„Maischberger” Hat Merkel Biden zu früh gratuliert? Sigmar Gabriel findet klare Worte

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Ex-Außenminister Sigmar Gabriel (61) war am 11. November 2020 Talkgast in der ARD-Sendung „maischberger. die woche”.

Köln – Auch neun Tage nach der US-Wahl am 3. November beschäftigt diese immer noch die Welt. Der Noch-Präsident Donald Trump (74) erkennt seine Wahlschlappe gegen den designierten 46. Präsidenten der USA Joe Biden (77) nach wie vor nicht an.

Am Montag (9. November) gratulierte Bundeskanzlerin Angela Merkel Biden in einer Presskonferenz: „Ich gratuliere Joe Biden ganz herzlich zu seiner Wahl zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Amerika ist und bleibt unser wichtigster Verbündeter, aber es erwartet von uns – und zurecht – stärkere, eigene Anstrengungen, um für unsere Sicherheit zu sorgen und für unsere Überzeugungen in der Welt einzutreten.“

In der Polit-Talkshow „maischberger. die woche” ging Talkmasterin Sandra Maischberger (54) im Gespräch mit Ex-Außenminister Sigmar Gabriel (61) der Frage auf den Grund, ob Merkel Biden zu früh oder zu spät gratuliert habe.

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Sigmar Gabriel: „Merkel hat wie immer das richtige Timing“

Nach Einschätzung Gabriels habe Merkel Joe Biden weder zu früh, noch zu spät gratuliert: „Sie hat einfach wie immer das richtige Timing. Sie kann nicht – bevor in den Vereinigten Staaten halbwegs Klarheit über das Stimmergebnis da ist – vorher gratulieren. Im Übrigen braucht sie das auch gar nicht, weil alle in den USA wissen, wen sie sich als Präsidenten gewünscht hat.“

Laut Gabriel habe Bundeskanzlerin Merkel demnach eindeutig nicht zu spät gratuliert, sondern den Zeitpunkt richtig ausgewählt.

Sigmar Gabriel: „Aufhören, über Donald Trump zu reden!“

Geht es nach dem Ex-Außenminister Gabriel sollte Donald Trump allerdings nicht mehr im Mittelpunkt der Diskussionen stehen: „Irgendwann müssen wir aufhören, über Donald Trump zu reden. Wir haben das viel zu lange gemacht und haben uns sehr mit ihm beschäftigt.“

Den Grund dafür erklärt er folgendermaßen: „Wir haben da so Charakterstudien gemacht, sind Hobby-Freuds geworden.“ Viel interessanter ist für Gabriel die Frage, wie es „Donald Trump eigentlich geschafft hat, zum zweiten Mal, fast die Hälfte der Wähler zu bekommen?“

Sigmar Gabriel über das Verhältnis von Merkel und Trump

Maischberger hakt beim Ex-Vizekanzler Gabriel (2013 bis 2018) noch einmal über das Verhältnis von Angela Merkel und Donald Trump nach, da laut Gabriel klar ist, wen sich Merkel als Gewinner der US-Wahl gewünscht habe.

Gabriel: „Die deutsche Bundeskanzlerin, und nicht nur sie, sondern die ganze Idee von Europa ist das Gegenteil von dem, wie sich Donald Trump die Welt vorstellt. Für ihn ist die Welt eine Arena, eine Kampfbahn, und da setzen die Starken sich durch. So denkt ja Herr Putin oder Herr Xi Jinping auch in etwa.“

Daraufhin die Talkmasterin: „Die übrigens noch nicht gratuliert haben, dem Herrn Biden.“ Gabriel: „Nee, die hätten sich wahrscheinlich auch wen anders gewünscht.“

„Die Bundesrepublik und Europa hat das genaue Gegenteil im Kopf sozusagen. Eine Welt, die auf der Basis von Verabredungen, multilateralen Institutionen funktioniert. Dass die Stärke des Rechts gilt und nicht das Recht des Stärkeren. Dass das politische Antagonisten sind, ließ sich in den letzten vier Jahren schwer verbergen“, so Gabriel weiter.

Gabriel: „Einer wie er kann nicht verlieren!“

„Sie sind deshalb der Meinung, dass wir nicht mehr über Donald Trump reden müssen, weil der ist raus?“, fragt Maischberger.

„Wir sind im Abspann“, so Gabriel. „Natürlich kann einer wie er nicht verlieren. Wie soll er das machen? Er wird natürlich auch, jeden Tag, je länger er das macht, stärker zur Witzfigur. Ich glaube die Sache ist gelaufen, er hat keine rechtlichen Möglichkeiten.“

Gabriel: „Biden wird mit den Europäern zusammenarbeiten!“

Sigmar Gabriel über Biden: „Er hat für uns einen Riesen-Vorteil gegenüber Trump. Für ihn ist die Welt eben nicht eine Arena. Er weiß, dass der eigentliche Multiplikator amerikanischer Macht immer die Fähigkeit war Allianzen zu bilden. Das kann Russland nicht, das kann China nicht. Das konnten bislang nur die USA.“

Weiter sagt Gabriel: „Und er weiß, dass das auch im 21. Jahrhundert selbst für die große USA wichtig ist und deswegen werden wir zwar die gleichen Konflikte haben mit ihm wie bei Trump. Aber es wird mit ihm möglich sein Kompromisse zu schmieden und er wird mit den Europäern zusammenarbeiten. Er wird sie nicht bewusst zerstören, so wie Trump es gemacht hat.“

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