US-Wahl Fotos aufgetaucht: Tränen von TV-Kommentator erscheinen in anderem Licht

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CNN-Kommentator Van Jones weint nach dem Wahlsieg von Joe Biden im Studio.

Washington – Die Erleichterung war ihm vor einem Millionen-Publikum anzusehen – und Van Jones schämte sich seiner Reaktion nicht.

Nach vier Jahren US-Präsidentschaft von Donald Trump hat die Erleichterung über die Nachricht des Wahlsieges von Joe Biden den politischen Kommentator des Senders CNN zu Tränen gerührt.

CNN: Van Jones bricht in Tränen aus

Wenige Minuten nach der entscheidenden Nachricht war Jones live auf Sendung, als er zu schluchzen begann und unter Tränen hervorstieß, wie erleichtert er darüber sei.

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„Das ist eine große Sache für uns, nur um etwas Frieden finden zu können und die Chance auf einen Neustart zu haben”, sagte der schwarze TV-Kommentator unter anderem. Die Nachricht sei eine Genugtuung für viele, die gelitten hätten. „Das ist ein guter Tag für unser Land.”

CNN-Kommentator spricht über Rassismus in USA

Jones sprach von einem schlimmer gewordenen Rassismus im Land.

„Du gehst in einen Laden und Leute, die Angst hatten, ihren Rassismus zu zeigen, werden ekelhafter und ekelhafter zu dir. Und du hast Angst um deine Kinder, hast Angst um deine Schwester”, sagte er.

Der 52 Jahre alte Politikwissenschaftler Jones gibt bei CNN seine Einschätzung zu politischen Themen ab und war auch bei der Berichterstattung um die Wahl häufig zu sehen.

Van Jones spricht über George Floyd

„I can't breathe (Ich kann nicht atmen) – das war nicht nur George Floyd. Es gibt viele Leute, die denken, sie können nicht atmen”, sagte Jones.

Mit diesen Worten hatte der Afroamerikaner Floyd einen weißen Polizisten angefleht, der auf seinem Nacken kniete. Floyd starb, sein Tod löste Massenproteste aus.

Trump wird vorgeworfen, sich nicht klar gegen Rassismus zu positionieren. In einer TV-Debatte sagte Donald Trump etwa in Richtung der rechtsradikalen „Proud Boys”, sie sollten sich zurückhalten und bereithalten („stand back and stand by”).

Tränen bei CNN: Van Jones' Auftritt erscheint plötzlich in anderem Licht

Doch jetzt bekommt CNN-Mann Van Jones plötzlich Gegenwind. Der Grund: sein widersprüchliches Verhalten. Zweifelsohne hat er den Biden-Sieg bei der Präsidentschaftswahl gefeiert – doch hat er sich früher auch schon für Donald Trumps Politik stark gemacht.

So hatte Van Jones Donald Trumps Justizreform, die der Benachteiligung von Schwarzen entgegenwirkt, euphorisch gelobt. „Das ist ein Weihnachtswunder“, hatte er über diese gesagt. Und weiter: „Präsident Trump wurde – zum Schock von allen – der größte und lauteste Champion in Sachen Kriminalitäts-Gerechtigkeit. Ich habe 99 Konflikte mit der Trump-Regierung, Gefängnisse gehören nicht dazu.“

Jones hatte außerdem erst vor wenigen Wochen erklärt: „Donald Trump und ich werden von Liberalen jedes Mal vermöbelt, wenn ich sage, dass er gute Sachen für die Black Community getan hat.“

Klar distanziert er sich mit seinen Aussagen von einem Teil der Trump-Politik. Doch erscheinen seine Tränen im TV angesichts seiner Lobeshymnen zumindest in einem anderen Licht. Der allergrößte Trump-Kritik dürfte Jones zumindest nicht sein.

Zumal ihn Fotos von früheren Veranstaltungen freudestrahlend in Gegenwart des amtierenden US-Präsidenten oder ihm nahestehenden Personen wie seiner Tochter Ivanka oder Schwiegersohn Jared Kushner zeigen.

Wie er aktuell – im Herbst 2020 – zu der Politik Donald Trumps steht, lässt sich anhand dieser Bilder aber natürlich nicht ablesen. (dpa, so)

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