Euro mehr als gewünscht. (tsch)