Deutliche Ansage Hausärztin appelliert bei „Hart aber fair“ an Eigenverantwortung

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Hausärztin Dr. Sibylle Katzenstein war am 22. März bei „Hart aber fair“ zu Gast.

Köln – Am Montag stimmte die Ministerpräsidentenkonferenz weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ab, bereits zuvor forderte Hausärztin Dr. Sibylle Katzenstein bei „Hart aber fair“ mehr Eigenverantwortung statt Regeln von oben. Selbstschutz sei „eigentlich ganz simpel“.

  • „Hart aber fair“: Hausärztin fordert mehr Eigenverantwortung
  • Wichtig seien die Selbsttests
  • Wann können alle Hausärzte impfen

Ursprünglich hatte Moderator Frank Plasberg bei „Hart aber fair“ darauf gehofft, mit seinen Gästen die Ergebnisse der Ministerpräsidentenkonferenz zu diskutieren – doch die ließen am Montagabend auf sich warten.

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Dementsprechend verlief die Debatte mit der gesundheitspolitischen Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Karin Maag, FDP-Generalsekretär Volker Wissing, Politikwissenschaftlerin und „No Covid“-Mitautorin Elvira Rosert sowie Journalist Georg Mascolo teilweise im Konjunktiv.

„Hart aber fair“: Hausärztin spricht sich für Selbsttests aus

Vor allem ein Gast machte im Polit-Talk dennoch klare Ansagen zur Einordnung der Maßnahmen: „Es ist eigentlich ganz simpel, sich zu schützen“, erklärte Hausärztin Dr. Sibyille Katzenstein in „Hart aber fair“.

Sie plädierte dafür, „einfach die Eigenverantwortung wieder an die Menschen“ zurückzugeben – „anstatt immer nur zu von oben gesagt zu bekommen, was man zu machen und zu tun und zu lassen hat“.

Erst später in der Nacht zum Dienstag wurde bekannt, dass auch zu Ostern ein harter Lockdown mit strengen Kontaktbeschränkungen gelte. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einem Licht am Ende des Tunnels – doch keiner weiß, wie lange der Tunnel wirklich noch ist.

Dass die Geduld der Menschen nicht ewig strapazierbar ist, spielte zuvor auch schon bei der „Hart aber fair“-Debatte eine Rolle.

„Hart aber fair“: Hausärztin mit Appell an die Generation 50 und 60

Laut Katzenstein gehe es nun vor allem darum, den Menschen das Werkzeug zum Selbstschutz mitzugeben.

Da bisher nur diejenigen per Impfung geschützt seien, „die sich nicht wehren konnten“ – gemeint waren vor allem Menschen in Pflegeheimen und -Einrichtungen –, richtete die Hausärztin einen Appell an die Generation um die 50 und um die 60: „Passt auf, dass ihr euch nicht infiziert die nächsten drei, vier, fünf Monate.“

Corona-Schutzmaßnahmen sind ganz einfach

Eine simple Aufforderung, deren Umsetzung Katzensteins Ansicht nach jedoch nicht allzu kompliziert werden dürfte. Es sei „fürchterlich einfach“, führte sie aus: „Man muss eine FFP2-Maske im geschlossenen Raum tragen, die Fenster aufmachen und wenn man sich krank fühlt, mal einen Selbsttest machen.“

Ansonsten stehe kein weiteres Geheimnis hinter den Schutzmaßnahmen, so die Hausärztin. Dass dies funktionieren kann, bewiesen offenbar die Mitarbeiter in Katzensteins Corona-Schwerpunktpraxis in Berlin.

„In meiner Praxis sind 2700 Covid-Patienten behandelt worden. Da hat sich niemand angesteckt von 15 Leuten.“ Insbesondere für Eltern kleiner Kinder dürften die Anforderungen aber kaum umsetzbar sein.

Impfungen bei den Hausärzten

Impfkampagne: Hausärzte in Lauerstellung
Auch zum Thema schleppende Impfkampagne in Deutschland trug Sibylle Katzenstein ihren Teil aus der Perspektive der alltäglichen Praxis bei: „Wenn man die Menschen, die traditionell schon immer geimpft haben, und die Impfstrukturen alle ausschaltet, und dafür irgendwie Impfzentren hochzieht“, leitete sie ihre scharfe Kritik an der Bundesregierung ein, so könne das „leider in jeder Hinsicht nicht besonders gut funktionieren“.

Die Medizinerin: „Dann fällt einem nicht viel ein, wenn eine ganze Gesellschaft darunter zu leiden hat.“ Gerne würde sie als Hausärztin in ihrer Praxis schon einen Beitrag zur Durchimpfung leisten.

„Hart aber fair“: Karin Maag (CDU) spricht von Mangelsituation

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unions-Bundestagsfraktion, Karin Maag (CDU), wollte die Aussage jedoch so nicht stehen lassen – und lieferte eine Erklärung dafür, dass die Hausärzte noch nicht im Boot seien: „Wir haben im Moment noch eine Mangelsituation.“

Die Impfzentren würden insbesondere aufgrund der Lagerbedingungen des Biontech-Impfstoffs Sinn ergeben, allerdings solle sich das laut Maag bald ändern: „Sobald es mal regelhaft fünf bis sechs Millionen Dosen Impfstoff im Zulauf pro Woche gibt, ist es überhaupt kein Thema, dass man das Impfen an diejenigen weitergibt, die das können.“ (tsch)

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