„Ziemliche Klatsche“ Post erhöhte 2020 Preise für Pakete, jetzt die Überraschung

Deutsche-Post-Paket

Pakete werden bei der Deutschen Post ab Mai 2020 wieder billiger.

Bonn – Die Post hat ihre Paketpreise erhöht – und nun schon wieder gesenkt. Ab dem 1. Mai soll alles wieder sein wie bisher, das heißt, wie bis vor rund einem Monat – so die Nachricht der Deutschen Post am Mittwoch, die selbst Kenner der Branche überraschte.

Wer das Hin und Her verstehen will, muss etwas tiefer hineinblicken in einen Konflikt zwischen der Bundesnetzagentur und dem Bonner Konzern. Denn eine der Aufgaben der Regulierungsbehörde ist es aufzupassen, dass der gelbe Riese in seiner marktbeherrschenden Position nicht übermütig wird.

Allen Bedenken zum Trotz hatte die Post jedoch zum Jahreswechsel von Privatkunden mehr Geld für das Verschicken von Paketen verlangt. Personal und Transport würden schließlich nicht billiger, so die Begründung des Konzerns.

Verfahren eingeleitet: Deutsche Post senkt Preise wieder

Alles zum Thema Deutsche Post

Nun also der Rückwärtssalto. „Das ist schon eine ziemliche Klatsche für die Post“, meint der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Reinhard Houben. Die Post beugt sich mit ihrer Ankündigung nämlich dem Druck der Netzagentur, die in der vergangenen Woche offiziell ein Verfahren gegen den Konzern eröffnet hat, weil sie die neuen Preise für zu hoch hielt. Sie würden die tatsächlich anfallenden Kosten übersteigen – und könnten deshalb von der Post im Sinne des Wettbewerbs nicht verlangt werden.

Auf dem Paketmarkt hat die Post einen Marktanteil von rund 70 Prozent, Wettbewerber sind etwa Hermes oder DPD. Das Verfahren sei nun „gegenstandslos“ und werde eingestellt, sagte ein Sprecher der Netzagentur am Mittwoch.

Deutsche Post hatte Paketpreise im neuen Jahr erhöht

Die Kehrtwende der Post ist jedoch kein Eingeständnis des Unrechts, sondern reiner Pragmatismus: „Wenn wir das Verfahren zu Ende geführt hätten, hätte es noch Jahre gedauert, bis wir eine Entscheidung bekommen hätten“, sagte ein Post-Sprecher. „Selbst wenn wir das inhaltlich anders bewerten, sollten wir nicht unnötig Zeit und Kosten investieren.“

Hier lesen Sie mehr: Wenn die Zustellung nicht klappt: Welche Alternativen DHL und Co. testen

Im Schnitt verlangt die Post seit Januar rund drei Prozent mehr für die Sendungen ihrer Kunden: Der Preis für ein bis zu zwei Kilo schweres, mittelgroßes Päckchen innerhalb Deutschlands wurde von 4,50 Euro auf 4,79 Euro angehoben. Der Versand eines 10-Kilo-Pakets verteuerte sich um einen Euro auf 10,49 Euro.

Ein besonderer Dorn im Auge war der Netzagentur auch, dass Kunden, die ihre Päckchen online frankieren, deutlich günstiger wegkamen als jene am Schalter. Diesen Unterschied gab es schon zuvor und wird es somit auch weiter geben, allerdings in schwächerer Form. Beim mittelgroßen Päckchen ist die Online-Frankierung gerade einmal 11 Cent günstiger.

Pakete ab Mai wieder so teuer wie noch im Dezember

Ab Anfang Mai verlangt die Post vom Kunden also wieder genauso viel wie noch im Dezember, als er seine Weihnachtspäckchen aufgab. Die Post muss mittelfristig also auf höhere Porto-Einnahmen verzichten.

Wann und wie stark das nächste Mal an der Preisschraube gedreht wird, bleibt bis auf Weiteres unklar. „Aber natürlich werden wir irgendwann die Preise auch wieder erhöhen müssen“, hieß es von der Post. (dpa, so)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.