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„Keinen Illusionen hingeben” Lauterbach spricht bei Illner über Effekt von Notbremse

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Prof. Dr. Karl Lauterbach am Donnerstagabend (15. April) bei Maybrit Illner. 

Berlin  – „Vom Dauer-Streit zum Dauer-Lockdown – Kommt Merkels Notbremse zu spät?“ Diese Frage diskutiert Maybrit Illner am Donnerstagabend (15. April 2021) mit ihren Gästen im ZDF. Thema in der Runde ist nicht nur die Umsetzbarkeit der Corona-Notbremse, sondern auch die Frage, ob sie eventuell viel zu spät kommt, um das Infektionsgeschehen tatsächlich noch effektiv einzudämmen. 

Folgende Gäste diskutieren in der TV-Show am Donnerstagabend mit:

  • Christian Lindner (FDP), Partei- und Fraktionsvorsitzender der FDP
  • Karl Lauterbach (SPD), Epidemiologe und Gesundheitsökonom
  • Bernd Althusmann (CDU), stellvertretender Ministerpräsident Niedersachsens 
  • Claudia Kade, Ressortleiterin Politik bei „Welt” und „Welt am Sonntag”
  • Olaf Scholz (SPD), Vize-Kanzler, Bundesfinanzminister und aktueller SPD-Kanzlerkandidat 
  • Anna Leisner-Egensperger, Professorin für Öffentliches Recht an der Universität Jena 

Von der Dringlichkeit einer Corona-Notbremse sind alle Gäste in der Runde überzeugt. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach betont noch einmal, dass die Notbremse nun zwar dringend sei, aber eigentlich viel zu spät komme.

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Karl Lauterbach: Modellversuche sind „Gift in der jetzigen Situation“

Er sei davon überzeugt, dass die Notbremse „eine gewisse Wirkung hat“, so der Epidemiologe. Er sei dankbar, dass die Initiative in Gang gesetzt worden sei und die Lockerungen und Modellversuche, die für einige Städte trotz steigender Infektionszahlen vorgesehen waren, nun aufhörten. „Das halte ich für Gift in der jetzigen Situation“, betont der Politiker.

Gleichzeitig möchte der Politiker darauf hinweisen, dass die Notbremse die dritte Infektions-Welle nicht aufhalten wird. Man dürfe sich jetzt „keinen Illusionen hingeben“, denn „die Notbremse, die jetzt zu spät oder sehr spät kommt und trotzdem einen gewissen Wert hat“, werde die dritte Welle „nicht nennenswert bremsen“.

Karl Lauterbach bei Maybrit Illner: „Wir verlieren sehr viel Zeit“

„Wir werden irgendwann im Laufe der nächsten Woche über die Inzidenz von 200 weggehen, die Intensivstationen sind schon voll“, erklärt Lauterbach. In vielen Großstädten werde schon die sogenannte „weiche Triage“ praktiziert. In Köln etwa werden einige Patienten absichtlich nicht mehr in die Uniklinik geschickt, obwohl sie dort besser behandelt werden können – weil schlicht die Kapazitäten nicht reichen. 

„Wir sind mit der Intensivkapazität und mit den Fallzahlen schon am Rand“, betont der Politiker. „Und das läuft ja noch für drei oder vier Wochen weiter, mit den Fallzahlen, die wir jetzt aufgeladen haben.“ Die Notbremse müsse also laut Lauterbach „weit über das hinausgehen“.

„Wir verlieren sehr viel Zeit, etwas zu beschließen, das eine Selbstverständlichkeit ist“, betont Lauterbach. „Ich glaube, wir werden sehr lange in diesem Lockdown über 100 bleiben, denn erst mal unter die 100 wegzukommen, damit die Notbremse wieder gelöst werden kann, das wird lange dauern, da muss mehr passieren.“ (ta)

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