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„Hart aber fair“ über Astrazeneca Yogeshwar wird deutlich: „Das wäre eine Katastrophe“

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Findet es wichtig, dass Risiken offen kommuniziert werden: Ranga Yogeshwar wurde via Videotelefonie ins Studio zugeschaltet.

Köln – In letzter Sekunde änderte „Hart aber fair“ am Montagabend (21.15 Uhr, ARD) sein Thema: Eigentlich sollte es in der Polit-Talkshow um die Wahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gehen. Als Gäste waren echte Polit-Schwergewichte eingeplant, unter anderem SPD-Politiker Kevin Kühnert, Cem Özdemir (Grüne) oder Paul Ziemiak (CDU). Doch die Nachricht des Impfstopps von Astrazeneca zwang auch den Sender zu der spontanen Themenänderung.

  • „Hart aber fair“ diskutiert über den Impfstopp von Astrazeneca
  • Karl Lauterbach (SPD) äußert sich sehr kritisch zum Impfstopp
  • Ranga Yogeshwar hält dagegen und findet die Entscheidung der Bundesregierung richtig

Gesundheitsminister Jens Spahn kam dazwischen, der erklärte, vorerst das Impfen mit dem Präparat von Astrazeneca zu stoppen. Ob der Impfstoff wieder zum Einsatz kommt, ist bislang ungewiss.

„Hart aber fair“ über Astrazeneca-Stopp: Das sind die Gäste

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Das ARD-Team reagierte sofort und änderte noch kurz vor der Ausstrahlung auch das Thema der Sendung: „Stopp für AstraZeneca: Impfplan gescheitert?“ Die spontanen Gäste in der Übersicht:

  • SPD-Gesundheitsexperte
  • Andreas Gassen
  • Wissenschaftsjournalist
  • „Welt“-Journalist

Auf Twitter erklärte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zuvor bereits, dass er alles andere als begeistert ist vom Impfstopp. Er äußerte sich sehr kritisch über die Entscheidung des Gesundheitsministeriums und erklärte, dass er dies für einen „großen Fehler“ halte. In der ARD legte er nun nach. Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar hielt aber dagegen: Er findet die Entscheidung richtig.

Impfstopp für den Hoffnungsträger Astrazeneca: Jens Spahn (CDU) sprach am Montag in einer Pressekonferenz von einer „reinen Vorsichtsmaßnahme“, um gesundheitliche Komplikationen in seltenen Fällen wissenschaftlich zu überprüfen. Die meisten Bundesländer kündigten daraufhin an, die Impfungen mit Astrazeneca unverzüglich einzustellen.

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„Hart aber fair“-Moderator Frank Plasberg spricht am Montag (15. März) statt über die Wahlen nun über den Impfstopp von Astrazeneca.

Den vorläufigen Stopp empfohlen hatte das zuständige Paul-Ehrlich-Institut. Bei der Analyse neuer Daten sehe man eine auffällige Häufung einer speziellen Form von sehr seltenen Thrombosen in Hirnvenen in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen und Blutungen in zeitlicher Nähe zu Impfungen mit Astrazeneca, so das Institut. Die Daten würden von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) weiter analysiert und bewertet.

„Hart aber fair“: War die Entscheidung zum Impfstopp richtig?

„Es war wie ein Nackenschlag mitten im Beginn der dritten Welle“, so startet Frank Plasberg den Talk. Eine Entscheidung, die das ganze Land betrifft. Eine falsche Entscheidung?

Es war eine „fatale Entscheidung“, findet Robin Alexander, denn es „potenziert das ohnehin schon geringe Vertrauen in die Impfstrategie der Bundesregierung“.

„Hart aber fair“: Hirnthrombose mit „aller höchster Wahrscheinlichkeit“ auf Astrazeneca zurückzuführen

Lauterbach erklärt, dass die Hirnthrombose mit „aller höchster Wahrscheinlichkeit“ tatsächlich auf den Impfstoff zurückzuführen sei. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich dabei um eine Komplikation des Impfstoffes handelt, sei laut Lauterbach „überwältigend hoch“. Dies betreffe auch Jüngere. Es treffe statistisch einen von 250.000 bis 300.000 Betroffenen.

„Aber wir sind in einer solchen Notlage, dass ich es bevorzugt hätte, dass wir weiterimpfen und Astrazeneca parallel weiter untersuchen. Der Nutzen überwiegt den Schaden. Das Risiko hätte man in Kauf nehmen können“, so der Gesundheitsexperte.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sei: „Der Impfstoff wird sicherlich auch nach der Untersuchung weiter genutzt werden.“ Lauterbach rechnet mit einer einwöchigen Prüfung, danach werde „vermutlich eine Warnung ausgesprochen“, so der Experte.

„Hart aber fair“: Ranga Yogeshwar verteidigt Entscheidung der Bundesregierung

Ranga Yogeshwar ist ganz anderer Meinung. „Ich glaube, die Entscheidung ist richtig.“ Er selbst habe mit dem Präsidenten des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, telefoniert und sich rückversichert. „Wir reden von Nebenwirkungen, die wirklich gefährlich sind.“ Vertrauen sei gerade bei einem Impfstoff sehr wichtig. „Es ist zwar ein kleines Risiko, aber weil es sich um eine Impfung handelt, da muss man nachjustieren“, findet der Wissenschaftsjournalist.

Auch Andreas Gassen, Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, erklärt: „Die Nerven liegen blank, viele Menschen sind ohnehin verunsichert. Alle haben auf diese Impfungen gesetzt.“ Jetzt werde die Aussetzung von Astrazeneca „das Impftempo wesentlich verlangsamen.“ Dennoch halte er die Entscheidung Spahns für richtig. „Die eine Woche ohne Astrazeneca macht den Kohl auch nicht mehr fett.“ Es sei wichtig, transparent Nebenwirkungen zu kommunizieren. Gassen: „Transparenz ist das wirksamste Mittel gegen Verschwörungen und Impfgegner.“

Yogeshwar bei „Hart aber fair“: „Risiken nicht offen zu kommunizieren, das wäre eine Katastrophe“

Auch Yogeshwar bekräftigt später: „Es gibt ohnehin eine gewisse Impfskepsis. Würde man weiterimpfen, ohne dass man Risiken offen kommuniziert, wäre das eine Katastrophe. Ich finde es wichtig, dass wir den Bürgern offen vermitteln, dass wir die Risiken abwägen. Ich glaube, langfristig ist das der korrekte Schritt.“ Er wolle lieber in einem Land leben, in dem auch „Details wichtig sind“ für eine Entscheidung, als in einem, das solche verheimlicht.

Was würde passieren, sollte Astrazeneca als Impfstoff wegfallen? „Dann droht uns eine Katastrophe“, so Lauterbach. Der Anteil am Moderna-Impfstoff sei noch sehr gering, auch der Biontech-Impfstoff sei zu wenig in den Impfzentren verfügbar. Astrazeneca sei weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Impfstrategie. „Andererseits würde das Impftempo stark gedrosselt, das wäre eine Katastrophe.“ Denn auch der neue „Johnson & Johnson“-Impfstoff komme derzeit schon wieder einen Monat später, so Lauterbach. Auch da gebe es Lieferprobleme. (mg)

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