Sinneswandel oder Mittel zum Zweck? Trump findet Tragen einer Maske „patriotisch“

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Jetzt doch mit Maske? Unser Foto vom 11. Juli zeigt US-Präsident Donald Trump mit Mund-Nasen-Schutz in Bethesda.

Washington – Ist der US-Präsident jetzt doch unter die Maskenträger gegangen?

Die durch den Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 treibt auf der ganzen Welt ihr Unwesen. Mittlerweile hat sie unzählige Menschenleben gefordert und noch immer scheint kein Ende in Sicht.

Besonders in den USA wütet die Corona-Pandemie wie ein feuriges Buschfeuer, dem Präsident Donald Trump kaum etwas entgegenzusetzen hat – damit soll jetzt Schluss sein.

Donald Trump: Niemand ist patriotischer als euer Lieblings-Präsident

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Donald Trump, der bislang seinen öffentlichen Auftritten auf eine Schutzmaske verzichtete, hat offenbar einen Sinneswandel durchgemacht. 

Auf Twitter teilte er nun mit: „Wir sind vereint in unseren Bemühungen, das unsichtbare China-Virus zu besiegen. Und viele Menschen sagen, dass es patriotisch ist, eine Gesichtsmaske zu tragen, wenn man keine soziale Distanz wahren kann. Niemand ist patriotischer als ich, euer Lieblings-Präsident.“

Präsident Donald Trump gerät zunehmend unter Druck

Sowohl der Masken-Tweet als auch die unerwartete Rückkehr zu Corona-Pressekonferenzen zeigen, dass Trump der immer lauter werdenden Kritik an seinem Krisenmanagement entgegentreten möchte.

In einer am Freitag veröffentlichten Befragung der „Washington Post“ und des Senders „ABC“ äußerten sich 60 Prozent negativ über Trumps Umgang mit der Corona-Pandemie, nur 38 Prozent der Befragten zeigten Verständnis.

Ende Mai hatten sich noch 53 Prozent negativ und 46 Prozent positiv geäußert, die Tendenz des Zufriedenheits-Levels der Befragten zeigt für den amtierenden US-Präsidenten also deutlich nach unten.

Schlechte Umfragewerte wegen fehlender Pressekonferenzen?

Trump-Beraterin Kellyanne Conway hatte die schlechten Umfragewerte darauf zurückgeführt, dass der Präsident nicht mehr bei Briefings der Corona-Arbeitsgruppe auftritt. Es sei also nur die logische Konsequenz, dass er nun wieder zurückkehrt: „Die Menschen wollen vom Präsidenten der Vereinigten Staaten hören. Es muss nicht täglich sein, es muss nicht für zwei Stunden sein, aber aus meiner Sicht muss es sein.“

Was es mit den Pressekonferenzen auf sich hat

Bis Ende April war Trump über Wochen fast täglich bei Pressekonferenzen der Coronavirus-Arbeitsgruppe im Weißen Haus aufgetreten. Die Briefings dauerten teilweise bis zu zwei Stunden.

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Manche Aussagen brachten dem umstrittenen Präsidenten viel Kritik ein. So etwa die Überlegung im April, ob es im Kampf gegen das Virus helfen könnte, Menschen Desinfektionsmittel zu spritzen.

Der dadurch resultierende Shitstorm verärgerte den Präsidenten und brachte ihn letztendlich zu dem Entschluss, nicht mehr an den Konferenzen teilnehmen zu wollen.

Präsident Donald Trump nimmt Pressekonferenzen wieder auf

Ob es an den drastisch steigenden Infektionszahlen oder der wachsenden Kritik an seinem Krisenmanagement liegen mag – nach knapp drei Monaten Pause möchte Trump nun wieder in regelmäßigen Abständen über die Lage der Nation berichten.

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„Wir hatten sehr erfolgreiche Briefings“, sagte Trump am Montag, dessen Pressekonferenzen für Rekordzahlen an Zuschauern gesorgt hatten.

Neben zahlreichen Schaulustigen vor den Fernsehgeräten hagelte es aber vor allem scharfe Kritik für sein durchaus verbesserungswürdiges Krisenmanagement. Den schlechten Umfragewerten und steigenden Infektionszahlen geschuldet, möchte der Präsident der USA nun Tatendrang folgen lassen und zeigen, dass er Herr der Lage ist.

Tägliche Neuninfektionen nehmen dramatisch zu

Derzeit werden täglich Zehntausende Neuinfektionen registriert. Erst am Sonntag meldeten die Forscher der Johns-Hopkins-Universität (JHU) knapp 62 Tausend neue Fälle. Der bisherige Rekord wurde am vergangenen Donnerstag mit mehr als 77 Tausend Neuinfektionen erreicht.

Seit Beginn der Pandemie steckten sich 3,8 Millionen Menschen mit dem Virus an, mehr als 140 Tausend Menschen kamen infolge einer Infektion ums Leben. (dpa/cw)

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