„Bares für Rares“Händler äußert schlimmen Verdacht: „Wir haben ein Problem“

Mit einem Gemälde im Gepäck gastierte Volker aus Löhne Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“.

Mit einem Gemälde im Gepäck gastierte Volker aus Löhne Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“.

Der „Bares für Rares“-Händler wollte nicht so viel zahlen, wie die Schätzung ergeben hatte. Er sah das folgende Problem: „Was da drauf steht, ist nicht drin.“

Volker aus Löhne brachte ein Gemälde aus einer Haushaltsauflösung zu Horst Lichter in der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow „Bares für Rares“. Das Werk warf viele Fragen auf. Expertin Bianca Berding erkannte zwar einen akademischen Künstler hinter dem Objekt. Doch ein Händler war sich sicher: „Das, was da drauf steht, ist nicht drin.“

„Oh, eine hart arbeitende junge Dame“, schnaufte Horst Lichter, als er ans Expertenpult trat. Damit meinte er zwar die Figur auf dem Bild. Aber auch Expertin Bianca Berding „war mächtig am Inspizieren“, erkannte Lichter gleich danach. Denn die Leinwand musste geprüft werden, gab Berding zu. Anscheinend handelte es sich um eine doublierte Leinwand, aber Berding wusste auch sofort: „Dass dieses Bild von einem geübten, akademisch ausgebildeten Künstler gemalt wurde.“ Das erkannte sie am subtilen Lichteinfall, der sich durch den hellen Hintergrund und der etwas im Schatten stehenden Figur zeigte.

Trotz Fälschung: Verkäufer bleibt bei Verkauf hart

Auch die Feinheit der Textur, das zarte Inkarnat und die realistische Darstellung sprachen für einen ausgebildeten Maler. Zudem war das Motiv des Farnsammelns sehr beliebt und gab dem Bild einen erzählerischen Charakter. Noch dazu war eine Plakette mit dem Maler Johann Hamza am Rahmen angebracht.

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Doch Berding konnte „mit ziemlicher Sicherheit“ sagen, dass dieses Bild nicht von Hamza stammte. Denn der Künstler hatte meist Innenräume dargestellt und fast nur auf Holz gearbeitet. Hier stimmte das Motiv nicht und wurde zudem auf Leinwand gemalt. Auch passte das Format nicht, denn „Hamza hat nur Kleinformate geschaffen“, erklärte Berding.

Trotzdem sei das Mitbringsel 800 bis 1.100 Euro wert, so die Expertin.

Trotzdem sei das Mitbringsel 800 bis 1.100 Euro wert, so die Expertin.

Leider konnte die Expertin auch keinen anderen Maler ausmachen, datierte das Gemälde aber in die 1870er- bis 1890er-Jahre, denn „damals war das Farnsammeln in Mode“. Etwas verunsichert wünschte sich der Verkäufer nicht mehr als 300 Euro. Doch „das ist zu wenig“, erklärte Berding, die das „gut gemalte Bild“ auf 800 bis 1.100 Euro taxierte.

„Ich kann mir nicht helfen“, schüttelte Wolfgang Pauritsch den Kopf, als er das Gemälde untersuchte: „Das, was da drauf steht, ist nicht drin.“ Denn der Händler wusste, dass der Künstler Hamza „immer in schöner Schreibschrift seine Bilder signiert hat“. Als der Verkäufer in den Händlerraum trat, meinte Pauritsch: „Wir haben ein Problem.“

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„Irgendwas passt hier nicht“, fuhr der Händler fort und der Verkäufer stimmte ihm zu. Doch auch seine Erklärung, dass es sich laut Expertise um einen „sehr guten Maler mit akademischer Ausbildung“ handeln sollte, kam im Händlerraum nicht sonderlich gut an. „Was machen wir denn jetzt?“, schnaufte Pauritsch: „Es ist ja auch noch doubliert.“

Und so startete Pauritsch nur mit einem sehr kleinen Gebot in Höhe von 100 Euro. Roman Runkel konnte sich noch zu 150 Euro durchringen und im Wechsel mit Pauritsch erhöhte sich der Preis noch bis 250 Euro. Danach schien kein weiteres Gebot zu folgen, doch der Verkäufer fragte enttäuscht: „Etwas mehr hat die Dame doch verdient?“

Danach erhöhte Runkel noch auf 300 Euro und Pauritsch meinte ehrlich: „Ich muss Ihnen sagen, das ist ein gutes Angebot.“ Er wollte anscheinend auch nicht mehr bezahlen. „Das ist noch nicht mal die Hälfte der Expertise“, stöhnte der Verkäufer. Dann bot Runkel noch 350 Euro, „dann ist es aber auch gut“. Aus Mangel an Alternativen gab Verkäufer Volker dem Händler Runkel bei 350 Euro den Zuschlag für sein hinterklebtes Gemälde. Mehr war anscheinend nicht drin, obwohl die Expertenschätzung deutlich höher lag. Aber Pauritsch betonte auch nochmal nach dem Verkauf: „Es ist eben kein Original.“

Büste aus Marmor geht weit über Schätzung über den „Bares für Rares“-Tresen

Als weiteres Objekt der Sendung wurde eine Halskette mit Aragonit-Calcit aus 585er-Gold von Wendela Horz wegen ihrer Wandelbarkeit geschätzt: Die Kette aus den 1970er-Jahren konnte in verschiedenen Längen oder auch als Armband getragen werden. Gewünscht wurden 1.800 Euro, 2.400 bis 2.500 Euro geschätzt und 2.600 Euro von Susanne Steiger gezahlt.

Ein Tischbillard der Firma von Billard-Krausse stammte laut Detlev Kümmel aus den 1980er-Jahren. Der Wunschpreis für den Tischbillard aus Buchenholz lag bei 50 Euro. Experte Kümmel schätzte auf 80 bis 120 Euro. Am Ende zahlte Händler Roman Runkel 120 Euro. Bianca Berding erkannte, dass eine Büste nicht aus Marmor, sondern aus gegossenem Marmorstaub von Künstler Fernand Cian zwischen 1911 und den 1920er-Jahren gearbeitet wurde. Gewünscht wurden 200 bis 300 Euro. Expertin Berding schätzte 400 bis 500 Euro. Händler David Suppes zahlte 830 Euro.

Ein Ring und eine Brosche mit Brillanten, Zuchtperlen und Rhodolith aus 585er- und 750er-Gold datierte Wendela Horz in die 1960er/70er-Jahre. Gewünscht wurden 1.000 Euro, Horz schätzte den Wert auf 1.200 bis 1.400 Euro und David Suppes zahlte 1.250 Euro. Ein Emailleschild ordnete Detlev Kümmel in den 1940er-Jahren ein. Für das gut erhaltene Emailleschild wünschte sich das Paar „alles über 50 Euro“, doch der Experte schätzte höher auf 300 bis 350 Euro. Steve Mandel zahlte am Ende sogar 420 Euro für das Sammlerstück. (tsch)