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„Verstehe ich nicht“ ARD und ZDF ernten scharfe Kritik für US-Berichterstattung

Tagesthemen_US-Spezial

Die Tagesthemen berichteten am 6. Januar in einem einstündigen Spezial mit Moderator Ingo Zamperoni über die Eskalation in den USA rund um das Kapitol.

Köln – Es sind Videos und Bilder, welche die Menschen auf der ganzen Welt bewegten: Der Mob in Washington, der das Kapitol stürmte. Rauch, zersplitterte Scheiben, Trump-Anhänger, die Abgeordneten-Büros stürmen.

Und während beim US-Sender CNN Alarmstimmung herrschte, lief in der ARD der Fernsehfilm „Für immer Sommer 90“ (ab 20.15 Uhr). Anschließend lief dann das Dokudrama „Die Liebe des Hans Albers“ – mit zehn Minuten Verspätung, die für die dramatische Lage in den USA eingeräumt wurde.

ARD und ZDF setzten erst spät mit Nachrichten über Eskalation in den USA ein

Im ZDF lief die Doku „Balkan-Style: Durch Europas wilden Südosten“ planmäßig nach dem „heute-journal“, das ab 21.45 Uhr einen Bericht aus den USA sendete.

Dafür bekamen die Öffentlich-Rechtlichen reichlich Kritik im Netz ab.

Während einige TV-Sender sofort das Programm änderten und live aus der US-Hauptstadt sendeten, taten dies weder ARD noch ZDF. Dass die ARD die Albers-Doku erst um zehn Minuten verschoben haben und dann gegen 23 Uhr gänzlich für die aktuelle Berichterstattung abgebrochen wurde, reichte vielen Zuschauern offensichtlich nicht. Da war sogar der Ex-Chefredakteur des ARD-Hauptstadtstudios auf dem Baum.

„In Washington gibt es einen Anschlag auf die US-Demokratie und das Erste sendet Hans Albers! Verstehen tue ich das nicht mehr. Auch nicht das ZDF“, schrieb Ulrich Deppendorf auf Twitter.

Ulrich_Deppendorf_ARD

Ulrich Deppendorf steht 2015 in Berlin an seinem letzten Tag als Moderator des „Bericht aus Berlin” im Hauptstadtstudio des WDR. Er äußerte sich kritisch zur ARD-Berichterstattung aus den USA.

Viele schlossen sich seiner Kritik an: „Unglaubliche Bilder aus Washington, aber nur im Internet, CNN, SkyNews und auf Phoenix. Auf ARD und ZDF laufen weiter Filme“, twittert ein Zuschauer.

Kritik an US-Berichterstattung von ARD und ZDF auf Twitter

„Ich glaube, selbst wenn ein großer Meteorit auf die Erde zurasen würde, ARD und ZDF sendeten stumpf „Sturm der Liebe“, „Traumschiff“ oder „Helene Fischer Show“ durch“, unkte ein weiterer User.

Die ARD reagierte auf die Kritik, verwies auf den ebenfalls öffentlich-rechtlichen Sender Phoenix, der live aus Washington berichtete – und das bereits vor 21 Uhr. Auch der Sender Tagesschau24 sendete früh eine Live-Berichterstattung.

Auch Moderator Claus Kleber machte auf Twitter auf die „unfassbaren Szenen im US-Kapitol“ aufmerksam, mit dem Hinweis: „CNN einschalten. Sofort.“ Seinen Heimatsender nannte er nicht. „Macht das ZDF eine Unterbrechung des Programms? Das ist ein Putschversuch in den USA, der dort nicht gezeigt wird“, antwortete ein Zuschauer in Klebers Richtung.

ARD sendete um 23 langes XXL-Spezial der „Tagesthemen” mit Ingo Zamperoni

Gegen 23 Uhr war in der ARD dann immerhin eine lange Sondersendung der „Tagesthemen“ mit Moderator Ingo Zamperoni zu sehen, die über eine Stunde lang andauerte. Auch die US-Korrespondentin Claudia Buckenmaier berichtete mitten aus dem Trubel vor dem Kapitol. Die musste die Live-Schalte dann zusammen mit dem Kamerateam aus Sicherheitsgründen abbrechen, weil der Mob mehrere Journalisten anging.

Im ZDF berichtete der US-Korrespondent Elmar Theveßen zunächst im „heute-journal“ ab 21.45 Uhr über die aktuelle Lage, ab 23 Uhr war er auch in einer Videoschalte bei Markus Lanz zu sehen. Auch er musste vor dem Mob fliehen.

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Die XXL-Ausgabe der ARD-Nachrichten erntete dann auch Lob in den sozialen Netzwerken, das Medienmagazin DWDL twitterte: „Das sind heute „Tagesthemen“ XXL, gleich ist die Stunde voll. Wie auch im ZDF umfangreiche Infos. Und früher live drauf (noch vor 21 Uhr) waren im öffentlich-rechtlichen Kosmos Phoenix und Tagesschau24.“ (mg)

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