„Bereue Fehler aus ganzem Herzen” Til Schweiger rudert nach Drosten-Kommentar zurück

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Schauspieler Til Schweiger im Juli 2019 am Donauufer, wo er auf einem Schiff ein Gastronomie-Konzept vorstellte. 

Berlin  – Erst austeilen, dann zurückrudern. Til Schweiger hat nun wohl selbst gemerkt, dass er mit seinem Kommentar deutlich über die Stränge geschlagen hat.

Nachdem Karl Lauterbach und Virologe Christian Drosten auf Twitter erklärt hatten, sie haben Morddrohungen und Giftbriefe erhalten, äußert sich Schweiger abschätzig. „Heult jetzt nicht rum, habe ich auch nicht getan”, schrieb der 56-Jährige unter anderem auf Instagram.

Was folgt, war ein riesiger Shitstorm, der Schweiger nun anscheinend zum Umdenken brachte. „Mein Post war nicht nur unbedacht, sondern völlig unangebracht und vor allem überflüssig", schrieb er seinen Followern in dem sozialen Netzwerk am Mittwoch.

Nach Instagram-Post: Til Schweiger bittet um Entschuldigung 

„Meinen Kindern habe ich immer gesagt Fehler zu machen ist menschlich, aber man muss auch seine Fehler erkennen und in der Lage sein, sich aufrichtig für diese zu entschuldigen. Mein Fehler ist aber leider nicht so leicht zu entschuldigen, trotzdem möchte ich auf diesem Wege Herrn Prof. Lauterbach und Herrn Prof. Dr. Drosten mitteilen, dass ich meinen Fehler aus ganzem Herzen bereue."

Lauterbach zeigte sich zuvor deutlich empört über die anonyme Gift-Post: „Morddrohungen bis zu Beleidigungen aller Art, einige von uns müssen viel hinnehmen”, schrieb er am Dienstagabend (26. Mai) bei Facebook. 

Karl Lauterbach erhält Giftbrief und appelliert an Öffentlichkeit

„Daher sollte jeder mit einem Restbestand von Charakter die Hetze im Netz gegen Virologen, Epidemiologen oder Politiker einstellen. Es animiert Leute, die unberechenbar sind. Denkt an unsere Familien”, schrieb er.

Hier lesen Sie mehr: „Entspricht allem, was ich in Köln gesehen habe” – Experte Karl Lauterbach warnt vor neuer Corona-Welle

Dazu teilte der Politiker ein Foto, das einem wirklich Gänsehaut bereitet: Es zeigt einen braunen Brief, adressiert an Prof. Dr. Karl Lauterbach im Deutschen Bundestag.

Neuer Inhalt (1)

Karl Lauterbach erhält Morddrohungen. Unser Archivbild zeigt ihn im Mai 2020 bei einer Abstimmung im Bundestag. 

Den Inhalt Briefes hat Lauterbach auf dessen Oberfläche drapiert: Dort liegt ein kleines, gelbliches Fläschchen, auf dem die Worte „2019 nCoV“ stehen, darunter die Worte „positiv“ und „negativ“. Neben „positiv“ ist ein Häkchen gesetzt.

Oberhalb des Fläschchens liegt ein Zettel, auf dem steht: „Trink das – dann wirst du immun.“

Christian Drosten zu Lauterbach: „Dasselbe Paket habe ich heute auch bekommen“

Lauterbach ist offenbar nicht der einzige, der von dem schrecklichen Hass-Schreiben betroffen ist. Denn Virologe Christian Drosten kommentierte den Beitrag des Politikers bei Twitter mit den Worten: „Dasselbe Paket habe ich heute auch bekommen.“

Damit sind die beiden Wissenschaftler allem Anschein nach zur Zielscheibe von Hass und Hetze im Rahmen der aktuellen Corona-Pandemie und der damit einhergehenden Maßnahmen und Restriktionen geworden. 

Bereits Ende April räumte Christian Drosten in einem Interview mit dem britischen „Guardian“ ein, dass er Morddrohungen erhalte und „für viele der Böse“ sei (hier lesen Sie mehr). 

Politiker geschockt wegen Morddrohungen

Andere Nutzer der Sozialen Netzwerke reagierten größtenteils geschockt auf den Post der beiden Wissenschaftler.

„Das ist unfassbar widerlich und ich bin fassungslos, dass Menschen frei angefeindet werden, weil sie sich dafür einsetzen, dass es anderen Menschen gut geht“, kommentierte etwa die SPD-Politikerin Derya Türk-Nachbaur.

Grünen-Politikerin Ricarda Lang schrieb zu Drostens Post: „Danke für Ihre Arbeit. Es ist unerträglich, dass Sie dafür solchen Angriffen ausgesetzt sind. Volle Solidarität.“ (ta)

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